Zunahme an internationalen Ausstellern und Gästen

Positives Fazit der Intersolar 2014

10. Juni 2014

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Nach drei Tagen ist am Freitag, dem 6. Juni 2014 die Intersolar Europe zu Ende gegangen. Rund 1.100 Aussteller aus 48 Ländern zeigten an den Messetagen Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Solarwirtschaft. Neben der Bereichen Photovoltaik (PV) und PV Produktionstechnik, zeigten auf der Fachmesse electrical energy storage (ees) zusammen mit der Intersolar Europe 250 Aussteller Lösungen für die Energiespeicherung.

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Quelle: Intersolar Europe

Quelle: Intersolar Europe

Vom 4. bis 6. Juni besuchten rund 44.000 Besucher die Intersolar Europe und die gleichzeitig stattfindende Fachmesse electrical energy storage (ees) auf der Messe München. Das Messeangebot in acht Hallen und dem Freigelände zog in diesem Jahr Besucher aus 145 Ländern an. Der Anteil internationaler Gäste vergrößerte sich zudem weiter. Auch das Spektrum der Aussteller spiegelte mit Unternehmen aus 48 Ländern die internationale Solarbranche wieder.

Die Rangliste der Länder mit den meisten Ausstellern führten in diesem Jahr Deutschland, China, Österreich, Italien und Frankreich an. Zahlreiche internationale Delegationen aus Ländern wie Argentinien, Paraguay, Uruguay, Saudi-Arabien, Marokko und Indien sorgten für internationales Flair. Auch die Länderpavillons von neun Nationen, darunter Kanada, Südkorea und Taiwan trugen zur Atmosphäre bei.

Globale Photovoltaik-Märkte in Aufbruchsstimmung

Laut dem auf der Intersolar Europe veröffentlichten »Global Market Outlook 2014-2018« der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), wuchs die neu installierte PV-Leistung im vergangenen Jahr weltweit auf 38,4 Gigawatt (GW), dies bedeutet ein Plus von 28 % gegenüber 2012. Dabei übernehmen zunehmend die Märkte außerhalb Europas die Spitzenplätze bei den Zubauzahlen. Trend hin zu einer Internationalisierung der Märkte dürfte sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen und verstärken: so steigen nach dem gemittelten Szenario die jährlichen Neuinstallationen von über 40 GW in 2014 auf rund 55 GW in 2018. Dies führt auch dazu, dass die Photovoltaik global immer deutlicher als eine wichtige Säule der zukünftigen Energieversorgung und als Investitionsmöglichkeit wahrgenommen wird. Diese Internationalisierung war auch auf der Intersolar deutlich zu spüren. Die Unternehmen machen ihre Geschäfte zunehmend außerhalb Europas, wo die Märkte besonders wachsen, wie in China und Südostasien, Japan oder den USA.

Intelligente Energieversorgungslösungen

Die Intersolar Europe war auch in diesem Jahr die internationale Informationsplattform für zahlreiche Innovationen. Viele Unternehmen stellten Eigenverbrauchslösungen für Haushalte und Gewerbe vor, die in Kombination mit Energiespeichern für eine höhere Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen sorgen. Mit intelligenten Energiemanagementsystemen werden sich Speicher zukünftig effizient vernetzen können, um überschüssigen Strom länger verfügbar zu machen.

Daneben rückt die Kombination mit anderen Technologien immer stärker in den Mittelpunkt: so ermöglichen Kombinationslösungen aus PV, Solarthermie, Hackschnitzel- und Pelletsheizungen, Mini-Blockheizkraftwerke bzw. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Brennstoffzellenheizungen und Wärmepumpen zahlreiche Möglichkeiten auch die Energiewende im Wärmemarkt weiter voranzutreiben. Der neue Themenbereich Regenerative Wärme auf der Intersolar Europe und das dazugehörige Forum griffen diesen Trend auf.

Neue Geschäftsmodelle für die Sonnenenergie

Dank sinkender Systemkosten kann Solarstrom in Deutschland bereits für 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunden (kWh) produziert werden. Gegenüber der Netzeinspeisung wird deshalb der Eigenverbrauch sowohl für Unternehmen als auch für Privathaushalte immer interessanter. Daneben entwickeln sich aber auch neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle der Branche, wie Miet- oder Leasingverträge und Liefervereinbarungen. Mit dieser Thematik befasste sich auch eine Session auf der Intersolar Europe Conference, die vom 2. Bis 4. Juni dauerte.

Blick auf die deutsche Energiewende

Obwohl sich die Solarmärkte zunehmend internationalisieren, geht von Deutschland als Vorreiter der Energiewende weiterhin eine große Strahlkraft aus. Im Bereich Solarstromspeicher nimmt Deutschland zudem eine Pionierrolle ein mit seinem Haushaltsspeicher-Förderprogramm. Durch die aktuelle Debatte über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) riskiert die Politik jedoch gleichzeitig einen Verlust an Vertrauen bei den Bürgern.

Entsprechend beanspruchten Experten der Branche verlässliche Rahmenbedingungen für die Energiewende statt Verunsicherung durch die Diskussion um eine Belastung des Eigenverbrauchs. Führende Solarunternehmen forderten zudem den Aufbau einer neuen Versorgungsstruktur. Diese solle aus erneuerbaren Energien als Basis und flexiblen Gaskraftwerken sowie neuen Speichertechnologien zur Unterstützung bestehen. Statt das bisherige System nur in einzelnen Punkten anzupassen, müsse endlich eine klare Linie zur Anpassung des Gesamtsystems festgelegt werden. Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) und Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group, formulierten zudem ihren Anspruch gegenüber der Bundesregierung auch endlich die Energiewende im Wärmemarkt nachdrücklich anzustoßen, nicht zuletzt um die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen zu reduzieren. Dabei wird die regenerative Wärme ein wichtiger Pfeiler, spätestens mit der europaweiten Einführung des „Energy Labels“ für Heizungssysteme 2015.

Die Intersolar Europe 2015 findet vom 10. bis 12. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen finden sich unter www.intersolar.de.