Steuerung durch Zeitschaltuhren

Flexible Baustellenbeleuchtung

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Auf einen Blick Zeitschaltuhr statt Sensor Helligkeitssensoren sind den rauen Bedingungen auf einer Baustelle oft nicht gewachsen, Zeitschaltuhren erweisen sich hier als robuster

Programmierung im Büro Die Programme für die Zeitschalt­uhren werden im Büro erstellt und das Programm anschließend vom Smartphone aus auf die Uhr übertragen
Die Baustellenbeleuchtung ist ein komplexes Feld. Ab der Dämmerung müssen z.B. Treppenhäuser, Innen- und Außen­flächen beleuchtet werden, solange dort noch gearbeitet wird. Die Außenbeleuchtung der Baustelle leuchtet aus Sicherheitsgründen die ganze Nacht, und auch die Beleuchtung von Werbeschildern und Kränen muss separat geschaltet werden. Es gilt also, für jede Baustelle einen bedarfsgerechten individuellen Beleuchtungsplan zu erstellen und für die Umsetzung zu sorgen (Bild 1).

Die Stübler GmbH in Dippoldiswalde südlich von Dresden ist Spezialist für Baustelleneinrichtung (Bild 2). Bevor die Arbeiten auf einer Baustelle beginnen, erstellt das 1977 gegründete Unternehmen die Logistik: von Baucontainern für Büro, Wohnen und Sanitär über die Wasserversorgung, Baustrom- und Beleuchtungstechnik bis zur Umzäunung und Absicherung.

»Bisher«, sagt Elektroingenieur Ulf Jannasch (Bild 3), »haben wir Dämmerungsschalter zur Lichtsteuerung eingesetzt. Dabei gibt es immer wieder Probleme, weil dafür Helligkeitsfühler gebraucht werden und diese bei den rauen Bedingungen einer Baustelle häufig schon beim Transport oder beim Aufstellen beschädigt werden und ausgetauscht werden müssen. Je nach Standort des Baustromverteilers kann auch die Verdrahtung schwierig sein. Fällt ein Fühler aus, wird die Beleuchtung nicht zuverlässig geschaltet.«

Astrofunktion statt Sensorik

Bild 1: Baustellen, auf denen nachts gearbeitet wird, erfordern eine zuverlässige Beleuchtung
Bild 1: Baustellen, auf denen nachts gearbeitet wird, erfordern eine zuverlässige Beleuchtung
Inzwischen setzt die Stübler GmbH auf Zeitschaltuhren (»talento smart« von Grässlin), kombiniert mit der Kanalerweiterung. Einer der vielen Vorteile dieser Lösung ist, dass sie dank ihrer Astrofunktion ohne Fühler auskommt und damit alle oben genannten Schwierigkeiten entfallen.

Um die Sonnenaufgangs- und Sonnen­untergangsfunktion den Gegebenheiten vor Ort anzupassen, kann man den Standort der Zeitschaltuhr per Längen- und Breitengrad eingeben. So passt sich die Beleuchtung ­dynamisch dem Einbruch und Ende der Dämmerung an, ohne auf Lichtfühler angewiesen zu sein. Kosten und Zeitaufwand für das Anbringen und Verdrahten der Fühler, ihren Austausch bei Fehlfunktionen wegen Verschmutzung oder Beschädigung entfallen genauso wie der Aufwand für die Kontrolle.

Berührungslos programmieren – vom Büro aus

Bild 2: Blick ins Lager mit den Baustromverteilern der Stübler GmbH
Bild 2: Blick ins Lager mit den Baustromverteilern der Stübler GmbH
Die Astrofunktion allein hätte der Stübler GmbH schon weitergeholfen. Doch das deutschlandweit tätige Unternehmen nutzt noch weitere Funktionalitäten der Produkte.

Je mehr bei der Baustelleneinrichtung vorbereitet werden kann und je weniger Zeit darum die Monteure vor Ort brauchen, desto kostengünstiger kann gearbeitet werden. »Die leichte Programmierbarkeit der Zeitschaltuhren hat mich überzeugt, die Uhren in unsere Baustromverteiler einzusetzen. Die übersichtliche, einfache Menüführung über eine App und die leichte Programmübertragung über mobile Kommunikationswege zu unseren Kunden oder Mitarbeitern vor Ort sowie die berührungslose Übertragung vom Smartphone über Bluetooth auf die Uhren sind für uns ein enormer Vorteil«, sagt Ulf Jannasch.

Der Elektroingenieur erstellt die Programme für die Zeitschaltuhren im Büro am PC und überspielt sie dann an den Mitarbeiter vor Ort. Das gibt ihm zugleich die Möglichkeit, Programme zu dokumentieren, zu speichern und zu verwalten, wie jedes andere Dokument. Auf der Baustelle werden Programm und / oder Änderungen vom Smartphone aus via Bluetooth auf die Zeitschaltuhr übertragen. Dieser schnelle Weg versetzt Stübler auch in die Lage, flexibel auf Änderungswünsche des Kunden oder aus anderen Gründen plötzlich auftretenden Änderungsbedarf zu reagieren.

Einfache Kanalerweiterung

Bild 3: Ulf Jannasch, Elektroingenieur 
bei Stübler GmbH
Bild 3: Ulf Jannasch, Elektroingenieur bei Stübler GmbH
Die Stübler GmbH setzt die Verteilerzeitschaltuhren und ihre Erweiterung ein. Insgesamt werden 100 Zeitschaltuhren in Baustromverteilern verbaut. Die digitale Zeitschaltuhr »talento smart S25« verfügt über zwei Kanäle, lässt sich aber mit Hilfe der ­Kanalerweiterung »talento smart CE2« auf bis zu acht Kanäle erweitern. Programmiert wird das Gesamtsystem über die Zeitschaltuhr, direkt über PC oder über mobile Endgeräte mit der kostenlosen App für iOS und Android. Die Verbindung zur Kanalerweiterung läuft über Bluetooth, es müssen also keine Leitungen verlegt werden. Das System gleicht die Uhrzeit mehrmals täglich ab, damit alle Kanäle zeitsynchron arbeiten.

Es stehen 800 Speicherplätze zur Erstellung von 80 datumabhängigen Programmen und 80 datumsunabhängigen Programmen zur Verfügung. Zur Sicherung der Programme bei Stromausfall dient der nichtflüchtige Speicher (EEPROM). Eine Gangreserve über Batterie sorgt dafür, dass bei einem Stromausfall Datum und Uhrzeit erhalten bleiben. Die Zeitschaltuhr ist plombierbar und kann durch einen PIN vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.

Für den Einsatz auf der Baustelle hat die Stübler GmbH auch noch sehr konkrete Anforderungen an die »Hardware«. Die Geräte ­müssen robust und wasserresistent sein, starke Temperaturschwankungen aushalten und auch einen eher ruppigen Transport überstehen. Wichtig ist auch der IP-Schutz der Uhren, damit die Stromversorgung gewährleistet ist.
Über den Autor
Autorenbild
Dorothea Fichter-Fechner

Manager of Marketing Communications, Grässlin

Über die Firma
Grässlin GmbH
St Georgen
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