Umfang und Ausstattung detailliert festlegen

Elektroinstallation beim Eigenheimbau

14. Dezember 2012

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Die Initiative Elektro+ rät zu einer detaillierten Planung der Elektroinstallation beim Eigenheimbau. Spätere Nachinstallationen und Änderung können aufwendig und teuer werden.

Elektro+-Elektroplanung

Die Ausstattung der Elektroinstallation sollten detailliert im Bauvertrag vereinbart werden; Quelle: Elektro+

»Unseriöse Bauträger oder Fertighausanbieter lassen die Bau- und Leistungsbeschreibung bewusst knapp und ungenau ausfallen«, berichtet Hartmut Zander von der Initiative Elektro+. »Der neue Hausbesitzer erhält nur das, was schriftlich vereinbart wurde. « Zusätzliche Steckdosen und Schalter kosten dann extra. Ein nachträglicher Einbau kann bis zu fünf Mal teurer werden. Umfang und Ausstattung der Elektroinstallation sollten daher detailliert im Bauvertrag vereinbart werden.

In diesem Zusammenhang sollten auch die Anwendung von DIN- oder VDE-Normen sowie Richtlinien, wie beispielsweise die DIN 18012 bis DIN 18015 oder die RAL-RG 678, festgeschrieben werden. Die Qualität und Hersteller der verwendeten Materialien sollten ebenfalls vertraglich festgelegt werden. Der Auftraggeber erhält damit nicht nur eine umfassende Kostenkontrolle, sondern auch Rechtssicherheit. Die vereinbarten Leistungen sind konkret überprüfbar und können im Ernstfall vor Gericht eingefordert werden.

Richtlinie definiert Anforderungen an Elektronalage

Bereits bei der Planung sollte sich der Auftraggeber überlegen, welche elektrischen Geräte später in Haus oder Wohnung betrieben werden sollen. Als Orientierung empfiehlt die Initiative Elektro+ die Richtlinie RAL-RG 678. Diese beschreibt die notwendigen Anforderungen an eine gut ausgestattete Elektroanlage für jeden Raum. Neben der Anzahl der Anschlüsse für Elektrogroßgeräte, Beleuchtung und Kommunikation gehören dazu auch die genaue Anzahl der erforderlichen Stromkreise, Schalter und Steckdosen. Zudem sollte die Art der Installation (Rohr- oder Sockelinstallation) und nach Möglichkeit auch ein System an leeren Reserve-Installationsrohren vermerkt werden. Diese Angaben sollte bei der Bau- und Leistungsbeschreibung genau festgehalten werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, diese Beschreibung sowie die Ausführungspläne vor der Vertragsunterschrift von einem unabhängigen Elektriker prüfen zu lassen.

Initiative empfiehlt mindestens Ausstattungsstufe 2

Die Broschüre »Raumplaner« der Initiative  Elektro+

Die Broschüre »Raumplaner« der Initiative Elektro+

Die Richtlinie RAL-RG 678 beschreibt drei verschiedene Ausstattungsstufen. So wird bei der höchsten Stufe beispielsweise ein besonderes Augenmerk auf Kindersicherheit gelegt. Zusätzlich gibt es neuerdings noch sogenannte »plus«-Ausstattungsstufen 1 plus, 2 plus und 3 plus, die technische Voraussetzungen für die Installation von Gebäudesystemtechnik festlegen. Die Initiative Elektro+ empfiehlt mindestens die Ausstattungsstufe 2. »Die Mindestausstattung wird den heutigen Anforderungen moderner Haushalte, in denen zahlreiche elektrische Geräte genutzt werden, die eine entsprechende Zahl an Steckdosen benötigen, nicht mehr gerecht«, betont Hartmut Zander von der Initiative.

Weitere Informationen zur neuen erweiterten RAL-Richtlinie sind in der Broschüre »Raumplaner« zusammengefasst und online verfügbar:

www.elektro-plus.com