Dezentrale Energieversorgung auf Basis zellularer Strukturen

VDE-beschreibt Lösungsansatz für zellulares Energiesystem

11. Juli 2019

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Der Technologieverband VDE beschreibt in seinem neuen Papier »Zellulares Energiesystem« eine effiziente und konsensfähige Lösung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende: Ziel ist es, den Strom direkt dort zu verbrauchen, wo er erzeugt wird, auf lokaler und regionaler Versorgungsebene. Bei diesem »zellularen Ansatz« erfolgt die Umsetzung der dezentralen Energieversorgung auf Basis zellularer Strukturen.

»Im zellular geprägten Energiesystem wird nach dem Subsidiaritätsprinzip die physikalische Balance zwischen Energieangebot und -nachfrage soweit wie möglich bereits auf regionaler, lokaler Ebene hergestellt. So kann der Ausbau der erneuerbaren Energien zügig weiter vorangetrieben werden und dabei das elektrische Übertragungsnetz wesentlich von Maßnahmen zur Netzstabilisierung entlastet werden«, erklärt Dr. Thomas Benz, Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE/ETG).

Netzausbau minimieren durch Sektorenkopplung und lokale Nutzung von Energie

Bildquelle: VDE

Mit dem zellularen Ansatz kann der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Flexibilisierung des Energiesystems sowie die Dekarbonisierung der Sektoren zügig weiter vorangetrieben werden; Quelle: VDE

In dem Papier »Zellulares Energiesystem« liefern die VDE-Experten technisch-physikalische Vorgaben, die es ermöglichen auch Regularien und Märkte entsprechend anzupassen. Sie zeigen, wie die derzeit unabhängig voneinander betriebenen Energiesysteme und Infrastrukturen – Gasnetze, Wärmenetze, elektrische Übertragungs- und Verteilnetze oder Ladeinfrastrukturen für die Elektromobilität – durch geordnete Bildung und Einbettung zellularer Strukturen zu einem effizienten Energiesystem zusammenwachsen können. Dabei geht es vor allem darum, die effiziente Erzeugung und Nutzung von Energie auf allen Ebenen – lokal, regional, überregional – zu verbessern. »Volkswirtschaftlich gesehen sind dabei sektorenübergreifende Lösungen, die unterschiedliche Energieformen miteinander verbinden, oft effizienter als Einzellösungen bestimmter Energieformen und deren Netze bzw. Subsysteme«, rät Benz.

Im Zuge der Energiewende – weg von einer zentralen hin zu einer dezentralen und CO2-armen Energieerzeugung – stehen die Netzbetreiber vor neuen Herausforderungen. »Der technische Konsens in der Energieversorgung ist wichtig, damit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Entscheidungen treffen können, um neue Technologien einzuführen. Unser Papier soll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Technik anregen und dabei Experten für elektrische Verteil- bzw. Übertragungsnetze, Fachleute für die Sektoren Wärme, Gas sowie Mobilität an einen Tisch bringen«, sagt Benz. Mit dem zellularen Ansatz könne der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Flexibilisierung des Energiesystems sowie die Dekarbonisierung der Sektoren zügig weiter vorangetrieben werden.

In dem VDE-Papier »Zellulares Energiesystem« beantworten die Autoren bisher offene Fragestellungen zu Themen wie

  • die Planung und Auslegung von zellularen Energiesystemen,
  • der Betrieb zellularer Energiesysteme,
  • Sektorenkopplung und Speicher im zellularen Energiesystem,
  • Digitalisierung und Informationssicherheit im zellularen Energiesystem.

Mit Fallbeispielen und Projekten zu zellularen Energiesystemen geben sie einen Überblick über aktuelle Aktivitäten und ergänzen damit ihre Umsetzungsvorschläge.

Das VDE-Papier »Zellulares Energiesystem« ist kostenfrei im VDE-Shop unter www.vde.com/shop erhältlich