Photovoltaik als ökologischer Energielieferant

Das Haus als Kraftwerk

27. Januar 2015

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Der Absatzmarkt für Solaranlagen ist in den letzten zehn Jahren in Deutschland gewachsen wie nirgendwo sonst. Die hohe Einspeisevergütung für Sonnenstrom motivierte private und institutionelle Investoren, eigene PV-Anlagen zu betreiben und den umweltfreundlichen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Die Photovoltaik als wichtiger, im Trend liegender Markt innerhalb der Gebäude- und Industrieanwendungen ist daher auf der Fachmesse Elektrotechnik vom 18. bis 20. Februar 2015 in Dortmund präsent.

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PV-Modul in Verbindung mit einem Lüftungs-Integralgerät mit Wärmepumpe, das für Heizung, Warmwasserbereitung sowie Be- und Entlüftung des Hauses zuständig ist. (Foto: STIEBEL ELTRON GmbH)

PV-Modul in Verbindung mit einem Lüftungs-Integralgerät mit Wärmepumpe, das für Heizung, Warmwasserbereitung sowie Be- und Entlüftung des Hauses zuständig ist. (Foto: Stiebel Eltron GmbH)

Jährlich werden gemäß dem Branchenführer vom Deutschen CleanTech Institut rund 7,5 Gigawatt Photovoltaik-Leistung in Deutschland installiert. Die Bandbreite der Anlagen reicht dabei von Aufdachanlagen auf privaten Einfamilienhäusern über Solaranlagen auf landwirtschaftlich oder gewerblich genutzten Flächen bis hin zu großen Freiflächenanlagen im Megawattbereich. Laut dem IEA-Bericht »Trends in Photovoltaic Applications« deckt die Photovoltaik aktuell mehr als 6 % des deutschen Strombedarfs.

Solarstromproduktion und Eigenverbrauch koordinieren

Obwohl die Bundesregierung die Subventionen mittlerweile stark gekürzt hat, lohnt sich die Installation einer PV-Anlage nach wie vor. Einerseits fließen bis zum Gesamtausbauziel von 52 Gigawatt noch Fördergelder in Neuanlagen. Andererseits kann dank selbst produziertem PV-Strom auf teuren Haushaltsstrom verzichtet werden. Dafür müssen jedoch die Stromproduktion und der Verbrauch abgeglichen werden. Die Halle 3 der Elektrotechnik thematisiert »Sicherheit und Lösungen für Gebäude«. Darin präsentiert Aussteller Stiebel Eltron seine Lösungen für das Haus der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die Energieerzeugung, ihre sinnvolle Nutzung und Speicherung sowie ein intelligentes Energiemanagement. Stiebel Eltron »verheiratet« Strom und Wärme, sagt Kommunikationsleiter Michael Birke: »Herzstück der Systeme ist immer die entsprechende Wärmepumpe. Die Kombination von Wärmepumpe mit PV-Anlage wird noch rentabler, wenn die Bauteile miteinander kommunizieren und sich abstimmen, was zu tun ist.« In der Stiebel-Eltron-Systemlösung steuert ein dynamisches Energiemanagement-System angeschlossene Geräte wie Wärmepumpe und Waschmaschine so, dass möglichst viel des günstigen PV-Stroms genutzt wird. Nicht benötigte Energie lagert das System in thermische oder Batterie-Speicher ein.

Das aktuelle Forschungsprojekt »SyncFueL« der TU Dortmund im Rahmen des Masterplans Energiewende Dortmund will ebenfalls die Solarstromproduktion und den Eigenverbrauch koordinieren. Selbsterzeugter Solarstrom soll auch am nichtheimischen Ort für die Aufladung des E-Mobils genutzt werden können, indem der Eigenstrom für den Verbrauch an einer entfernten Steckdose synchronisiert wird.

Attraktive Solarstrom-Speicher

Der Photovoltaik-Installationstester Benning PV 1-1 ist für die normgerechte, schnelle und einfache Prüfung der PV-Modulseite entwickelt worden; Foto: Benning Elektronik

Der Photovoltaik-Installationstester Benning PV 1-1 ist für die normgerechte, schnelle und einfache Prüfung der PV-Modulseite entwickelt worden; Foto: Benning Elektronik

Bundesweit nutzen nach Schätzungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) mittlerweile mehr als 15.000 Haushalte Solarstrom-Speicher, um die Möglichkeiten des Eigenverbrauchs zu verbessern. Das E-Handwerk hat die Aufgabe, ihren Kunden maßgeschneiderte Anlage-Lösungen anzubieten, damit ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist.

Photovoltaiksysteme prüfen

Seit 2009 gilt für die Prüfung eines PV-Systems die Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23). Diese umfasst die Mindestanforderungen an Dokumentation, Inbetriebnahmeprüfung und wiederkehrende Prüfungen von netzgekoppelten Photovoltaik-Systemen. Auf der Messe Elektrotechnik präsentiert Benning den Photovoltaik-Installationstester Benning PV 1-1, welcher für die normgerechte, schnelle und einfache Prüfung der PV-Modulseite entwickelt worden ist. Der PV-Tester wird heute verstärkt für Wartungs- und Servicearbeiten eingesetzt und kann über Funk mit dem Einstrahlungs- und Temperaturmessgerät Benning Sun 2 verbunden werden.

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke Nordrhein-Westfalen listet lokale, zertifizierte Fachbetriebe für die Prüfung einer PV-Anlage auf seiner Website www.feh-nrw.de unter der Fachbetriebssuche E-Check PV auf.

Forum Masterplan Energiewende: »Energiewende findet Stadt«

E-Check Plakette; Foto: E-Check

E-Check Plakette; Foto: E-Check

Gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Bevölkerung und Politik sowie Verbänden und Interessenvertretungen hat die Stadt Dortmund den »Masterplan Energiewende« erarbeitet und 214 Maßnahmen aufgestellt. Unter dem Motto »Energiewende findet Stadt« werden im Fachforum Masterplan Energiewende am 19. Februar im Elektrotechnik-Kongresszentrum die Herausforderungen einer intelligent vernetzten Stadtentwicklung diskutiert und mögliche praktische Lösungen genannt. Verschiedene Masterplanprojekte stellen sich vor. Darunter das Projekt RESETRenewable Energies in Smart factories with Electric vehiclefleeTs, welches in Dortmund eine Versuchs- und Innovationsplattform für Smart Factory-Infrastrukturen aufbauen will, in dem unterschiedliche Einspeiser und Verbraucher mit einem elektrischen Zwischenspeicher sowie einer Elektrofahrzeugflotte variabler Größe zusammengeführt werden. Das Ziel ist ein ganzheitliches Energiemanagementsystem in die Energienetze von Unternehmen zu integrieren, welches die fluktuierende Einspeisung regenerativer Energiequellen wie beispielsweise unternehmenseigener PV-Anlagen berücksichtigt. Das Detailprogramm sowie das Anmeldeformular findet sich unter www.forum-energiewende.dortmund.de.