Neue Norm zu Rufanlagen in Krankenhäusern

Geräteanforderungen, Planen, Errichten und Betrieb

4. August 2016

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Der gesamte Titel der neuen Norm DIN VDE 0834-1: 2016-06 lautet »Rufanlagen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen – Teil 1: Geräteanforderungen, Planen, