Herbstkonjunkturumfrage des ZVEH

E-Handwerke im konjunkturellen Hoch

20. Oktober 2015

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Die Herbstkonjunkturumfrage des ZVEH zeigt: Die Betriebe sind weiterhin überaus zufrieden mit der aktuellen konjunkturellen Situation. Energie- und Gebäudetechnik ist der Hauptumsatzbringer. Allerdings bleibt der Fachkräftemangel ein gravierendes Problem.

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Gegenwärtige Geschäftslage der Elektrohandwerke; Quelle: ZVEH-Konjunkturumfrage Herbst 2015

Gegenwärtige Geschäftslage der Elektrohandwerke; Quelle: ZVEH-Konjunkturumfrage Herbst 2015

Die konjunkturelle Stimmung in den E-Handwerken liegt im Jahr 2015 weiterhin auf einem hohen Niveau. Wie die aktuelle Herbstumfrage des ZVEH zeigt, beurteilen 94,7 % der E-Handwerksunternehmen ihre Geschäftslage positiv (gut oder befriedigend). Der schon erfreuliche Vorjahreswert von 92,8 % wurde damit sogar übertroffen. Auffällig ist der Unterschied zwischen Ost und West: Während in den neuen Bundesländern 69,1 Prozent für »gut« votierten, waren es in den alten Ländern 58,8 %. Der bundesweite Geschäftsklimaindex der E-Handwerke erreicht mit 76,7 Punkten auf einer Skala von null bis hundert für die Herbstumfragen ein neues Allzeithoch.

Den meisten Umsatz erwirtschaften die Betriebe im Bereich Energie- und Gebäudetechnik gefolgt von Informations- und Telekommunikationstechnik sowie der Automatisierungstechnik.

Umsatzverteilung auf verschiedene Branchenbereiche

Umsatzverteilung auf verschiedene Auftraggeber

Größter Auftraggeber ist die gewerbliche Wirtschaft, die 38,4 % des Auftragsvolumens der E-Handwerksbetriebe ausmacht. An zweiter Stelle folgen die privaten Auftraggeber mit einem Anteil von 36,4 %. Öffentliche Auftraggeber und Wohnungsbaugesellschaften erreichen Werte von knapp über 13 bzw. 12 %. Bei über einem Viertel der befragten Betriebe haben die Aufträge seitens der gewerblichen Wirtschaft und von privaten Auftraggebern in den vergangenen sechs Monaten noch zugelegt, während im öffentlichen Segment rund 22 % der Betriebe einen Auftragsrückgang verzeichnen mussten.

Immer größeren Einfluss wird in Zukunft die Digitalisierung nehmen: 64,3 % der E-Handwerksunternehmen rechnen damit, dass die Betriebs- und Arbeitsprozesse perspektivisch stärker davon geprägt sein werden. 49,2 % gehen zudem davon aus, dass der Einsatz digitaler Medien bei der Kundenansprache und im Service an Bedeutung gewinnen wird.

Ein wichtiges Thema bleibt der Fachkräftemangel: 40,6 % der Unternehmen melden offene Stellen – und das, obwohl die Beschäftigtenzahl im vergangenen halben Jahr in 22,4 % der Betriebe bereits gestiegen ist.

Geschäftsklimaentwicklung dre letzten 10 Jahre

Geschäftsklimaentwicklung in den letzten 10 Jahren

»Das neue Allzeithoch spiegelt die vollen Auftragsbücher der Betriebe wieder«, fasst ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi zusammen. »Wir freuen uns, dass die Märkte rund um die Gebäudeautomatisierung und die Energietechnik verstärkt an Dynamik gewinnen.« Gebremst werde das Umsatzwachstum jedoch weiterhin von dem erheblichen Fachkräftemangel. »Unser Ziel bleibt, mehr junge Leute für die E-Handwerke zu begeistern.«

Die Herbstumfrage stieß zum wiederholten Mal auf eine große Resonanz. Sie erzielte eine Rücklaufquote von 23 % der knapp 5.000 stichprobenartig befragten Betriebe.

www.zveh.de