Gutes Licht motiviert und spart Energie

Lichtpreis auf der GET Nord vergeben

8. Januar 2019

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Die möglichst realitätsnahe Nachbildung des ­Tageslichtverlaufs mit technischem Licht wird immer mehr zum Planungsbestandteil von ­Beleuchtungsanlagen. Das belegen auch prämierte Projekte beim Lichtpreis, der auf der Hamburger Fachmesse GET Nord 2018 in vier Kategorien vergeben wurde.

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Auf einen Blick

Der Lichtpreis 2018 wurde verliehen und damit Elektrohandwerksbetriebe für ihre erfolgreichen Lichtprojekte in vier unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet

Neben der Energieeffizienz von Beleuchtungsanlagen spielen gestalterische Aspekte sowie Forderungen nach biodynamischem Licht eine immer größere Rolle

Der Lichtpreis 2018 wurde am 22.11.2018 auf der Hamburger Fachmesse GET Nord in folgenden vier Kategorien vergeben:

  • Licht und Mensch
  • Gestaltung und Ästhetik
  • Komplexe Lichttechnik
  • Licht im Unternehmen.

Der NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik hatte zur Preisverleihung auf den Messestand der Elektrofachverbände eingeladen. Die anwesenden Gäste aus Handwerk, Industrie und Großhandel wurden von NFE-Präsident Martin Hildebrand und Christian Vollstedt von Sonepar Nordost begrüßt. Sonepar unterstützt den NFE-Lichtpreis als Hauptsponsor und hat die Durchführung des Wettbewerbs maßgeblich unterstützt. Alle Anwesenden erlebten anschließend eine eindrucksvolle Präsentation der Preisträger (Bild 1).

Bild 1: Preisträger und Juroren freuen sich über erfolgreiche Lichtprojekte im Elektrohandwerk, v.l.: Frank Günther, EFG Schwarzenbek; Peter Reuff, Lichtplaner; Roland Lüders, Redaktion »de«; Christian Vollstedt, Sonepar; Volker Roscher, Architekt; Gunnar Kunze, Kunze Daten und Energietechnik; Martin Hildebrand, NFE; Martin Backmeyer, Elektroanlagen Borchert; Rolf Kommert, Sonepar; Gregor Birkner, Elektro Eckstein; Maik Bernhard, Kunze Daten und Energietechnik GmbH; Thoben Heil, Elektro Eckstein

Bild 1: Preisträger und Juroren freuen sich über erfolgreiche Lichtprojekte im Elektrohandwerk, v.l.: Frank Günther, EFG Schwarzenbek; Peter Reuff, Lichtplaner; Roland Lüders, Redaktion »de«; Christian Vollstedt, Sonepar; Volker Roscher, Architekt; Gunnar Kunze, Kunze Daten und Energietechnik; Martin Hildebrand, NFE; Martin Backmeyer, Elektroanlagen Borchert; Rolf Kommert, Sonepar; Gregor Birkner, Elektro Eckstein; Maik Bernhard, Kunze Daten und Energietechnik GmbH; Thoben Heil, Elektro Eckstein

Bewerben konnten sich für den Lichtpreis Elektrohandwerker aus den vier nördlichen Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit eigenen Projekten. Die Vielfalt der eingereichten Bewerbungen ist wieder einmal Beleg dafür, wie breit gefächert die Tätigkeitsbereiche der E-Handwerke sind. Gewerbliche, private und öffentliche Auftraggeber setzen auf die Kompetenz der Elektrofachbetriebe. Die Beleuchtung gehört oft mit zu einem Gesamtauftrag für die elek­trotechnische Anlage, kann aber durchaus auch als Einzelauftrag zustande kommen.

Gründliche Juryarbeit

Wie bereits bei den beiden vorangegangenen Wettbewerben Lichtpreis 2014 und Lichtpreis 2016 bewertete eine Fachjury alle eingegangenen Bewerbungen. Nach intensiven Beratungen und Begutachtungen der Projekte wurde eine Vorauswahl getroffen. Eine anschließende Besichtigungstour vor Ort ­lieferte dann die Grundlage für die endgültige Entscheidung (Bilder 2 und 3). Anschließend wurden aus den sieben Projekten, welche die Endrunde des Wettbewerbs erreicht hatten, vier Gewinner ermittelt.

