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Herstellerübergeifender Standard

Neuheiten im Bereich KNX

Bild 1: Die Mindestlast des Dimmaktors von Jung beträgt nur noch 1 W
Bild 1: Die Mindestlast des Dimmaktors von Jung beträgt nur noch 1 W

Dabei gab es einen ersten Ausblick auf die neue Version 6 der Programmiersoftware ETS. Sie soll u. a. Segmentkoppler unterstützen, die verschiedene Segmente (twisted pair, Funk) in einer Linie miteinander verbinden: Um eine einzelne TP-Linie mit RF-Funktionen zu erweitern, war dies bisher nur über eine ­separate TP-Hauptlinie und separate RF-(Sub-)Linie möglich. Für bestehende TP-(Sub-)Linien-Installationen erforderte dies eine Reorganisation der Topologie: Alle TP-Geräte kommen in die neu anzulegende TP-Hauptlinie, RF-Geräte in die RF-(Sub-)Linie. Künftig erlaubt die ETS auch die Segmentkopplung in jeder beliebigen KNX-TP-Linie.

Auch die Integration von KNX Secure wurde verbessert, z. B. die Handhabung des »Secure Proxy«, also die parallele Nutzung von sicheren und unsicheren KNX-Anwendungen an beliebigen Linien. Wie vom Webbrowser bekannt kann man nun auch in der ETS mehrere Tabs bzw. Hauptfenster parallel öffnen. Die Lizensierung kann weiterhin über den altbekannten Dongle erfolgen, wahlweise künftig auch Cloud-basiert (Voraussetzung: aktive Internetverbindung). Das Dashboard wurde komplett neu gestaltet, auf dem man die Projekte nach bestimmten Kriterien anordnen kann. Auch das Projektarchiv wurde um zusätzliche Funktionen erweitert. Verfügbar dürfte die neue Version im kommenden Jahr sein.  

Weiterentwicklung bei der Aktorik

Bild 2: ABB bietet drei Reihen von Schaltaktoren für unterschiedliche Einsatzzwecke
Bild 2: ABB bietet drei Reihen von Schaltaktoren für unterschiedliche Einsatzzwecke

(Bild: ABB)

Nachfolgend wollen wir einige Neuheiten im Bereich der Aktorik vorstellen: Der neue LED-Universal-Dimmaktor 4-fach von Jung ist mit 4 TE nur mehr halb so breit wie das Vorgängermodell (Bild 1). Er unterstützt KNX Data Secure und bietet u. a. acht Logiken, Umsetzer, Vergleicher sowie Filter- und Zeitfunktionen. Darüber hinaus hat er optimierte und einstellbare Dimmkennlinien im Zeit- und Wertebereich. Über die ETS Service App lassen sich bei Bedarf Updates ins Gerät spielen. Aufgrund des einstöckigen Aufbaus ist die Verdrahtung komfortabler und übersichtlicher.

Neue Schaltaktoren der Reihen »Combi«, »Standard« und »Professional« gibt es von ABB (Bild 2). Die Modelle »Combi« sind speziell auf die Anforderungen von Wohnungsprojekten ausgerichtet und ermöglichen hohe Flexibilität in der Planung und Installation sowie bei nachträglichen Änderungen – dank kompakter Bauweise, hoher Kanaldichte und frei wählbaren Schalt- und Beschattungsfunktionen in einem Gerät. Schaltaktoren »Standard« eignen sich für den universellen Einsatz. Die Varianten »Professional« bieten Geräte mit hoher Schaltleistung bis zu 20 A C-Last und erweiterten Energiemanagement-Funktionen; sie eignen sich besonders für Großbauprojekte.

Bild 3: KNX-Aktor von Siemens mit zwei Dali-Ausgängen
Bild 3: KNX-Aktor von Siemens mit zwei Dali-Ausgängen

(Bild: Siemens)

Der KNX-fähige Schalt- und Dimmaktor »N 525D11« von Siemens hat zwei Dali-Ausgänge (Bild 3). Pro Ausgang kann er bis zu 20 Dali-konforme EVG steuern. Im Broadcast-Modus kann er alle angeschlossenen EVG gleichzeitig steuern. Das neue Gerät bietet umfassende Funktionen, darunter Steuerung der Farbtemperatur und konfigurierbare Dimmkurven. Der Aktor kann außerdem Lichtszenen speichern sowie Status- und Fehlermeldungen senden, und er hat einen Schaltzyklus- als auch Betriebsstundenzähler. Der Aktor unterstützt über die Funktion »Tunable White« eine stufenlose Farbtemperatursteuerung, die Variationen von warm- bis kaltweißem Licht sowie einfache Umsetzung von Tageslichtsimulationen zur Nachahmung natürlicher Tageslichtfarbänderungen. Möglich sind bis zu sieben einstellbare Dimmkurven.

Bild 4: Die neuen KNX-Aktoren bietet Gira in einer Standard- und einer Komfortvariante an
Bild 4: Die neuen KNX-Aktoren bietet Gira in einer Standard- und einer Komfortvariante an

(Bild: Gira)

Die neuen KNX-Aktoren von Gira gibt es erstmals in einer Standard- und einer Komfortvariante (Bild 4). Die Standardausführung eignet sich besonders für Wohngebäude, in denen ein »Gira X1« installiert ist, sowie für gewerblich genutzte Anlagen, bei denen Aktoren in großer Anzahl allein für Basisfunktionen benötigt werden. Die Modelle bieten eine schnelle Inbetriebnahme und einen günstigen Kanalpreis. Die Komfortvariante hingegen bietet ein hohes Maß an Funktionalität und Flexibilität. Dank des großen Funk­tionsumfangs können viele Aufgaben im Aktor selbst erledigt werden. Beide Varianten verfügen über ein neues REG-Verdrahtungskonzept: Die Anschlussklemmen befinden sich nun auf ­beiden Seiten des Gehäuses anstatt wie bisher übereinander. Zur Wahl stehen drei Bauformen: 6/3-fach, 16/8-fach und 24/12-fach. Die Schalt- und Jalousieaktoren unterstützen den Standard KNX Secure.

Bild 5: Unterputz-Aktor von Warema zum Schalten von Sonnenschutzantrieben
Bild 5: Unterputz-Aktor von Warema zum Schalten von Sonnenschutzantrieben

(Bild: Warema)

Der KNX-Aktor »1MPF.4 UP« von Warema ist ein Unterputz-Aktor zum Schalten von Sonnenschutzantrieben und Verbrauchern (Bild 5). Er eignet sich gut für die Nachrüstung und Sanierung und ermöglicht die individuelle Ansteuerung und Parametrierung von bis zu zwei potentialfreien Ausgangskanälen. Es sind vier Binäreingänge als Aktor- oder Bustaster verfügbar, um beispielsweise handelsübliche (Jalousie-)Taster anzuschließen. Weitere KNX-Aktoren gibt es als Reiheneinbaugerät oder Aufputzvariante. Damit lassen sich zwei bis acht verschiedene Sonnenschutzantriebe unabhängig voneinander steuern. Es gibt Ausführungen für Sonnenschutzmotoren mit 230 V und 24 V. Zur Wahl stehen auch KNX-Sonnenschutzaktoren, mit denen sich bis zu 16 SMI-Motoren oder SMI-Lovo-Motoren in bis zu 16 Gruppen einzeln und unabhängig voneinander steuern lassen. Um die bestmögliche Energieausbeute zu gewährleisten, kann die manuelle Bedienung über Automatikeingänge (z. B. Cut-Off) eingeschränkt werden.

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Dipl.-Ing. Andreas Stöcklhuber

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