Praxisfrage

Auslegung der Normen-Formulierung bei der Forderung nach AFDDs

Frage gestellt am 7. Dezember 2016

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Wir sind ein Planungsbüro für elektrotechnische Gebäudeausstattung und stellen hiermit eine Anfrage zur Rubrik Praxisprobleme.
Es geht um die sogenannten Brandschutzschalter (AFDD), in Ihren bisherigen Beiträgen auch mit AFFD bezeichnet.

Der von Ihnen veröffentliche Beitrag zur Stellungnahme von Herrn Schmolke (Nachgefragt bei Herbert Schmolke: Brandschutzschalter halten Einzug)
war hier besonders interessant und z.T. auch hilfreich. Das Ziel, die Unklarheiten für die Praxis aufzuklären, wurde aber nicht bei allen Fragen erreicht.
Generell gibt es hier nicht zu leugnende Unklarheiten bei Absatz a) zum Punkt 421.7 in neuen VDE0100-420 und auch zum Absatz b).

Zu Absatz a) sagt Herr Schmolke in Ihrem Beitrag aus »Die ersten beiden Spiegelstriche (Schlaf- und Aufenthaltsräume von besonderen Einrichtungen) sind meiner Meinung nach eindeutig und unstrittig«.
Das Gegenteil ist leider der Fall. In der Norm steht nämlich nicht in Schlaf- und Aufenthaltsräumen, sondern »in Schlaf- oder Aufenthaltsräumen«. Die deutsche Sprache ist hier eigentlich eindeutig, so dass sich der Planer/Installateur für eine Variante entscheiden müsste.
Außerdem ist der Begriff »Tageseinrichtungen« ein weiter Begriff. Und es ist auch nicht bekannt, was unter Kinder zu verstehen ist. Wie ist das z.B. mit Ober- und Berufsschulen, Jugendzentren und Schulturnhallen?
Laut Wikipedia ist die genaue Definition für Kindertagesstätte national und regional unterschiedlich.

Der Punkt 421.7 b) empfiehlt die Brandschutzschalter für verschieden Bereiche. Es bleibt daher (leider) in der Verantwortung des Planers/Installateurs hier eine Entscheidung zu treffen. Den Bauherren darf man hier aus meiner Sicht die Entscheidung nicht überlassen, weil er die Funktion des Gerätes nicht versteht und daher die Schutzwirkung nicht beurteilen kann.

Ziel einer Normung kann aber nur sein, eindeutige Maßnahmen festzulegen.

Ihre Zeitschrift wäre eine gute Plattform, an Stelle eine unzulänglichen Norm eindeutige Meinungen von Experten wiederzugeben, damit die Planers/Installateure ein bessere Entscheidungsgrundlage hätten. Vielleicht könnten Sie in einem der nächsten Hefte für weitere Aufklärung sorgen?

U.G., Bayern

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