Bilder 2 bis 3

Kategorie »Licht und Mensch«

Die Erneuerung der Beleuchtungsanlage in der Bücherhalle Wilhelmsburg durch Elektro Eckstein aus Hamburg erhielt den Lichtpreis in der Kategorie »Licht und Mensch«. Die ­gesamte Beleuchtung wurde hier auf LED-Beleuchtung umgestellt. Zuvor waren Leuchtstoffleuchten im Einsatz. Die Jury überzeugte vor allem, wie in dem Projekt besseres Licht bei deutlich weniger Energieverbrauch erzielt wurde. Der spezifische Energieverbrauch sank von 19 W/m² auf 8 W/m².

Darüber hinaus gefiel das atmosphärisches Licht im Kinder­bereich (Bild 4). Durch die Einbindung in ein KNX-System wurden u.a. Lichtmanagement und Lichtszenen umgesetzt. Alle Bereiche der Bücherei sind exzellent ausgeleuchtet (Bild 5). Die Beleuchtung wird mit einem KNX-System gesteuert. Damit wurde auch die Grundlage für die Open Library geschaffen. Dadurch können Leseratten die Bibliothek auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzen.

Bilder 4 bis 5

Kategorie »Gestaltung  und Ästhetik«

Die Umgestaltung der Beleuchtung im Foyer der Shell Deutschland Oil GmbH durch die Kunze Daten- und Energietechnik GmbH ­aus Hamburg konnte sich in der Kategorie »Gestaltung und Ästhetik« durchsetzen. Passend zur vorhandenen Innenarchitektur wurde in dem Projekt eine arbeitsgerechte Lichtsituation am Empfangstresen geschaffen (Bild 6). Im Wartebereich konnte eine entspannte Atmosphäre (Lounge-Feeling) geschaffen werden. Durch individuelle und ästhetische Lösungen wurde der gesamte Empfangsbereich deutlich aufgewertet. Die Empfangsmitarbeiter, der Kunde Shell und seine Besucher sind sehr zufrieden mit der neuen Beleuchtungssituation. Auf der GET Nord durften sich die Macher des Projektes über den Lichtpreis freuen (Bild 7).

Bilder 6 bis 7

Kategorie »Komplexe Lichttechnik«

Das Projekt Rohrdachhaus Seestück Prerow entschied die Kategorie »Komplexe Licht­technik« für sich (www.seestueck-prerow.de). (Bild 8) Mit dem als Ferienhaus genutzten Objekt hatte sich die Elektroanlagen Borchert GmbH aus Ribnitz-Damgarten beworben. Der Elektrohandwerksbetrieb hat sich seit der Übernahme durch Elektromeister Martin Backmeyer auf hochwertige Wohnkomfortlösungen spezialisiert.

Das Berliner Architekturbüro Möhring ­Architekten, das in Born auf dem Darß eine Zweigstelle betreibt, entwickelte auf einem 1350 m2 großen Wiesengrundstück das Rohrdachhaus »Seestück« in Prerow. Das Projekt wurde als eine Weiterentwicklung des 2014 mit dem Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern prämierten Scheunenhaustrios, ebenfalls in Prerow in der Grünen Straße gelegen, konzipiert. Das Haus Seestück und seine Eigentümer hatten große Anforderungen an ihr künftiges Smart Home. Die Planung und Abstimmung der komplexen Elek­troanlage nahm insgesamt ein halbes Jahr in Anspruch.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die Beleuchtung ist hier Bestandteil einer komplexen Gebäudeautoma­tion. Nahezu alle Bereiche des Hauses sind gewerkeübergreifend mit KNX automatisiert (z. B. Licht, Heizung, Sicherheit, Lüftung). Es wurden viele verschiedene Lichtszenen programmiert, die von den Tastsensoren abrufbar sind und bei Bedarf an einem iPad verändert und gedimmt werden können (Bild 9). Zudem wurde ein hoher Anteil an indirekter Beleuchtung realisiert. Hierfür sind ca. 60 m LED-Streifen zum Einsatz gekommen, die alle gedimmt und ­geschaltet werden können.

