Erfolgreich dem Fachkräftemangel begegnen

Wie finde ich den passenden Azubi?

4. September 2014

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Eine allseits beliebte Vokabel und ein häufig diskutiertes Phänomen ist der Fachkräftemangel. Wiederholt haben Experten an runden Tischen geeignete Gegenmaßnahmen für die betroffenen Unternehmen besprochen. Oft ging es dabei aber um Ingenieure oder IT-Spezialisten.

Quelle: fotolia.de / PhotoSG

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Doch damit fasst man eine Problematik, die nach und nach jede Branche und jeden Wirtschaftszweig erreicht, nicht weit genug. Längst ist der Mangel an gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern auch bei denen angekommen, die ihn am wenigsten gebrauchen können: bei kleinen und mittelstän­dischen Handwerksbetrieben. Immer mehr klagen vor allem auf der Suche nach Auszubildenden über einen Rückgang, was Qualität und Quantität der Bewerbungen angeht. Vielleicht sind Jobs im Elektrohandwerk weniger attraktiv oder es ist die zunehmende Zahl von Hochschulabsolventen, die die Quelle an potenziellen Nachwuchskräften versiegen lässt. Mitschuld an der Misere tragen allerdings nicht selten die Betriebe selbst.

Lösungsansätze

Es reicht schlichtweg nicht, den Werkzeugkoffer auf der Baustelle mit dem populären »Das Handwerk«-Aufkleber zu verzieren oder die obligatorische Stellenanzeige in der lokalen Tagespresse zu schalten. Das hat in etwa so viel Charme wie ein Lötkolben ohne Stromanschluss. Vor allem in den wirtschaftlichen Ballungsräumen bekommen junge Schulabgänger / innen eine Vielzahl an Alternativen bei großen Unternehmen geboten. Gerade hier ist es von großer Bedeutung, sich als Ausbildungsunternehmen und zukünftiger Arbeitgeber in den Vordergrund zu rücken und konkurrenzfähig zu machen. Andernfalls flattern zwar auch Bewerbungen ins Haus, aber eben nicht von jenen Bewerbern, die man sich wünscht.

Wie macht man aber professionell auf sich aufmerksam? Zunächst muss sich ein Handwerksbetrieb darüber im Klaren sein, warum ein Bewerber bei einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen anfangen sollte. Immerhin bekommt er hier möglicherweise weniger Gehalt, weniger Urlaubstage und weniger Zusatzleistungen als bei den großen Konzernen. Denn in der Tat ist der Mehrwert einer Ausbildung in einem kleineren Unternehmen nicht selten höher als bei den »Großen«, da Faktoren wie selbstständiges Arbeiten, direkter Kundenkontakt und Eigenverantwortung hier mehr gefördert und gefordert werden.

Firmenhomepage nutzen

Ist man sich über das »Warum« im Klaren, folgt das »Wer« und das »Wo«: Wie sieht der ideale Bewerber für die jeweilige Stelle aus? Welche Fähigkeiten und welchen schulischen Hintergrund soll er mitbringen und über welche Kanäle kann man ihn erreichen?

In Zeiten, in denen sich die Zielgruppe nahezu ausschließlich im Internet aufhält, ist das »World Wide Web« ein idealer Kommunikationskanal. Genau wie Betriebe ihre Kunden auf eine Handwerks-Dienstleistung oder ein Produkt aufmerksam machen, sollten sie dies auch für Jobinteressenten tun. Eine attraktive Karriere-Website stellt daher die Basis aller Aktivitäten dar, die in Richtung Personalgewinnung gehen. Das klingt zunächst sehr zeitaufwendig und kostspielig. Eine Unterseite zum Thema »Ausbildung / Karriere« und einen »Startseiten-Button« in die bestehende Website zu integrieren, ist im Vergleich zu teuren Print-Anzeigen allerdings das kleinere Übel und in den meisten Fällen unkompliziert umzusetzen.

Jeder Bewerber, ob Azubi oder Facharbeiter, wird sich zuerst im Internet seinen potenziellen Arbeitsplatz anschauen und bewerten. Wenn Betriebe genau diesen Kontaktpunkt nutzen, um sich als Firma und Arbeitsplatz zu präsentieren, haben Sie einen entscheidenden Vorsprung gegenüber der untätigen Konkurrenz. Hier gibt es die Chance, mittels kurzer (auch selbst gedrehter) Videos und Bilder den eigenen Berufszweig und den Betrieb authentisch zu präsentieren und Interesse zu wecken. Angefangen von den Kollegen über den Arbeitsalltag bis hin zu Ausbildungsinhalten gibt es viele Themen, die potenzielle Bewerber interessieren. Genau dieser Einblick ins Unternehmen kann den Unterschied machen. Dabei ist immer darauf zu achten, dass die angebotenen Informationen zielgruppengerecht aufbereitet sind. Einen zukünftigen Auszubildenden gilt es mit anderen Inhalten und mit anderer Tonalität zu adressieren als einen berufserfahrenen Meister.

Fazit

Alles in allem muss professionelle Personalsuche kein großes, teures Feuerwerk sein. Jeder Betrieb kann ganz individuell und frei skalierbar seinen eigenen Weg gehen. Einzige Voraussetzungen: Authentizität und die Erkenntnis, dass jeder Arbeitsplatz seine Vorzüge hat, wenn er nur ins richtige Licht gerückt wird.

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