Praxisfrage

Umbau von Außenleuchten im Bestand

Frage gestellt am 19. Mai 2017

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Sehr geehrte Damen und Herren, nachfolgend meine Frage zur:
Umrüstung einer Außenleuchte auf LED; Einhaltung der Schutzart und Klasse
Ich bin als Elektrofachkraft in einem Unternehmen beschäftigt. Im Rahmen meiner Tätigkeit wurde ich auf die Umrüstung der Leuchten aufmerksam. Diese befinden sich an dem Gebäude indem das Unternehmen Flächen angemietet hat.

Beschreibung der Anlage:
Im überdachten Außenbereich eines Bürogebäudes sind RSL Sonderleuchte montiert. Diese bestehen aus einem Acrylglastubus, gehalten von Endstücken aus eloxierten Aluminium und einem aus dem gleichen Material bestehenden U-Profil Unterteil.
Im Acrylrohr war eine T5 Röhre ebenso wie das EVG in je einem gechlossenen Kunststoffrohr mit Quetschverschraubung(en) verbaut. Untereinander erfolgte die Verkabelung mit einer Leitung ähnlich „Ölflex Classic grau“ ohne Schutzleiter.
Der Anschluss an die Installation erfolgte ebenfalls über diese flexible Kunststoffmantelleitung und einem mehrpoligen Kompaktsteckverbinder mit Bajonettverschluss. Aufgrund des Aufbaus wäre meine Einschätzung dass die Leuchte die Schutzart > IP 44 und Schutzklasse II erfüllt.
Ein Zugriff auf das Typenschild war mir leider nicht möglich.

Umrüstung der Leuchte
Durch ein Unternehmen wurden die Leuchten auf LED umgerüstet. Es wurden LED Röhren in den Acryltubus eingebaut und mit GU 13 Fassungen angeschlossen. Die Verdrahtung erfolgt über Einzeladerleitung H-05 VU.
Diese wurden durch das Aluminiumgehäuse geführt und an der vorhandenen Anschlussleitung angeschlossen. Hierzu wurde die vorhandene „Ölflex“ Leitung gekappt und die elektrische Verbindung im U-Profil mit Wagoklemmen hergestellt.

Meine Frage
Meines Erachtens ergeben sich jetzt folgende Punkte
1) Kann die geforderte Schutzart der Leuchte nach diesem Umbau überhaupt noch gewährleistet sein?
2) da ja keine verstärkte oder doppelte Isolierung in der Leuchte mehr vorhanden und auch kein „PE“ Anschluss vorhanden kann ein Schutz „Schutz bei indirektem Berühren” / „Fehlerschutz” noch gewährleistet werden?
3) Aus einer anderen Anfrage „Lose Klemmen in Leuchten“ lese ich, dass der Einbau der verwendeten Wago Dosenklemmen in die Leuchten so nicht zulässig ist. Ist dies auch hier so?
4) Die Leuchte sind in einer Höhe von ca. 4 m montiert. Müssten sie ihrer Einschätzung nach direkt außer Betrieb genommen werden?

Für Ihre Bemühungen im vorraus vielen Dank!
G. S., Rheinland-Pfalz

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Das kommt darauf an ob der Umbau der Leuchten mittels eines vom ursprünglichen Hersteller stammenden Umrüstsatz für genau diese Leuchte vorgenommen wurde.
    Wenn die verbauten Teile also vom ursprünglichen Hersteller für diese Leuchte vorgesehen sind und dieses auch mit einer Herstellererklärung belegbar ist, wäre alles in Ordnung.
    Wurde der Umbau jedoch mit eigens zusammengestellten Komponenten vorgenommen, so ist derjenige welcher dies durchgeführt hat zum Hersteller der „neuen“ Leuchte geworden.
    Daraus folgt natürlich das der neue Hersteller für sein Produkt entsprechend die Konformität erklären muss. Andernfalls darf dieses Produkt nicht in Umlauf gebracht werden.

  2. @F.K.: Die Umrüstung erfolgte NICHT mit einem Umbausatz des Herstellers,
    sondern mit vom ausführenden Unternehmen zusammengestellten Komponenten.
    Da die Leuchten vor Ort umgerüstet und direkt wieder montiert wurden sind sie „im Verkehr“.
    Gruß G.S.


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