In der Küche wurde ein umfangreiches Entertainmentpaket verbaut und ebenfalls ein Beleuchtungskonzept erstellt. Es fängt mit der Küche und den Downlights an der Decke an, welche als Grundbeleuchtung zum Kochen gedacht sind. Die indirekte Beleuchtung der Küche sorgt auch nach dem Kochen, beim Essen am Esstisch, für eine gemütliche Stimmung. Der Gast kann sich nach Bedarf die Helligkeit zwischen 0 % und 100 % einstellen. Das Beleuchtungskonzept geht dann nahtlos ins Wohnzimmer über, wo man bei gedimmtem Licht und einem Feuer im Kamin den Abend ausklingen lassen kann (Bild 10).

Bilder 8 bis 10

In den Bädern wurde ebenfalls direkte und indirekte Beleuchtung installiert (LED, dimmbar). Zudem werden die Bäder mit einem CO2-Melder überwacht. Die Daten werden ausgewertet und protokolliert in einem Diagramm dargestellt. Sollten die Grenzwerte erreicht sein, schaltet sich die Lüftungsanlage ein, um für ein angenehmes Raumklima zu sorgen. Auch hier können Lichtszenen genutzt werden, z. B. beim Duschen.

Die indirekte Beleuchtung in der Dusche dimmt auf 100 % und die restliche Beleuchtung fährt auf 50 % herunter. Gleiches gilt für das Schlafzimmer: Hier kann der Gast sich auch zwischen verschiedenen Lichtstimmungen entscheiden. Eine indirekte Beleuchtung unter dem Bett sorgt für eine harmonische Situation. Die Leselampen sind funktionell und können bei Bedarf zugeschaltet werden. Das Deckenlicht ist ebenfalls dimmbar und sorgt abends für eine angenehme Stimmung. Das Beleuchtungskonzept zieht sich konsequenterweise durch alle Räume. Alle Beleuchtungssituationen kann sich der Gast selbstständig an den Tastsensoren am Bett einstellen bzw. abrufen.

Auch im Außenbebreich sollte eine gute aber nicht störende Beleuchtung geschaffen werden. Auf den Terrassen wurden lediglich zwei LED-Downlights zum Einsatz gebracht, denn durch das offene Haus kann viel Licht auch draußen genutzt werden.

Licht im Unternehmen

Der Umbau einer Bestandsimmobilie zum eigenen Firmengebäude durch den Fachbetrieb Elektrotechnik Frank Günther aus Schwarzenbek gewann den Lichtpreis in der Kategorie »Licht im Unternehmen«. Die ehemalige Sporthalle eines BGS-Stützpunktes wurde zum Werkstatt- und Bürogebäude umgebaut und alle Büros mit biologisch wirksamem Licht ausgestattet. Die Jury war richtig begeistert davon, wie das Lichtkonzept hier als Bestandteil der Unternehmensphilo­sophie umgesetzt wurde.

Nach dem Motto: »Gutes Licht für motivierte Mitarbeiter« ­investieren Unternehmensgründer Frank G­ünther und seine Partner in eine hochwer­tige Beleuchtungslösung. Unter anderem kommen HCL-Leuchten von Esylux zum Einsatz, welche die Mitarbeiter in ihrem natürlichen Biorhythmus unterstützen (Bild 11). Die Gebäudeautomation und Lichttechnik wurden miteinander kombiniert und so ein Höchstmaß an Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz geschaffen. Das eigene Firmengebäude kann so quasi als Showroom für die Kundenberatung dienen. (Bild 12).

