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Komfort beginnt im Verteiler

Elektrische Anlagen in Wohngebäuden

Auf einen Blick Querverbindung Eine steckbare Querverbindung auf den Installationsklemmen vereinfacht die Potentialverteilung

Stromkreise Überspringen Durch Ausbrechen eines Pols aus der Querverbindung lässt sich der einzeln mit einem FI- oder FI / LS-Schalter geschützte Stromkreis überspringen
Die Normenreihe DIN18015 – »Elektrische Anlagen in Wohngebäuden« besteht aus folgenden vier Teilen:
  • DIN 18015-1:2007-09 – Planungsgrundlagen
  • DIN 18015-2:2010-11 – Art und Umfang der Mindestausstattung
  • DIN 18015-3:2007-09 – Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel
  • DIN 18015-4:2010-11 – Gebäudesystemtechnik
 

Die Normenreihe legt Mindestanforderungen für die Ausstattung von Wohngebäuden fest. Eine wesentliche Neuerung ist die Forderung, verschiedene Stromkreise auf mehrere Schutzeinrichtungen aufzuteilen.

Die Norm schreibt dazu: »Die Zuordnung von Anschlussstellen für Verbrauchsmittel zu einem Stromkreis ist so vorzunehmen, dass durch das automatische Abschalten der diesem Stromkreis zugeordneten Schutzeinrichtungen im Fehlerfall oder bei einer notwendigen manuellen Abschaltung nur ein kleiner Teil der elektrischen Anlage abgeschaltet wird. Dadurch wird die größtmögliche Verfügbarkeit der elektrischen Anlage erreicht«.

Stromkreise aufteilen

DE_09_13_GT13_Tabelle
Die Aufteilung der verschiedenen Stromkreise auf mehrere Schutzeinrichtungen erhöht die Anlagenverfügbarkeit. Dabei setzt man zweckmäßigerweise FI / LS-Kombinationen ein.

Licht- und Steckdosenstromkreise muss man trennen, auch z. B. EDV-Anlagen oder Tiefkühlgeräte sind grundsätzlich separat zu schützen.

Dabei orientiert sich die in der DIN 18015-2 genannte Anzahl der mindestens erforderlichen Stromkreise für Steckdosen und Beleuchtung an der Wohnungsgröße. Eine Übersicht zeigt Tabelle 1.

Die genannten Werte beziehen sich auf die allgemeinen Stromkreise: Weitere Stromkreise für den Anschluss besonderer Verbrauchsmittel sind zusätzlich vorzusehen (Elektroherd, Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner, …).

Steckbare Querverbindung

Die Normenänderung führt auf der einen Seite zu einer höheren Anlagenver­füg­barkeit, auf der anderen Seite gilt es, die Stromkreise sicher und rationell auf die Klemmenleiste zu verdrahten. Zum sicheren und rationellen Verdrahten offeriert z. B. Weidmüller eine Installationsklemmenfamilie mit Push-in-Anschluss – die PDL-Verteilerklemmen.

Übersicht und Ordnung stellen Elektrohandwerker durch eine »raumori­entierte« Verdrahtung sicher. Bei dieser Vorgehensweise werden alle durch einen FI-Schalter geschützten Stromkreise, die zu einem Raum gehören, nacheinander auf die Klemmenleiste gelegt. Die Einspeisung und Verteilung des »N-Potentials« geschieht über die übliche Sammelschiene 10 x 3 mm.

Um einen mit einem FI- oder der Kombination FI- / LS-Schalter separat geschützten Stromkreis an die Klemmenleiste anzuschließen, gab es bisher zwei Methoden, die beide in der Praxis wenig beliebt sind:
  • Auftrennen des »Klemmenverbunds« sowie des N-Po­tentials und Setzen einer extra Klemme
  • Setzen von extra Klemmen am Ende der Klemmenleiste und einzeln Auflegen des separat geschützten Stromkreises
Bild 1: Bei den Reihenklemmen PDL4/NT/L/PE von Weidmüller (rechts) wird durch Ausbrechen eines Pols aus der Querverbindung der einzeln mit einer RCD geschützte Stromkreis übersprungen (links: herkömml. Verdrahtung)
Bild 1: Bei den Reihenklemmen PDL4/NT/L/PE von Weidmüller (rechts) wird durch Ausbrechen eines Pols aus der Querverbindung der einzeln mit einer RCD geschützte Stromkreis übersprungen (links: herkömml. Verdrahtung)
Eine alternative Lösung bietet Weidmüller mit seiner Reihenklemmenfamilie »PDL4/NT/L/PE«: Sie ermöglicht es, die »raum­orientierte« Ver­drahtung sowie bisherige Verdrahtungsgewohnheiten beizubehalten. Dabei wird das »N-Potential« nicht über die Sammel­schiene 10 x 3 mm eingespeist, sondern über eine steckbare Querverbindung. Diese montiert man auf den Installationsklemmen. Durch Ausbrechen eines Pols aus der Querverbindung lässt sich der einzeln mit einem FI- oder FI / LS-Schalter geschützte Stromkreis überspringen (Bild 1).

Bei dieser Lösung kann der Elektrohandwerker seine Verdrah­tungsge­wohn­heiten beibehalten, zudem bleibt die optisch an­sprechende Kontu­rengleichheit der Klemmleiste erhalten. Darüber hinaus ist eine Isolationsmessung gemäß VDE 0108 Teil 1 durch die Trennfunktion der PDL-Klemmen für den Neutralleiter gewährleistet. Das Auftrennen der einzelnen Stromkreise der PDL-Klemmen erleichtert darüber hinaus die Fehler­suche.

Den Unterschied zwischen der konventionellen und der neuen Verdrahtung zeigt das Bild 2, wobei im unteren Teil des Bilds die neue Verdrahtungsmethode am Beispiel einer 50-m²-Wohnung vorgestellt wird: Ein FI-Schalter mit jeweils zwei nachgeschalteten LS-Schaltern schützt die Stromkreise »Steckdose Wohn-/Esszimmer« und »Steckdose Küche«.

DE_09_13_GT13_Bild2
DE_09_13_GT13_Bild2

Auf einen Blick DIN 18015: Neue Norm für Wohn­gebäude

Beitragsserie in

»de« 6.2011 ¬ S. 49

»de« 7.2011 ¬ S. 40 und

»de« 8.2011 ¬ S. 36
Den Schutz der Stromkreise »Steckdose Schlafzimmer / Bad« und »Beleuchtung Schlafzimmer / Bad« übernimmt eine FI-LS-Kombina­tion. Je ein FI-/LS-Schalter schützt die Stromkreise »Beleuchtung Wohn- / Esszimmer« sowie »Beleuchtung Küche«. Schutzelement für den Elektroherd ist ein 3-poliger LS-Schalter.

Ein FI-Schalter mit nachfolgenden LS-Schaltern schützt die Stromkreise »Geschirrspüler Küche«, »Waschmaschine« sowie »Wäschetrockner«, und ein FI-LS-Schalter schützt den Stromkreis »Kühlschrank Küche«.
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Über den Autor
Autorenbild
Dipl.-Ing. Martin Adamczyk

Produktmanager, Weidmüller, Detmold

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