Untereinander Vermaschte WLAN-Technik

Stabiles Mesh-Netzwerk

Auf einen Blick Netzwerkknoten im Mesh-WLAN sind über verschiedene ­Verbindungen miteinander vermascht und fungieren gleichzeitig als Sender und Empfänger

Beim Access-Point-Steering entscheidet das Netzwerk eigenständig, welche Station aktuell die beste Verbindung für das Endgerät bietet
Spätestens am Abend hängt der Haussegen schief. Wenn bei Familie Jakobi aus dem hessischen Weilbach Tochter Emma Youtube-Videos schaut, Sohn Erik Online-Games zockt, Mutter Claudia auf dem Tablet surft und Vater Frank seine Lieblingsserie streamt, dann geht oftmals nichts mehr. Alles ruckelt oder die Verbindung reißt komplett ab, weil zu viele Endgeräte ihre Bandbreite im heimischen WLAN einfordern. Da geht der Router regelmäßig in die Knie.

Zumal der meist auch noch dort platziert ist, wo die Telefonsteckdose ist – also in den entlegensten Ecken der Wohnung oder des Hauses. Der Einsatz von WLAN-Repeatern, Access Points oder Powerline-Adaptern bringt hier auch nur eine temporäre und kosmetische Verbesserung, denn der Übergang zwischen den einzeln arbeitenden Einheiten ist immer mit einer neuen Einwahl oder Empfangsverlust verbunden.

Intelligentes WLAN-Mesh-Netzwerk

Bild 1: Wo das WLAN-Signal von dicken Wänden aufgehalten wird, erfolgt die Daten­übertragung über das Stromnetz
Bild 1: Wo das WLAN-Signal von dicken Wänden aufgehalten wird, erfolgt die Daten­übertragung über das Stromnetz
Die Lösung ist ein intelligentes WLAN-Mesh-Netzwerk. Als Mesh-WLAN bezeichnet man ein drahtloses lokales Netzwerk, das einzelne Netzwerkkomponenten intelligent miteinander verknüpft. Der englische Begriff »Mesh« lässt sich mit »vermaschtes Netzwerk« übersetzen. Die einzelnen Netzwerkknoten sind untereinander über mehrere verschiedene Verbindungen vermascht und geben über diese Wege die Informationen von Knoten zu Knoten weiter. Die einzelnen Komponenten fungieren hierbei sowohl als Sender als auch als Empfänger. Dadurch entsteht ein einheitliches und leistungsstarkes Netzwerk, das den Teilnehmer intelligent an den Knoten mit dem jeweils besten Empfang leitet. Ein WLAN-Mesh-Netzwerk fügt zahlreiche Komponenten zu einem einheitlichen Netzwerk mit einer SSID (Service Set Identifier, also der Netzwerkname) und einem zentralen Passwort zusammen.

Gerade mobile Endgeräte haben die Eigenschaft, ihre Verbindung so lange wie irgendwie möglich in der Funkzelle zu halten, in die sie sich eingeloggt haben. Bewegt sich Emma also beispielsweise vom Erdgeschoß des Einfamilienhauses in ihr Zimmer im zweiten Obergeschoß, verharrt ihr Smartphone weiterhin in der Funkzelle des Routers. Dabei würde ihr das WLAN-Netz des Powerline-Adapters (Datenübertragung über die vorhandene Stromleitung) in ihrem Zimmer ein viel besseres Signal bieten (Bild 1). Erst wenn sie das WLAN ihres Smartphones kurzzeitig deaktiviert, loggt sich ihr Handy in die beste verfügbare Zelle ein. Hinzu kommt, dass jede einzelne dieser Komponenten individuell verwaltet werden muss, und herkömmliche Router bei einer immer größer werdenden Anzahl angebundener Geräte an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Software-Update oder Hardware-Austausch?

