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Meister von Morgen

Frauen in der E-Technik: Maria Lutz

Für mich als Auszubildenden vor über 30 Jahren war die Abschlussprüfung schon anstrengend genug. Ein pa-ralleles Studium dazu nicht denkbar. Natürlich wollte ich u. a. wissen, warum sie diesen Schritt gewagt hat.

»de«: Frau Lutz, warum haben Sie sich für die ­Ausbildung im Rahmen des Verbundstudiums für Elektrotechnik entschieden?

Bild 1: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – Maria Lutz in der Ausbildung
Bild 1: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – Maria Lutz in der Ausbildung

Maria Lutz: Mein Vater besitzt ein kleines Elektrogeschäft mit Schwerpunkt Hausinstallation. Somit hatte ich schon von klein auf Kontakt mit dem Thema Elektrotechnik. Mit ungefähr 14 Jahren war ich überzeugt, nichts mit Elektrotechnik machen zu wollen, da hatte ich noch andere Interessen und war nicht so begeistert zu helfen. Doch das Ganze hat mir dann immer mehr Spaß gemacht, was ich mir am Anfang nicht eingestehen wollte. Ich fand es sehr spannend, dass man »nur ein paar Drähte zusammenklemmen muss und dann hat das Haus Strom«. Mittlerweile weiß ich aber auch, dass mehr dahinter steckt (Bild 1).

»de«: Sind Ihnen während Ihrer Ausbildung schon ­Themen begegnet, die Sie besonders interessieren?

M. Lutz: Das ist schwierig, da Elektrotechnik so ein breites Spektrum umfasst. So war ich schon in einer Entwicklungsabteilung mit dem Schwerpunkt Medizintechnik. Hier hat mir vor allem die Anwendung der Roboter gefallen. Nicht die Bilder, die man meistens von den Anlagen von Automobilisten kennt, sondern die Anwendung und Arbeit am Menschen, da hier noch einmal ganz andere Themen, wie Absolutgenauigkeit dazukommen. Dann war ich in der Elektrokonstruktion, hier ist man wieder näher an der Praxis und der Hardware. Als Schwerpunkt im Studium habe ich mich für Informations- und Kommunikationstechnik entschieden, da ich in diesem Bereich mit Funk, 5G und dem Bedarf an Kommunikation zwischen mehreren Systemen sehr viel Potenzial sehe. Im Handwerk finde ich das Thema Smart Home super.

»de«: Was sind aus Ihrer Sicht die hauptsächlichen Gründe, dass sich junge Frauen nicht für einen technischen ­Beruf/eine handwerkliche Ausbildung entscheiden?

Bild 2: Blickt selbst­bewusst in die Zukunft – Maria Lutz ist nun auch als Autorin tätig
Bild 2: Blickt selbst­bewusst in die Zukunft – Maria Lutz ist nun auch als Autorin tätig

M. Lutz: Ich denke es gibt mehrere Gründe. Zum einen sind es sicherlich noch eingespielte Rollenbilder und zum anderen trauen es sich manche Frauen auch nicht zu. Männer haben da ja eher die Einstellung »ich mach’ mal« und Frauen wollen sich immer ganz sicher sein. Da wenige in diesem Beruf tätig sind fehlt auch der Austausch. Frauen müssen Sachen manchmal anders angehen, z.B. musste ich in einer Abteilung große Roboter in Zellen Auf- und Abbauen. Und wenn meine männlichen Kollegen einfach die Schrauben aufgemacht haben, hatte ich einfach nicht die Kraft dazu. Eine Kollegin hat mir dann immer Tricks gezeigt, wie man das mit weniger Kraft hinbekommt. Dafür war ich dann immer sehr dankbar.

»de«: Wenn Sie nicht im Job sind – welche Interessen verfolgen Sie in Ihrer Freizeit?

M. Lutz: Ich bin ehrenamtlich bei den Johannitern aktiv. Dabei engagiere ich mich vor allem in der Jugendarbeit und bin aktuell in der Landesjugendleitung Bayern. Außerdem bin ich Erste-Hilfe-Trainerin und bilde unter anderem Schulsanitäter aus. Zum Auspowern mache ich Kickboxen und gehe gerne wandern. Und wenn ich dann noch Zeit finde lese ich gerne auf meiner Fensterbank mit einer Tasse Tee.

»de«: Frau Lutz, vielen Dank für die interessanten Einblicke.

Und damit nicht genug: Maria Lutz hat bei uns als Autorin »angeklopft« (Bild 2). Einen ersten Beitrag gibt es auch schon, allerdings nicht in »de«, sondern ganz aktuell in der »ema« 9.2020. Schauen Sie doch online unter www.elektro.net/ema/ mal rein. Wir haben dort den Beitrag für alle de-Leser frei zugänglich eingestellt.

Über den Autor
Autorenbild
Marcel Diehl

Redaktion »de«

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