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Digitale Projektplanung (3)

Individuelle Raumplanung – Kategorien und Funktionen

Individuelle Raumplanung
(Bild: Jacob Lund – stock.adobe.com)

zu Teil 2

Wer ein wirklicher Profi bei der Kundenberatung ist, benötigt nicht nur ein technisches Wissen und muss auf die Wünsche des Kunden eingehen, sondern es muss auch an die Ausstattung und Funktionen gedacht werden, an die der Kunde in diesem Moment gar nicht denkt, oder von denen der Kunde noch nicht einmal gehört hat. Mit Terminal werden Sie Schritt für Schritt durch die Planung geführt und es wird nichts vergessen.

Funktionen im Raum festlegen

Gemeinsam mit dem Kunden, gehen Sie Raum für Raum durch und legen dabei fest, welche Bedienelemente, Anschlussdosen und vieles weitere eingeplant werden sollen. Da Sie durch das Nutzen einer Vorlage (in diesem Beispiel HEA-Ausstattungswert 2-Stern, Standardausstattung) die wichtigsten Funktionen eingetragen bekommen haben, kommt es jetzt auf Sie als Berater an, gemeinsam mit dem Kunden alles zu prüfen und individuell anzupassen. Dies geschieht sehr einfach, indem auf einen Raum und dort unten rechts auf den Button »Raum konfigurieren« geklickt wird (Bild 4 in Teil 2).

Bild 4: Bei der Konfiguration mittels Ausstattungsvorgaben (s. a. Tabelle) wird in der Software die passende Anzahl von Geräten und Betriebsmitteln angezeigt
Bild 4: Bei der Konfiguration mittels Ausstattungsvorgaben (s. a. Tabelle) wird in der Software die passende Anzahl von Geräten und Betriebsmitteln angezeigt
(Bild: Ralf Englert)

Auf der nun folgenden Seite (Bild 6) können nun die bereits eingeplanten Funktionen über das Symbol (+) kopiert, oder mit dem »Mülleimer« entfernt werden. Über das »Zahnrad-Symbol« kann das entsprechende Gerät noch mit einem anderen Namen versehen oder Anpassungen vorgenommen werden. Beispielsweise, dass der Heizkreis mit 24 V statt über die in der Vorlage festgelegten 230 V oder in einer Heizkreisgruppe betrieben wird.

Alleine durch die Überschrift »Heizkreise 230 V (1)« wird man aufmerksam gemacht, dass es ggf. noch andere Möglichkeiten gibt und man diese festlegen kann. Abgesehen davon ist jetzt die Gelegenheit mit dem Kunden festzulegen, wer die Stellantriebe für die Heizungen liefert. In der Regel machen das die Kollegen des SHK-Betriebs, doch: warum sich an dieser Stelle die »Butter vom Brot nehmen lassen«? Hier winkt zusätzlicher Umsatz. Außerdem wird durch diese Festlegung später eine mögliche Doppellieferung und der entsprechende Ärger vermieden. Und wenn wie in unserem Beispiel sogar eine Installation mit Gebäudeautomation geplant wird, dann kann diese Information bzw. unser Hinweis beim Gespräch über den Kunden später auch an den SHK-Betrieb weitergegeben werden.

Bild 6: Am Beispiel Badezimmer die Funktionen im Raum festlegen und konfigurieren
Bild 6: Am Beispiel Badezimmer die Funktionen im Raum festlegen und konfigurieren
(Bild: Ralf Englert)

Bislang sind allerdings nur die üblichen Geräte wie Heizung, Beleuchtung und Beschattung aufgeführt. Was könnten Sie dem Kunden zusätzlich anbieten? In dieser Situation des Beratungsgespräches bietet Terminal eine tolle Hilfestellung, die sich zeigt, wenn über den Button »Funktionen hinzufügen« weitere Funktionen in den verschiedensten Kategorien vorgeschlagen werden (Bild 7). Diese kann man dann Schritt für Schritt mit den Kunden durchgehen. Zumindest werden Sie über diese in Terminal angebotenen Möglichkeiten darauf aufmerksam gemacht, es ggf. anzusprechen.

