Kommunikationskabelnetze 2013

Bericht von der Kölner Kabeltagung 2013

7. Oktober 2014

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Im Dezember 2013 beging die ITG-Fachtagung Kommunikationskabelnetze ihr zwanzigstes Jubiläum. Wie schon in den vielen Jahren zuvor fand sie wieder im Maternus-Haus in Köln statt und beherbergte neben der Fachtagung wieder eine gut besuchte Ausstellung im Foyer.

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Bild 1: Die Diskussion war hochkarätig besetzt mit Vertretern aus der Industrie, Politik und Forschung; Bildquellen: Sigurd Schobert

Die zweitägige Tagung hatte das etwas provokant formulierte Thema »Vectoring, Docsis, LTE, Satellit und Millionen Hot-Spots: Brauchen wir noch Glasfaser?«, was neben den offiziellen Tagungsbeiträgen vor allem in einer Podiumsdiskussion zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages aufgegriffen wurde. Die Diskussion war hochkarätig besetzt mit Vertretern aus der Industrie, Politik und Forschung. Unter den Diskutanten fand sich u.a. mit Dr. Ulrich Nitschke von der Deutschen Telekom AG Netzbetreiber (Bild 1) und mit Prof. Hartmut Tauber vom FTTH Council Europe ein vehementer Befürworter des Glasfaserausbaus. Die Diskussion verlief lebhaft und zeigte, dass es in absehbarer Zeit keine eindeutige und ausschließliche Technologielösung für das Breitbandnetz geben wird. Ein gesunder Technologienmix aus Funk, Kabel und Glasfaser die teilweise sehr unterschiedlichen Anforderungen und politischen, ökonomischen und technischen Randbedingungen an das Breitbandnetz am besten erfüllen können.

Vom Backbone bis zu Hausnetzen

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Bild 2: Die Glasfaser erobert die Hausnetze

Der erste Tagungstag, der 10.12.2013, begann am frühen Nachmittag mit Beiträgen zum Thema »Backbone-, Anschluss- und Hausnetze« und sprach vor allem strategische und politische Schwerpunkte an. Neben dem Dauerthema, wie man die Glasfaser (Bild 2)  in ländliche Regionen bringt und wie der Faserausbau ökonomisch sinnvoll vollzogen werden kann, wurden weitere Themen der gemeinsame Ausbau von Funk- und Fasernetzen und die Synergie zwischen optischen Netzen und der Energiewende betrachtet. Im Anschluss an diese Sitzung fand die Podiumsdiskussion statt. Zum Abschluss des offiziellen Teils des Tages gab es einen Rundgang durch die Ausstellungfläche, bei der alle Aussteller die Möglichkeit hatten, ein kurzes Statement abzugeben und sich vorzustellen. Anschließend wurde zum gemeinsamen Abendessen im Maternushaus geladen.

Kupfer- und LWL-Verkabelung

Bild 3: Messtechnik in Kupfer-Datenkabelnetzen (GHMT)

Bild 3: Messtechnik in Kupfer-Datenkabelnetzen (GHMT)

Der zweite Tagungstag begann am Mittwochmorgen mit Beiträgen zu Kupferkabeln. Es wurde dabei sowohl das Hausnetz als auch Kabel in Rechenzentren betrachtet. Zwei interessante Beiträge beleuchteten spezielle Aspekte der elektrischen Messtechnik solcher Kabel (Bild 3). Der größere Schwerpunkt der Beiträge lag allerding auf optischen Fasern und die dazugehörende Technologie in Form von Komponenten und Systemen. Das zeigte sich schon in der Zahl der Beiträge, die sich über zwei Sitzungen erstreckten.

Optische Übertragung das Kernthema

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Bild 4: Messtechnik für Lichtwellenleiter (JDSU, Laser 2000)

Die erste Sitzung betrachte vor allem Glasfasern und Themen des optischen Zugangsnetzes. So sprach Jean-Marie Fromenteau von Corning über verbesserte Einmodenfasern mit niedrigerer Dämpfung und Biegeempfindlichkeit, die sich für das Zugangsnetz eignen. Stefan Jost von OFS Fitel stellte die neueste Entwicklung von Minikabeln mit hohen Faseranzahlen für den Faserausbau vor. Weitere Beiträge hatten Messtechnik (Bild 4), Qualitätssicherung und Monitoring von optischen Übertragungssytemen zum Thema.

Polymeroptische Fasern versus Glasfasern

Die zweite Sitzung zu optischen Fasern behandelte Polymerfasern. Während in den ersten beiden Beiträgen von der Hochschule Harz Vorschläge für ein standardisierten Wellenlängenraster für den Multiplex und vom POF-AC in Nürnberg Ideen zur optischen Fernspeisung elektronischer Systeme über Polymerfasern gaben, wurde auch ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Gradientenindex-Polymerfasern vorgestellt. Markus Beckers vom ITA der RWTH Aachen und Prof. Christian-A. Bunge von der Hochschule für Telekommunikation Leipzig zeigten in ihrem gemeinsamen Beitrag, dass mit diesem kontinuierlichen Verfahren, das eine leichte Abwandlung des herkömmlichen Schmelzspinnprozesses für Stufenindexfasern darstellt, sich Gradientenindexfasern ähnlich günstig herstellen lassen wie derzeitige SI-POFs. Die letzen beiden Beiträge beschäftigten sich mit praktischen Themen der Fasern im Bau: Zum einen beschrieb Ravi Kinnera von Corning die Rauchentwicklung von Kabeln in Abhängigkeit von ihrem Aufbau, zum anderen beleuchtete Peter Pardeyke von Dätwyler die Bauproduktenverordnung und ihre Auswirkung auf die Verwendung von Kabeln im Gebäude. Abschließend gab es zum Ende der Veranstaltung einen Ausklang bei Kaffee und Kuchen.

Fazit

Auch in diesem Jahr gab es wieder eine breite Auswahl an Vorträgen, die sich nicht nur um den Glasfaserausbau und optische Fasern drehten, sondern auch die elektrischen Kabel und deren Messtechnik behandelten. Die Podiumsdiskussion, die die verschiedenen technologischen Möglichkeiten beim Breitbandausbau behandelte und gegenüber stellte, war ein voller Erfolg, sodass auch für die kommende Ausgabe eine weitere Diskussion geplant ist. Das Thema für 2014 ist nicht weniger provokant: »Werden wir in Deutschland ohne Glasfaserausbau von der weltweiten Breitbandentwicklung abgehängt?«

Die  21. ITG-Fachtagung mit Ausstellung findet vom 9. und 10.12. 2014 statt.

 Weitere Informationen findne sich unter www.vde.com/KKN2014.