Die besten Beleuchtungslösungen in elf Kategorien

Gewinner des Deutschen Lichtdesign-Preis 2017

19. Mai 2017

-

500 Teilnehmer im Trafowerk Mannheim erlebten im Rahmen einer Gala die Vergabe des Deutschen Lichtdesign-Preises 2017, der zum siebten Male vom Fachmagazin Highlight organisiert und vergeben wurde. Prämiert wurden die besten Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine sechsköpfige Jury wählte aus ca. 120 Einreichungen die besten Beleuchtungskonzepte aus.

Anzeige
Gruppenfotto der Gewinner des Deutschen Lichtdesignpreises

Gruppenfoto der Gewinner des Deutschen Lichtdesignpreises; Foto: Bettina Theisinger

Anders als in den Vorjahren gab es mit Ausnahme der Reflexion AG aus Zürich, die gleich dreimal siegte und den Jurypreis Lichtdesigner des Jahres 2017 davonträgt, keine Mehrfachgewinner. Das mag als Indikator dafür gelten, dass sich bei Beleuchtungslösungen hohe Qualität zum Standard etabliert. »Tatsächlich ist bei fast allen Einreichungen eine zunehmend höhere Qualität zu verzeichnen«, betont Markus Helle, einer der Initiatoren des Deutschen Lichtdesign-Preis und Mitglied der ehrenamtlichen Jury. »Dies mag an einem größeren Bewusstsein der Bauherren und Architekten zur Rolle des Lichts liegen. Denn viele gute Konzepte gab es auch früher schon. Die Frage ist, inwieweit sie konsequent realisiert werden können.«

Neben dem Dreifach-Preisträger aus der Schweiz gibt es in diesem Jahr zwei weitere Gewinner aus dem deutschsprachigen Ausland, für welches der Wettbewerb zugelassen ist. Gemeinsam mit dem auf dem weltweit bekannten 3D-Videomapping-Spezialisten Urbanscreen siegte die international agierende Bartenbach GmbH aus dem österreichischen Aldrans in der Kategorie Inszenierung mit der Medienfassade für das Klubhaus St. Pauli in Hamburg.

Gewinner in der Kategorie Inszenierungen: die Bartenbach GmbH mit der Medienfassade für das Klubhaus St. Pauli in Hamburg

Gewinner in der Kategorie Inszenierungen: die Bartenbach GmbH mit der Medienfassade für das Klubhaus St. Pauli in Hamburg; Foto: Bartenbach GmbH, Thorsten Bauer

Und das Wiener Büro Gieselmann überzeugte die Jury in der Kategorie Lichtkunst mit seiner Installation »Mehr los – eine Linie aus Licht« für die Musikschule Marchtrenk. »Nicht mit großer Geste, sondern mit einem vergleichsweise geringen Aufwand tritt die Kunst hier an den Bau. Die sich über den Tag ständig ändernde Belegung der Schule wird durch die Helligkeit der Linie transportiert – und lässt dem Betrachter viel Raum für Interpretation«, so das Urteil der Jury.

In der Kategorie Internationales Projekt behauptete sich die Beleuchtungslösung der Reflexion AG für die Collection Lambert (Berger & Berger Architekten) in Avignon unter insgesamt drei nominierten Projekten. Dabei handelt es sich um ein fein tariertes Tages- und Kunstlichtkonzept, das über die eigentliche Beleuchtungsaufgabe hinaus die Bestands- und Erweiterungsbauten optisch zusammenführt.

Zwei neue Jurypreise: Innovation und Lebenswerk

Das Wiener Büro Gieselmann siegte in der Kategorie Lichtkunst mit seiner Installation für die Musikschule Marchtrenk.

Das Wiener Büro Gieselmann siegte in der Kategorie Lichtkunst mit seiner Installation für die Musikschule Marchtrenk, Foto: Moritz Gieselmann

Zum ersten Mal verlieh die Jury in diesem Jahr einen Innovationspreis sowie einen Preis für das Lebenswerk eines Lichtdesigners.

Der Innovationspreis wurde der PCK Messwarte Schwedt (LichtvisionDesign GmbH) zuteil, die in der Kategorie Büro und Verwaltung nominiert war, sich aber nicht gegen den Atrium Tower Berlin von Kardorff Ingenieure durchsetzen konnte. »Es wäre einfach unfair gewesen, dieses innovative Konzept nicht auszuzeichnen«, erklärt Markus Helle.

Der Ehrenpreis für große Verdienste um das Lichtdesign ging an Heinrich Kramer, der das Lichtdesign in Deutschland mit seinem Schaffen, seinem institutionellen Engagement und seiner Lehrtätigkeit über Jahrzehnte geprägt hat. Gemeinsam mit H.T. von Malotki hatte er 1980 das Kölner Lichtplanungsbüro »LICHTDESIGN« gegründet, das er nach dem Tod seines Partners alleine weiterführte. Der heutige Professor Emeritus engagiert sich seit Jahrzehnten aktiv für die Anerkennung des Berufsbildes sowie für die Ausbildung und das internationale Netzwerk der Lichtdesigner.

Professionelle Beleuchtung etabliert sich

Heinrich Kramer bekam den Ehrenpreis für seine  großen Verdienste um das Lichtdesign

Heinrich Kramer erhielt den Ehrenpreis für seine großen Verdienste um das Lichtdesign; Foto: Bettina Theisinger

Mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis, der 2017 zum siebten Mal verliehen wurde und sich als Indikator für herausragende Beleuchtungslösungen im deutschsprachigen Raum etabliert hat, wollen die Veranstalter der professionellen Beleuchtung von Projekten öffentliche Wertschätzung verleihen. Unabhängig von der Größe des Bauvorhabens setzen Architekten im Bereich der Beleuchtung heute zunehmend auf die Unterstützung von Lichtdesignern, die ihr technisches, wahrnehmungspsychologisches und gestalterisches Wissen in die Anforderungen an die Beleuchtung einbringen.

Ausführliche Informationen zum Deutschen Lichtdesignpreis 2017 und zu alle Preisträgern finden sich unter www.lichtdesign-preis.de

Mehr zum Thema:

Kommentare aus der Community (0)

Noch keine Kommentare


Einen Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mailadresse wird nicht angezeigt.