Bild 7: Funktionen hinzufügen
Bild 7: Funktionen hinzufügen
(Bild: Ralf Englert)

Am Beispiel der Kategorie »Sicherheit« erkennen Sie die Möglichkeiten. Hätten Sie während der Beratung auch an diese Funktionen gedacht (Tabelle 2)? Im ­Folgenden sehen Sie eine kleine Auswahl weiterer »Funktionen« die sich in den verschiedenen Kategorien und Unterkategorien befinden (Liste nicht vollständig):

  • Beheizbarer Handtuchhalter
  • Ladestation für Elektroautos
  • Sonos und »Heos-Multiroom« von Denon (hier sind alle Typen aufgelistet)
  • WLAN-Repeater
  • USB-Ladesteckdosen
  • Kleinraumventilator feuchtegesteuert, Kleinraumventilator lichtgesteuert
  • Netzwerkdosen einfach UP
  • Trockner (und viele weitere Haushaltsgeräte).

Einige der Funktionen bzw. der hier aufgeführten Geräte (z.B. Haushaltsgeräte) erinnern dann auch wieder daran, ob sich der Kunde nicht neue, moderne und energieeffiziente Geräte anschaffen möchte. Gerne stehen sie als Ansprechpartner bereit. Auch am Beispiel der in der Auswahl aufgeführten verschiedenen Lautsprechersysteme, wie z.B. Sonos oder Heos, wird man erinnert, das Thema »Lautsprecher« anzupacken. Dabei geht es nicht nur um zusätzlichen Umsatz durch Verkauf, sondern z.B. um das Sounderlebnis des geplanten 4K-TV-Geräts. Wo sollen für das 7.1-Surround-System die Anschlüsse für die Lautsprecher geplant werden? So etwas wurde bisher gerne vergessen. Durch Terminal nicht mehr. Zusätzlich steht hinter einigen Funktionen ein -Symbol. Dahinter steckt ein Direktlink auf eine Herstellerseite mit den passenden Produkten. Ideal für eine kompetente Beratung.

Tabelle 2: Funktionen innnerhalb der Funktionsgruppe »Sicherheit«
Tabelle 2

Die zur Verfügung stehende Auswahl an Funktionen ist abhängig von der gewählten Projektart. Eine Funktion wird durch einen Einfach-Klick auf die entsprechende Zeile ausgewählt. Jeder weitere Klick erhöht die Anzahl um 1. Sie können die gewünschte Anzahl auch durch einen Klick auf die Zahl und eine anschließende manuelle Eingabe festlegen. Eine Eingabe von 0 führt zum Entfernen der Funktion aus der Auswahl. Übernommen wird dann letztendlich alles durch den Button »Importieren« Dabei werden die benötigten Aktionen für die ausgewählten Geräte automatisch erstellt und stehen dann in der Raumkonfiguration zur Verfügung. Unter den Aktionen versteht man, die eigentlichen Bedienfunktionen z.B. Deckenleuchte schalten (An/Aus) oder Heizkreis 01 ­regeln (Temp-/Temp+), die dann im nächsten Schritt einer Bedienstelle zugewiesen werden.

Montageorte und Zuweisen der Funktionen

Zur Bedienung der ausgewählten Funktionen samt Aktionen müssen an Montageorten Schalter platziert und Steckdosen angebracht werden. Montageorte können durch klicken auf das »+«-Symbol neben dem Raumnamen manuell erstellt werden. Wie auf der linken Seite im (Bild 6) erkennbar ist, wird immer bereits eine Türe als Montageort automatisch bereitgestellt. Einfacher geht es jedoch per Drag-and-Drop. Unter den Reitern »Funktionen und Anschlussdosen«, »Aktionen« und »Szenen« lässt sich dieses durch Zuweisen der Elemente durchführen. Elemente, die für die Zuweisung in Frage kommen, sind durch ein Symbol, bestehend aus sechs Punkten (wie bei einem Würfel) gekennzeichnet. Sobald keine Zuweisung mehr möglich ist (bspw. kann eine Steckdose nur an einem Montageort platziert werden), verschwindet das Symbol. Es gibt zwei Möglichkeiten für die Durchführung der Drag-and-Drop-Aktion:

  • Ein Element kann auf bereits bestehende Montageorte gezogen werden. Dann wird es dort eingefügt.
  • Ein Element kann auf den freien Raum unterhalb des Raumes/letzten Montageorts gezogen werden. Dabei wird dann automatisch ein neuer Montageort erstellt. Vorgang hier in (Bild 8) beispielhaft dargestellt durch die Pfeile.