Die Hersteller von Netzwerktechnik haben diesen Umstand erkannt und bieten mittlerweile ein breites Angebot an Mesh-fähigen Produkten. Die verfügbaren Lösungen lassen sich in zwei grundsätzliche Verfahren unterteilen: ein Software-Update bestehender Komponenten oder Komplettlösungen.
Bild 2: Das Powerline WLAN-Mesh-Set »Deco P7« kombiniert zwei Übertragungstechniken
Bild 2: Das Powerline WLAN-Mesh-Set »Deco P7« kombiniert zwei Übertragungstechniken
Eine solche Komplettlösung bietet zum Beispiel TP-Link mit seiner »Deco«-Serie. Die im Haus verteilten Satelliten sind permanent im Austausch miteinander, um beispiels­weise den Übergang von einer in die andere Zelle aktiv zu unterstützen. Bei diesem so genannten »Access-Point-Steering« entscheidet das Netzwerk selbsttätig, welche Station die für die jeweilige Situation und das Endgerät die beste Verbindung bietet. Zudem lässt sich jede Einheit zentral am PC oder per App verwalten, um ein separates Gast-Netzwerk einzurichten oder Firmware-Updates aufzuspielen. Diese Komplettlösungen können auch individuell erweitert und an die persönlichen Anforderungen angepasst werden. So lassen sich auch sehr große ­Flächen mit WLAN versorgen.

Wer zudem noch den durch dicke Wände abgedeckten Hobbykeller versorgen will, greift auf Hybridlösungen zurück wie etwa den ­»TP-Link Deco P7« mit Powerline-Funktion (Bild 2). Denn dort, wo aufgrund von Mauern kein WLAN-Signal durchkommt, erfolgt die ­Datenübertragung über das heimische Stromnetz. Diese Kombination eignet sich insbesondere für breitbandintensive Anwendungen wie Streaming und Gaming. Neben den funktionalen Vorteilen erhöht sich im Vergleich zur reinen WLAN-Nutzung die ­Geschwindigkeit des ­Datentransfers über ­Powerline um ca. 60 %.

Zukunftssicher für über 100 Endgeräte

Die Zahl der mit dem Heim-Netzwerk verbundenen Geräte nimmt unaufhaltsam zu und damit auch die Anforderungen an ein leistungsstarkes Heim-Netzwerk. Vom Saug­roboter bis zum smarten Kühlschrank, von der WLAN-Glühbirne bis zur intelligenten Steckdose: Jedes Einzelne dieser Endgeräte benötigt eine stabile und leistungs­fähige WLAN-Verbindung.

Und nicht nur die Anzahl verbundener ­Geräte wächst stetig, auch die erforderliche Datenrate steigt. Das TV-Programm kommt per IPTV (Internet Protocol Television), die neueste Serie vom Streaming-­Anbieter und selbst Computerspiele werden zukünftig nicht mehr auf physischen Datenträgern verkauft, sondern kommen per Abo-Modell aus der Cloud. Eine Entwicklung, mit der herkömmliche Router kaum noch Schritt halten können. Sie macht langfristig den Wechsel auf eine leistungsfähigere und stabilere Lösung erforderlich. Ein WLAN-Mesh-Netzwerk löst auch dieses Problem, weil jede einzelne ­Einheit problemlos über 100 angebundene Geräte verwalten kann.

Schutz vor Cyber-Angriffen

Auch im privaten Umfeld müssen Sicherheitsaspekte einen hohen Stellenwert genießen. Das gilt insbesondere, wenn im Haus noch ­Sicherheitskameras installiert und in das heimische Netzwerk integriert sind. Einige Mesh-Systeme bieten von Haus aus einen Anti-Viren-Schutz und auch die Möglichkeit zur Kindersicherung. So lassen sich nur nach Rückfrage und Absicherung neue Endgeräte ins Netzwerk einbinden und gegebenenfalls auch Zeiten definieren, an denen es sich ausschaltet.

Seit Familie Jakobi ihr Zuhause auf ein Powerline-WLAN-Mesh-Netzwerk umgestellt hat, gibt es auch keine Probleme mehr mit schwachen Signalen oder gar kompletten Verbindungsabbrüchen. Als nächstes will die Familie in zusätzliche Smart-Home-Lösungen investieren – eine stabile, sichere und leistungsfähige WLAN-Abdeckung hat sie ja nun.
Über den Autor
Autorenbild
Markus Kohlstock

Senior PR & Marketing Manager, TP-Link Deutschland GmbH, Hofheim am Taunus

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