Neue Normen zur Informationstechnik

Alarmanlagen, Alarmübertragungsanlagen

14. Oktober 2014

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Normeninformationsdienst der bfe Oldenburg: Vorstellung der neuen Norm DIN EN 50136-3, (VDE 0830-5-3): 2014-08, Alarmanlagen – Alarmübertragungsanlagen und -einrichtungen – Teil 3: Anforderungen an Übertragungszentralen (ÜZ)

Unitro-Nr-alarmanlagen-75

Störmeldezentrale (Quelle: Unitro)

Dieses Regelwerk legt das Minimum der Geräteanforderungen hinsichtlich Leistungseigenschaften, Belastbarkeit, Sicherheit und Betriebsicherheitsmerkmalen von Übertragungszentralen (ÜZ) fest. Sie werden in Alarmempfangsstellen installiert und in Alarmübertragungsanlagen eingesetzt.

Die Übertragungszentralen müssen mit lokalen, nationalen und Europäischen Anforderungen und Richtlinien für Verbindungen und Übertragungen über öffentliche oder private Netze übereinstimmen.

Die ÜZ muss die Kommunikation zwischen einer oder mehreren Bedieneinheiten (BE) und einer oder mehreren Übertragungszentralen bereitstellen und die Schnittelle zu einer oder mehreren Bedieneinheiten überwachen. Die ÜZ muss die Alarmübertragungsanlage (AÜA) überwachen.

Es werden Zugangsebenen festgelegt, welche die Zugangsberechtigung der Nutzer auf die ÜZ-Funktionen abstufen. Die Zugangsebenen sind wie folgt festgelegt:

  • Ebene 1 Zugang zu Anzeigen;
  • Ebene 2 Zugang zum Betriebszustand und Inbetriebnahme-Funktionen;
  • Ebene 3 Instandhaltungs-Funktionen, Zugang um die ÜZ-Konfiguration zu beeinflussen einschließlich lokaler Daten und anderen Tätigkeiten, welche direkt oder indirekt die Funktionen der ÜE nachteilig beeinflussen können;
  • Ebene 4 Zugang für Software-Austausch (Update) und schreibgeschützten Parametern.

Diese Zugangsebenen gelten nur für den logischen Zugang (z. B. nicht für den physikalischen Zugang). Der Zugang zu allen Funktionen erfordert eine Berechtigung durch einen Zugangscode.

Das Aus- und Einschalten oder ein Software Neustart darf nicht zu einem Verlust irgendwelcher Konfigurationsdaten, Aufzeichnungen oder gesicherter Alarmmeldungen führen. Die ÜZ muss nach einem solchen Ein-/Ausschalten und Software-Neustart automatisch in den normalen Betrieb zurückkehren.

Die Übertragungszentrale muss Störungen signalisieren können. Diese Störungen sollen auftreten bei BE-Schnittstellenstörung, Schnittstellenstörung zum Übertragungsnetz oder bei ÜZ-Systemausfall gemeldet werden. Der Hersteller muss in der ÜZ-Dokumentation beschreiben wie diese Störungen signalisiert sind.

Empfängt die Übertragungseinheit einen Alarm, hat die Übertragungszentrale den Alarm zu sichern und eine Quittung des korrekten Empfangs des Alarms der Übertragungseinheit zur Verfügung zu stellen. Wenn die Alarmeingänge gespeichert werden, muss die Meldung zur späteren Weiterverfolgung einen Datums und Uhrzeiteintrag enthalten.

Die Sicherung des Alarms wird durch Speicherung des Alarms im Datenspeicher der ÜZ erreicht. Die Notwendigkeit besteht hierbei, den quittierten Alarm zu sichern solange ein BE-Schnittstellenausfall vorhanden ist oder während eines Energie-Ausfalls. Gespeicherte Alarme müssen übertragen werden, sobald der Störungszustand behoben ist.

www.bfe.de/dienstleistungen/normeninformationsdienst.html