Neue Norm zu Telekommunikationsanlagen

Beeinflussung durch Drehstromanlage

14. November 2014

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Der komplette Titel der Norm DIN VDE 0845-6-2 (VDE 0845-6-2): 2014-09 lautet »Maßnahmen bei Beeinflussung von Telekommunikationsanlagen durch Starkstromanlagen – Teil 2: Beeinflussung durch Drehstromanlagen«.

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Diese Norm ist gültig für die Beeinflussung oder Störung von Telekommunikationsanlagen (TK-Anlagen) hervorgerufen durch Drehstromanlagen. Zu den Drehstromanlagen zählen sämtliche Einrichtungen, wie die Leitungsanlage, Kraftwerke, Umspann- und Schaltanlagen.

Das Regelwerk gilt uneingeschränkt für Beeinflussungen durch Drehstromanlagen mit Nennspannungen über 1 kV. Sie darf auch für Drehstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 kV (1000 V oder weniger) angewendet werden. Jedoch müssen die hier enthaltenen Festlegungen auf Anlagen solcher Art gegenständlich anwendbar sein.

Behandelt sind mögliche Beeinflussungen durch Induktive-, kapazitive- und galvanische Kopplungen eines Drehstromnetzes im Normalbetrieb und im Fehlerfall. Die Folgen daraus können Personengefährdungen, Sachschäden oder Fehlfunktionen der Telekommunikationsanlagen sein.

Anwendbar ist die Norm auf alle Telekommunikationsanlagen mit metallischen Teilen. Für Lichtwellenleiterkabel nur dann, wenn ihr Aufbau einen metallischen Leiter, einen metallischen Schirm oder eine metallische Umhüllung enthält. Bei Telekommunikationsanlagen nur mit Erdverbindungen. Sie ist für private oder öffentliche Telekommunikationsanlagen anzuwenden, die von einer oder mehreren Starkstromanlagen beeinflusst werden können. Überschrittene Grenzwerte für Spannungen oder Ströme weisen auf Beeinflussungen in Telekommunikationsanlagen hin.

Bei Beeinflussungen sind sowohl für den Normalbetrieb als auch für den Fehlerfall der Anlage Grenzwerte hinsichtlich der Personengefährdung und Sachschäden zu beachten. Funktionsstörungen müssen nur für den Normalbetrieb beachtet werden.

Zur Abschätzung der Gefährdungsmöglichkeit ist die Höhe der Beeinflussungsspannung zu berechnen. Alternativ kann die tatsächliche Beeinflussungsspannung auch gemessen werden. Sie wird bestimmt als Spannung gegen Erde, wenn die Leitung nicht mit Abschlusswiderständen gegen Erde belastet ist, z. B. bei symmetrischen Leitungen oder als Spannungsabfall am Scheinwiderstand der Schaltelemente, die gegen Erde geschaltet sind. Zum Beispiel bei Koaxialleitungen.

Als Maßnahmen gegen die Beeinflussung sind technisch, wirtschaftliche Gesamtlösungen zu finden. Welche Maßnahmen zur Erfüllung durchzuführen sind, muss aus den im Einzelfall vorliegenden Verhältnissen ermittelt werden. So sind Grenzabstände zwischen Leitungen zu beachten. Beim galvanischen Zusammenschalten von Telekommunikationskabeln unter-schiedlicher Netzbetreiber ist die Gesamtstrecke auf Beeinflussung zu untersuchen. Kabelmäntel, Schirme und Tragseile der Telekommunikationskabel müssen durchgängig verlaufen und an den Endpunkten geerdet sein.

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