Initiative Elektro+ benennt weit verbreitete Irrtümer

Die elektrische Anlage richtig planen

19. März 2013

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Beim Neubau oder Modernisierung eines Hauses oder einer Wohnung kommt der Elektroplanung eine große Bedeutung zu. Eine richtig dimensionierte Elektroinstallation macht den Alltag sichere und komfortabler. Die Initiative Elektro+ gibt Hinweise für die Planung und warnt vor weit verbreiteten Irrtümern.

Ausreichende Anzahl von Steckdosen

Mehrfachstecker ersetzen keine Steckdosen; Bild: Elektro+

Mehrfachstecker ersetzen keine Steckdosen; Bild: Elektro+

Steckdosen oder auch Leuchtenauslässe fehlen öfter, als man denkt. Hartmut Zander von Elektro+ rät zur großzügigen Planung. »Liegen die Stromkreise erst einmal unter Putz und wurden die verschiedenen Auslässe positioniert, sind die Nutzungsmöglichkeiten der heimischen Elektroanlage auf Jahre festgelegt.« Für mehr Komfort, Flexibilität und Sicherheit ist es wichtig, die Planung mit den eigenen Nutzungsgewohnheiten abzustimmen und lieber zu viele Steckdosen zu installieren. Bei Verwendung eines Installationsrohrsystems, in das die elektrischen Leitungen eingezogen werden, können spätere Veränderungen an der Elektroinstallation deutlich einfacher und mit weniger Aufwand erfolgen. Der Standard sollte keinesfalls unter der Mindestausstattung nach DIN-Norm 18015 angesetzt werden. Eine leicht verständliche Planungshilfe bietet die Richtlinie RAL-RG 678, die Ausstattungen von Elektroinstallationen, also die Anzahl von Steckdosen, Kommunikationsanschlüssen, Beleuchtungsanschlüssen und Stromkreisen, festlegt. Diese Richtlinie kann unter www.elektro-plus.com kostenfrei abgerufen werden. In einem bis zu 20 m² großen Wohnzimmer gelten beispielsweise elf Steckdosen und drei Kommunikationsanschlüsse als Standard.

Mehrfachstecker ersetzen keine Steckdosen

Steckdosenleisten sollten nicht als Dauerlösung genutzt oder sogar hintereinander geschaltet werden. Der Einsatz vieler Geräte über Mehrfachsteckdosen kann die Steckdosenleiste überfordern. Überlastung führt zu Wärmeentwicklung, die schlimmstenfalls einen Brand auslösen kann. Hartmut Zander von Elektro+ rät im Falle eines Falles  eher zur nachträglichen Erweiterung der Elektroinstallation. Dafür könnten Sockelleistenkanäle und Aufputzinstallationskanäle mit integrierten Steckdosen verwendet werden.

Blitz- und Überspannungsschutz

Ein mehrstufiges Blitzschutzsystem aus Blitz- und Überspannungsschutz leitet die Blitzenergie kontrolliert ab; Bild: Elektro+

Ein mehrstufiges Blitzschutzsystem aus Blitz- und Überspannungsschutz leitet die Blitzenergie kontrolliert ab; Bild: Elektro+

Jeder Quadratkilometer in Deutschland wird bis zu vier Mal im Jahr vom Blitz getroffen. »Der einzig wirksame Schutz vor Gewitterschäden ist eine fachgerecht installierte Blitzschutzanlage«, betont Hartmut Zander. »Schlägt ein Blitz in ein Haus ohne Schutz ein, entlädt sich die enorme Blitzenergie unkontrolliert, wodurch erhebliche Brandgefahr entsteht. Eine Blitzschutzanlage am Gebäude kann also Leben retten.« Ein mehrstufiges Blitzschutzsystem aus Blitz- und Überspannungsschutz leitet die Blitzenergie kontrolliert in die Erde ab und gleicht Überspannungen zuverlässig aus. Spätestens alle vier Jahre sollte die Anlage geprüft werden.

Rauchwarnmelder

Zwei Drittel aller Brandopfer werden im Schlaf überrascht. Besonders gefährlich ist dabei der Rauch. Eine Rauchvergiftung wirkt bereits nach zwei Minuten oder ein paar tiefen Atemzügen tödlich. Ein Rauchwarnmelder schlägt rechtzeitig Alarm und rettet im besten Falle Leben. Elektro+ empfiehlt fehlende Rauchwarnmelder auf jeden Fall nachzurüsten. Dabei sollte man hochwertige Markenprodukte verwenden. Diese erkennen auch feinste Rauchpartikel, unterscheiden zwischen gefährlichem Rauch und Wasserdampf und reagieren schon auf die Temperaturveränderung bei raucharmen Schwelbränden. In Einfamilienhaus sollten die Rauchwarnmelder miteinander vernetzt werden.

Moderne Küchen benötigen mehrere Stromkreise

Rauchwarnmelder retten Leben; Bild: Elektro+

Rauchwarnmelder retten Leben; Bild: Elektro+

In deutschen Haushalten gibt es im Schnitt 15 elektrische Geräte, die meisten davon befinden in der Küche. Mache Geräte, wie etwa ein Elektroherd, benötigen einen Festanschluss mit eigenem Stromkreis. Um die Elektroinstallation nicht zu überlasten, benötigen auch andere Geräte ab einer Anschlussleistung von 2.000 W einen eigenen Stromkreis. Hierzu zählen beispielsweise Geschirrspüler, Backöfen und auch viele Mikrowellengeräte.

Hausautomation lohnt sich bei jedem Haus

Aus jedem normalen Haus kann ein »intelligentes« Haus werden, das mehr Komfort bietet und für weniger Energieverbrauch sorgt. Hausautomation bedeutet, dass viele Abläufe im Haus selbsttätig erfolgen. Die Technik denkt mit und reguliert beispielsweise die Heizung automatisch, sobald ein Fenster geöffnet wird. Inzwischen gibt es dafür einfache Lösungen auf Funkbasis, die sämtliche gebäudetechnischen Komponenten miteinander vernetzen.

Weiter Informationen gibt es unter: www.elektro-plus.com