Praxisfrage

Absicherung Elektroherdanschluss

Frage gestellt am 17. Juli 2017

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In einem Dreifamilienhaus wurde beim Anschluss eines Elektroherdes die bestehende Absicherung bemängelt und ersetzt.

Bestand: Drei einpolige LSS, 20A, B-Charakter, 6kA Schaltvermögen. Nebeneinanderliegend, eindeutig beschriftet.

Ersetzt durch: Ein dreipoliger LSS, 16A, B, 10kA.

Das Haus wurde 1986 erbaut, die Leitung zum E-Herd ist eine ca. 6m lange, komplett unter Putz liegende NYM-J 5x 2,5 mm². Einschränkungen der Strombelastbarkeit durch Wärmequellen, Bündelung usw. bestehen nicht.

Wir befinden uns im TN-C-S System, bis zur UV 4adrig / TN-C. Für den Herd besteht kein Schutz durch RCD. Der Hausanschluss ist mit NH00 63A gG/gL abgesichert, keine Vorzählersicherungen, 50A D02 Sicherungen zur Wohnungszuleitung 4x10mm² NYM-J.

  1. War diese Ausführung im Jahre 1986 so zulässig?
  2. Ich kann die Reduzierung auf 16A nicht nachvollziehen. Angeblich sei die Leitung »zu stark« abgesichert.
  3. Ich kann die Wahl eines dreipoligen LSS nicht nachvollziehen. Ich kenne nur die Forderung einer dreipoligen Abschaltung, wenn durch ein- oder zweipoliges Abschalten eine Gefahr entstehen könnte. Während ich das für Drehstromsteckdosen (und somit wechselnden, unbekannten Verbrauchern) nicht ausschließen kann, sehe ich bei einem fest angeschlossenen Elektroherd keine Gefahr.
  4. Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, warum ein (deutlich teurerer) LSS mit 10kA Schaltvermögen eingesetzt wurde.
  5. Wäre der Anschluss eines Elektroherdes an die vorgefundene Installation sicher und erlaubt gewesen?

Insbesondere liegt mir die Beantwortung der Frage 3 sehr am Herzen, da hier teilweise erbitterte Streitgespräche geführt werden. In einem »de«-Artikel aus dem Jahre 2007 wird die Notwendigkeit eines dreipoligen LSS für Elektroherde deutlich verneint. Gab es Normänderungen oder -ergänzungen?

C. K., Nordrhein-Westfalen

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Kommentare aus der Community (4)

  1. Hallo C.K.
    Ihre Aussagen zum Anschluß eines Elektroherdes sind richtig.
    Da muss wohl wieder ein Besserwisser am Werk gewesen sein.
    Bei keinem E-Check im Wohnbereich habe ich so große Ströme messen können,die ein 10KA Leitungsschutzschalter rechtfertigen.
    Auch die einpolige Absicherung ist erlaubt.
    Eine Gefahr geht davon nicht,sondern der Elektroherd kann bei Auslösung eines
    Leitungsschutzschalters weiter betrieben werde.
    Die Absicherung mit 20A kann so ausgeführt werden,den Querschnitt ist in Ordnung.
    Es werden jetzt viele aufschreien. Bitte, wo steht das Gegenteil?
    B.S.

  2. Ich habe mir ca. 20 Datenblätter von Elektroherden angeschaut. Ein einziges benannte einen Anschlusswet von 20,5A. Alle andern bis 16A.
    Also kann man doch nicht psch 20A Sicherungen einsetzen. Die Absicherung hat nichts mit der max. Belastung 20A zu tun. Für mich bedeutet die Angabe laut Typenschild von 16A Anschlusswert, dass ich auch nur bis 16 A absichern darf und nicht mit 20A. Ich kenne keinen 16A Herd, der laut Herstellerangaben größer abgesichert werden darf.

  3. „Für mich bedeutet die Angabe laut Typenschild von 16A Anschlusswert, dass ich auch nur bis 16 A absichern darf und nicht mit 20A“

    Hallo H.M.,

    eine kurze Überlegung sollte ausreichen, um die Unsinnigkeit dieser Aussage zu erkennen.
    Wenn Sie Elektrofachkraft sind, haben Sie sicher schon oft Betriebsmittel fest angeschlossen, zum Beispiel Deckenleuchten. Ihrer Theorie nach dürfte eine Deckenleuchte, die eine Nennleistung von z.B. 100W hat, dann auch nur mit 0,43A abgesichert werden?

    Zumdem sollte Ihnen die DIN 18015-1 bekannt sein.

  4. Technische Daten:
    Kombination Einbau-Herd + Glaskeramik-Kochfeld, Herd-Anschlusswert 10.000 Watt, Absicherung 3x 16 A, Spannung 220-240 Volt.
    Dieser Herd ist also vorzugsweise – nicht an Drehstrom – sondern an 3 Phasen Wechselstrom (sym.) mit N und PE anzuschließen. In vielen Neubauten ist dies auch gang und gebe.
    Nun gibt es aber auch Wohnungen, welche nur einen 1Phasen Wechselstrom mit N und PE haben. Zuleitung zu dieser vom WS-Zähler zum Sicherungskasten in der Wohnung 5×10² Cu (2Adern in Reserve). Von diesem Kasten zur Herdanschlussdose und weiter zum Herd: welches Kabel (Querschnitt z.B. 3×4²Cu ?) und welche Sicherung (25A?) ist zu empfehlen? Und ist das VDE DIN – Normgerecht?


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