Norm zu Rechenzentren

Stromversorgung in Rechenzentren

13. November 2014

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Der komplette Titel der Norm DIN EN 50600-2-2 (VDE 0801-600-2-2):2014-09 lautet »Informationstechnik – Einrichtungen und Infrastrukturen von Rechenzentren – Teil 2-2: Stromversorgung«. In dieser europäischen Norm ist die Stromversorgung und die Stromverteilung in Rechenzentren behandelt. Basierend auf den Kriterien und Klassifikationen für »Verfügbarkeit«, »physische Sicherheit« und »Befähigung zur Energieeffizienz«.

Es werden Anforderungen an die Stromversorgung und den Stromverteilungssystemen formuliert. Auch Einrichtungen für die normale und der Notbeleuchtung werden Beschrieben. Themen wie der Potentialausgleich und Erdung, Blitzschutz oder Geräte zur Messung der Stromverbrauchskennlinien zum Thema Energiemanagement sind angesprochen.

Anforderungen an die Sicherheit und elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) liegen außerhalb des Anwendungsbereiches dieser europäischen Norm und werden in anderen Normen und Bestimmungen behandelt.

Die Verteilung des elektrischen Stroms ist einer der wichtigsten Aspekte für die Infrastruktur eines Rechenzentrums. Störungen von Spannung, Strom und Frequenz der Versorgung haben eine direkte Auswirkung auf die Betriebssicherheit. Die Primär- und Sekundärversorgungen werden normalerweise von einem Transformator bereitgestellt. Dieser befindet sich entweder innerhalb des Rechenzentrums als Eigentum des Versorgers oder des Eigentümers der Einrichtung. Auch kann der Transformator außerhalb liegen und ist damit Eigentum des Versorgers.

Die Stromversorgungs- und Verteilungssysteme für ein Rechenzentrum umfassen eine komplexe Folge von Komponenten in hierarchischer Struktur. Eine Reihe von seriellen und parallelen Untersystemen wandeln den Strom aus den Primär-, Sekundär- oder zusätzlichen Versorgungen um. Damit wird die Qualität und Verfügbarkeit des Stroms aufrechterhalten oder verbessert.

Die maximale Leistung des Stromversorgungssystems für das Rechenzentrum ist entsprechend zu bemessen, das die maximale geplante IT-Last, sowie eventuelle Reserven für spätere Erweiterungen berücksichtigt ist. Auch spielt die benötigte Kühllast des Gebäudes eine Rolle. Häufig werden Rechenzentren durch Klimaanlagen gekühlt. Ebenso die Kleingeräte-, Sicherheits-, Beleuchtungs-, Gebäude- und Energiesteuerungen oder die Verluste im Stromverteilungssystem sind für die Leistungsermittlung des Rechenzentrums wichtig.

Durch den hierarchischen Aufbau eines Stromverteilungssystems erhöhen sich die Sicherheitsrisiken auf dem Weg von den Endgeräten über den Stromverteilungsbereich zu den Primär- (oder zusätzlichen) Versorgungen.

Die Verfügbarkeit des Stromverteilungssystems hängt deshalb von den Zugangskontrollen und vom Schutz gegen interne Umgebungsereignisse ab, die für die funktionalen Elemente und die verbindenden Kabelwege zutreffen. Der Zugang zu Stromversorgungssystemen ist zu beschränken.

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