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Klarheit statt Sternchen

Elektroinstallation in klarer Sprache

Als Fachzeitschrift  sind wir im Sinne unserer Leser einer klaren Sprache verpflichtet, mit der wir technische Sachverhalte kurz, klar und eindeutig vermitteln können. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass sich gerade Probleme prinzipieller Art auftun, mit denen wir uns befassen müssen.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland zunehmend Aktivitäten, die sich mit der Geschlechtergerechtigkeit, auch  Gendering genannt, befassen. Am Ausgangspunkt dieser Entwicklung stand ein Kabinettsbeschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 1999, in welchem »(…) das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit als durchgängiges Leitprinzip von Regierungshandeln anerkannt wurde (…)«. Einen weiteren Höhepunkt fand die Entwicklung mit der Einführung des Geschlechts »divers«. Jüngste Bestrebungen zielen nun darauf ab, auch die deutsche Sprache zu verändern. Dies lässt uns als Fachzeitschrift natürlich besonders aufhorchen.

Es ist das generische Maskulinum, von dem ich hier spreche. Es hat sich seit Jahrhunderten in unserer Sprache etabliert und dient bis heute dem Zweck, eine verallgemeinerte Ausdrucksform zur Verfügung zu haben,  das männliche und weibliche Geschlecht als übergeordnete Gruppe zusammenfassen. Auch das diverse Geschlecht ist nach meiner Ansicht dieser Gruppe zuzuordnen. Beispiele für das generische Maskulinum gibt es viele, z. B. Meister, Handwerker oder Elektrotechniker. Der Duden sorgt aber nun diesbezüglich für Unmut: Wenn man auf www.duden.de das Wort »Mieter« eingibt, erhält man  als Wortbedeutung: »männliche Person, die etwas gemietet hat«. Als gendergerechtes Sprachkonstrukt anstelle »Mieter« liest man heute gelegentlich die Bezeichnung »Mieter*innen«. Dies ist der Beginn eine fragwürdigen Entwicklung, denn wir müssten demzufolge künftig schreiben »Meister*innen, Hand­wer­­ker­­*innen« oder auch »Elektrotech­niker*innen«. Damit entstehen neue Probleme in der Formulierung von Aussagen, die uns von unserem  eigentlichen Ziel, der klar verständlichen Infomationsvermittlung, ablenken würden.

Mit solch sprachlichen Verirrungen will sich die Redaktion »de« nicht befassen. Wir werden uns auch künftig des generischen Maskulinums bedienen. Der klare Blick auf das Wesentliche ist vielmehr das, was wir anstreben. Im Auftrag unserer Leser sind wir daran interessiert, relevante Informationen aus der komplexen Flut an Quellen herauszufiltern und gut lesbar zu präsentieren. Dies gilt auch für den Bereich der Normen und Bestimmungen, die einen immensen Stellenwert im Elektrohandwerk einnehmen. Ein Beispiel dafür liefert die Rubrik Praxisprobleme, die es nun schon seit vielen Jahrzehnten gibt. Diese Rubrik ergänzen wir mit Normenbeiträgen, die regelmäßig parallel zu Normenveröffentlichungen in unserem Heft erscheinen. Auch die bewährten Expertenrunden sind ein weiterer Aspekt, unter dem unternehmerische, technische und normative Sachverhalte beleuchtet werden. Hierzu möchte ich Ihnen z. B. unsere »de«-Expertenrunde auf Seite 20  ff. empfehlen.

Unser Ziel heißt daher: weg von der Grauzone in die Klarsichtzone. Auf diesem Weg arbeiten wir permanent an bestehenden und künftigen Informationsangeboten für unsere Leser – und das natürlich in verständlicher Sprache ohne Sternchen.

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