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Stundenverrechnungssatz in Elektrohandwerks­betrieben

Die Gunst der Stunde nutzen

Roland Lüders
Roland Lüders
Der Stundenverrechnungssatz in Elektrohandwerks­betrieben sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. Wenn sich beispielsweise zwei Elektrohandwerksunternehmer treffen und über ihren Stundenverrechnungssatz sprechen, können dort erhebliche Unterschiede fest­zustellen sein. So werden etwa die Monteurstunden in München oder Düsseldorf oft schon mit über 50 € angesetzt, während es in strukturschwachen Gebieten auch noch mitunter 35 € sein können. Diese Differenzen sind zum einen in der unterschiedlichen regionalen Kaufkraft, aber durchaus auch im mentalen Bereich begründet. Denn wenn man es lange nicht gewöhnt ist, Preise an veränderte ­Rahmenbedingungen anzupassen, hat man vielleicht größere Probleme damit, seine Stundensätze marktüblichen Niveaus anzugleichen.

Wenn sich nun zwei Gesellen aus unterschiedlichen Elektrohandwerksbetrieben über die Stundensätze unterhalten, kommen wieder ganz ­andere Aspekte zum Tragen. Für viele Mitarbeiter ist Stundenverrechnungssatz minus Stundenlohn gleich Gewinn des Unternehmers. Auch wenn er weiß, dass noch weitere Kosten des Unternehmens mit dem Stundenverrechnungssatz erwirtschaftet werden, fehlt es doch in den meisten Betrieben immer noch an der nötigen Transparenz, und damit wird Potenzial für die Mitarbeitermotivation verschenkt.

Ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) ist, dass immerhin zwei von drei Elektrohandwerksbetrieben in letzter Zeit ihre Stundenverrechnungssätze angehoben haben – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Da die Auslastung der Betriebe weiterhin hoch ist, hat diese Entwicklung eine stabile wirtschaftliche Basis. Über die Hälfte der Elektrohandwerksbetriebe hat einen Auftragsvorlauf von mindestens vier Monaten. Wann, wenn nicht jetzt, ist es an der Zeit, seine Preise zu erhöhen? Denn die Kosten steigen ja auch. Vor allem beim Personal muss in Stundenlöhne, Aus- und Weiterbildung und ­Sozialleistungen investiert werden, um auch in Zukunft beim Kampf um gute Mitarbeiter mithalten zu können.
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Dipl.-Kommunikationswirt Roland Lüders

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