Beiblatt 5 zur DIN VDE 0100

Maximal zulässige Längen von Kabeln und Leitungen

11. Oktober 2017

-

Das Beiblatt 5 zur DIN VDE 0100 beschäftigt sich mit »maximal zulässige Längen von Kabeln und Leitungen unter Berücksichtigung des Fehlerschutzes, des Schutzes bei Kurzschluss und des Spannungsfalls«.

Anzeige
Quelle: Fotolia/fotomek

Quelle: Fotolia/fotomek

Dieses neu erschiene Beiblatt ist für Niederspannungsanlagen vorgesehen in denen Stromkreise mit isolierten Leitern, Kabel und Leitungen oder Stromschienensysteme enthalten sind. Es werden Anforderungen an die Stromkreise beschreiben, die der Berücksichtigung der zulässigen Strombelastbarkeit der Leiter, dem Nachweis der thermischen Belastung in den Leitern bei Kurzschluss- oder Fehlerströmen, dem Schutz gegen elektrischen Schlag, dem Fehlerschutz und der Begrenzung des Spannungsfalls dienen.

Die nachfolgenden Berechnungen beziehen sich im Allgemeinen auf die Versorgung durch Hoch-/ Niederspannungs-Transformatoren, können aber auch für die Versorgung durch Niederspannungs-/ Niederspannungs-Transformatoren angewendet werden.

Aufgeteilt ist diese Norm in drei Anwendungsbereiche. Der erste beschreibt komplexe Anlagen, bei denen die Rückleitung des Stroms über querschnittsreduzierte Neutralleiter erfolgt. Anwendungsbereich 2 beschreibt die Grenzlängenbestimmung unter folgenden Bedingungen. Die Rückleitung erfolgt über PEN oder Neutralleiter N mit dem gleichen Querschnitt wie dem der Außenleiter. Impedanzwinkel der Einspeise-Schleifenimpedanz beträgt dabei 28°, wie z. B. bei Kabelzuleitungen. Anwendbar ist der Anwendungsbereich 2 für den Anschluss von Zweck-Bauten an die öffentliche Stromversorgung mit entsprechenden Kabelquerschnitten oder für Zuleitungen zu Etagenverteilern in großen Zweck-Bauten zur Dimensionierung der Endstromkreise.

Der Anwendungsbereich 3 ist für die Auslegung von Kabel- und Leitungsanlagen sowie den Überstrom-Schutzeinrichtungen für Wohngebäude und ähnlich genutzte Gebäude, wie in der DIN VDE 0100-520 Beiblatt 2 (VDE 0100-520 Beiblatt 2), vorgesehen.

Elektrische Anlagen sind entsprechend so zu errichten, dass bei ordnungsgemäßem Betrieb und im Fehlerfall, unter Einbeziehung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, keine Personen und Nutztiere gefährdet oder Anlagen beschädigt werden.

Hierfür sind unterschiedliche derzeit gültige Normen, Bestimmungen und allgemeine technische Regeln einzuhalten und anzuwenden. Dieses Beiblatt 5 dient dem Ziel, dem Normenanwender bei der Planung, Errichtung und Installation, aber auch bei der Nutzung elektrischer Anlagen, zusammenfassende Hinweise bezogen auf die Auswahl und Koordinierung der Betriebsmittel eines Stromkreises wie Schalt- und Schutzgeräte sowie Kabel, Leitungs- und Schienenanlagen zu geben.

In kleinen Anlagen, wie z. B. in Wohngebäuden, werden in der Regel von Elektrofachkräften aus wirtschaftlichen Gründen keine Softwareprogramme zur Planung der Kabel- und Leitungsanlagen eingesetzt. Hier müssen Auswahltabellen für die Grenzlängen von Kabeln und Leitungen und Gerätekenngrößen mit spezifizierten Randparametern zu sicheren Installationen führen. Durch die Berechnungsformeln und Auswahltabellen dieser Norm wird dabei eine umfassende Unterstützung angeboten.

Kommentare aus der Community (0)

Noch keine Kommentare


Einen Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mailadresse wird nicht angezeigt.