Bilder 11 bis 13

Weitere interessante Projektein der Endrunde

Bild 14: In einem denkmalgeschützten 
Gebäude sanierte Elektrohamburg AS die Beleuchtung und integrierte diese via DMX-Schnittstelle in die Gebäudesteuerung

Bild 14: In einem denkmalgeschützten Gebäude sanierte Elektrohamburg AS die Beleuchtung und integrierte diese via DMX-Schnittstelle in die Gebäudesteuerung

Insgesamt hatten sich sieben Projekte für die Endrunde des Wettbewerbs »Lichtpreis 2018« qualifiziert. Die bisher nicht erwähnten ­Bewerbungen stellen ebenfalls exzellente Lösungen des Elektrohandwerks dar.

So konnte sich Elektrohamburg AS GmbH mit der Sanierung der Beleuchtung in einem denkmalgeschützten Gebäude in Hamburg qualifizieren. Die Beleuchtung wurde in die Gebäudesteuerung via DMX-Schnittstelle integriert (Bild 14). Die Räumlichkeiten werden als Veranstaltungsräume genutzt. Hier war es unter anderem sehr wichtig, dass die Leuchten individuell einstellbar sind. Deshalb wurde das indirekte Licht als RGBW ausgeführt. Die direkte Beleuchtung wird mit 100 % weißem Licht realisiert. Das Personal der Haustechnik oder der Kunde können die Anlage über ein Tableau oder einen PC steuern. Zusätzlich kann die Beleuchtung über eine DMX-Schnittstelle bei Bedarf an die ­Musikanlage angeschaltet werden und als »Disco-Beleuchtung« verwendet werden.

Mit einem Lichtkonzept für die Umgestaltung der Eichen-Apotheke in Hamburg-Iserbrook hatte sich Elektro Schmelzer aus Hamburg beworben. Die Apotheke mit dem Einrichtungscharme der frühen 80er Jahre war energetisch und gestalterisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit (Bild 15). Die Eichen-Apotheke sollte durch ein modernes, zukunftweisendes Konzept neu aufgestellt und fit für die Zukunft gemacht werden. Das Architekturbüro Sieckmann Walther erstellte das Konzept und die Planung für die neue Eichen-Apotheke. Das Konzept zeichnet sich durch eine sehr klare und geradlinige Gestaltung aus, welche schon als minimalistisch zu bezeichnen ist. Der Apotheken-Kunde erkennt sofort seine Anlaufstelle. Die klare Gliederung der Regale gibt dem Auge Ruhe. Die Regale sind nicht überfüllt.

Bilder 15 bis 16

Der Lagerbereich ist nicht mehr einsehbar. Die LED-Beleuchtung unterstützt die Gestaltung und arbeitet die Highlights heraus, ohne sich »geschwätzig« in den Vordergrund zu stellen. Formal unterstützen die Leuchten so den De­signanspruch der Gestaltung. Im Backoffice werden der geradlinigen Gestaltung runde Deckenleuchten gegenübergestellt. Das Licht ist für die Nutzung ausgelegt und hat den gewissen »Pfiff« durch die Licht-Korona um die Leuchten. Zusätzlich zur Aktualisierung der Lichttechnik hat sich aber auch die Erneuerung der Leuchten energetisch gelohnt (Bild 16). Die neue Beleuchtungssituation hat sehr zur Steigerung der Motivation der Mitarbeiter beigetragen und auch die Kundschaft goutiert die Umgestaltung mit deutlich mehr Umsatz.

Ein sehr beeindruckendes Projekt war Gegenstand der Bewerbung von knx-concept aus Plön. Im Prototyp »The Lighthouse«, das in der Hafencity errichtet wurde, entwickelte Geschäftsführer Thorben Thomsen mit seinen Mitarbeitern ein umfassendes Elektro- und Komfortkonzept (Bild 17). Für die Außenbeleuchtung kamen Dali-gesteuerte RGBW-Leuchten von Bega zum Einsatz. In Innenbereich wurden LED-Einbauleuchten von Zumtobel installiert. Als zentrale Steuereinheit übernimmt Hager Domovea die Regelung der Elektro- und Gebäudetechnik. Die Lichtsteuerung (inkl. Farbwahl) erfolgt mit Smartphone/iPad (Bild 18).

Bilder 17 bis 18

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