Sehr viele Elemente können mehrfach an Sensoren gebunden werden, z.B. mehrere Lichtschalter für eine Leuchte. Wenn mehrfache Verbindungen möglich sind, dann ist dieses durch das 6-Punkte-Würfel-Symbol erkennbar.

Ob Elemente bereits zugewiesen wurden, erkennt man an dem kleinen Kreis, der sich am rechten Rand neben den jeweiligen Elementen befindet (Bild 8). Wenn der Kreis gefüllt ist, dann ist diese Aktion einer Bedienstelle oder einem Montageort zugewiesen. Ein nicht gefüllter Kreis zeigt Ihnen, dass es zu dieser Funktion noch keine Bedienmöglichkeit gibt. Fährt man mit der Maus darüber (Mouseover), wird der Montageort farblich hervorgehoben. Somit hat man immer im Blick, welche Funktion von wo aus bedient, angesteuert oder aktiviert wird. Zusätzlich können Sie jederzeit unten links über den Button »Überprüfen & Anfordern« alles überprüfen, u.a. auch auf fehlende Zuordnung zu einem Montageort.

Bild 8: Erstellen eines neuen Montageortes durch Drag-and-Drop
Bild 8: Erstellen eines neuen Montageortes durch Drag-and-Drop
(Bild: Ralf Englert)

Belegung der einzelnen Wippen

Auf welche der Wippen die einzelnen Funktionen gelegt werden, wird in der Beratungspraxis eher selten angesprochen und festgelegt. Aber je mehr und komplexer die Funktionen sind, umso notwendiger wird das. Spätestens wenn es um eine Installation mit Gebäudeautomation (hier: KNX) geht, wird dies zur Pflicht: ein Kunde hat später womöglich doch eine andere Vorstellung, welche Wippe eine bestimmte Leuchte ein- und welche die Leuchte ausschaltet oder welche Leuchte, Jalousie und welche Szene auf welcher Wippe sein soll. Dazu kommen noch die Schalter in einer Kombination. Welcher Schalter auf welche Position? Vielleicht möchte der Kunde ja den 8-fach KNX-Taster mit den kleinen beschrifteten Wippen doch lieber in Augenhöhe, um Ihn besser bedienen zu können?  Es ist wichtig, alles zu dokumentieren, da man andernfalls nicht nur einen unzufriedenen und verärgerten Kunden hat, sondern schlimmstenfalls auch eine rechtliche Auseinandersetzung fürchten muss.

Terminal nimmt zwar zunächst eine Standardbelegung vom System an, diese lässt sich aber sehr einfach anpassen. Um eine Anpassung vorzunehmen, muss ein Montageort angeklickt werden. Dann kann rechts die »Erweiterte Konfiguration« aktiviert werden. Im folgenden Fenster (Bild 9) kann dann dieser Montageort bis ins kleinste Detail angepasst werden. Das geht so weit, dass hier sogar die Verwendung der KNX-Status LED oder der Display- und Tastenbeleuchtung festgelegt und dadurch dokumentiert werden kann.

Alles was festgelegt wurde, also auch die Standardbelegung oder die manuell geänderten Belegungen werden später beim generieren des Pflichtenheftes mit übernommen und dort eindeutig und für jede Bedienstelle grafisch und damit für den Kunden verständlich dargestellt. Über dieses Pflichtenheft bestätigt Ihnen der Kunde dann genau das was er mit der Beauftragung bekommt. Somit sind Sie immer rechtlich auf der sicheren Seite (das Thema »Dokumentation« wird noch explizit besprochen).

Bild 9: Erweiterte Konfiguration bis zur Zuordnung der Wippen
Bild 9: Erweiterte Konfiguration bis zur Zuordnung der Wippen
(Bild: Ralf Englert)

Zusammenfassung und Ausblick

Bei der Planung muss an vieles gedacht werden, um den Kunden zufriedenzustellen. Dabei werden wir durch die »digitale Planung« mit Terminal durch alle Räume und Funktionen geführt, so dass eigentlich nichts mehr vergessen werden kann. Weitreichende technische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Im nächsten Teil geht es mit der Planung weiter. Sie erfahren, wie Szenen festgelegt werden und Netzwerktechnik, ja sogar ganze Netzwerkschränke, mit Terminal geplant werden können.

Teil 4

Über den Autor
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Ralf Englert

Leiter Elektro Bildungs- und Innovations-Center (EBIC) der EB Unternehmensgruppe Holzgerlingen

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