Praxisfrage

Sat-Antennenanlage ohne Blitzschutz

Frage gestellt am 11. August 2017

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Ich hätte eine Detailfrage zur Erdung einer Sat-Antennenanlage auf einem Gebäude ohne äusseren Blitzschutz, ausserhalb des geschützten Bereiches. Das Thema wurde und wird immer heiß diskutiert, folgende Bedingungen sind (nach meinem Wissensstand) klar:

– Blitzstromtragfähige Erdung des Antennenstandrohres über einen Einzelmassivdraht 16 qmm CU
– geradlinige, kurze Verlegung zu einem Erder
– Erder als Einzelerder min. 2,5m
– ansonsten Flacherder oder Parallelerder lt. Vorschrift
– Verbindung der Kabelschirme der abgehenden Koax-Leitungen mit dem Standrohr, 4qmm CU
– von dort allerdings keine separate Leitung zum PA, wegen Vermeidung Blitzstromeintrag bzw. Schleifenbildung im Gebäude.

Nun zur Fragenstellung:
In den meisten Ausführungen wird angegeben, dass ein separater Erder zwingend mit der Erdungsanlage des Gebäudes bzw. Haupterdungsschiene zu verbinden ist. Ist das so?
Ich meine, gelesen zu haben, dass eine generelle Anforderung besteht, sämtliche Erder miteinander bzw. mit der Haupterdungsschiene zu verbinden, um Potentialunterschiede zu vermeiden oder zu mindern.

In unserem aktuellen Fall besteht das Problem, dass sich der separate Erder und der Hausanschlussraum, wo sich die Haupterdungsschiene (Fundamenterder) des Gebäudes befindet, an völlig unterschiedlichen Stellen des Gebäudes sind und der Weg dorthin mindestens 20 m beträgt. Da es sich bei Blitzströmen ja um transiente Vorgänge handelt, bei denen der induktive Widerstand der Leitungen eine maßgebliche Rolle spielt, welcher wiederum von der Länge der Leitung abhängt, wäre die Verbindung relativ wirkungslos und es würde sich über die Leitungslänge ein enormer Spannungsabfall aufbauen. Wie ist das zu bewerten?

Außerdem gibt es einen Erder im Beton (Fundamenterder) und im Erdreich. Wie sehen Sie das bezüglich der Korrosion? Müsste dort eine Trennfunkenstrecke gesetzt werden?
Wenn ich die Verbindung durch das Gebäude lege, welchen Trennungsabstand muss ich zu anderen Leitungen und Anlagenteilen einhalten um Überschläge oder Einkopplungen zu vermeiden?

Abgesehen davon, dass es möglicherweise bessere Lösungen gibt (Fangstange, Schutzbereich, Antenne im nicht einschlagsgefährdeten Bereich): Wenn ich die Anlage so ausführe, wie oben beschrieben, ist das dann normgerecht und ich habe meiner Pflicht genüge getan?

U. M., Niedersachsen

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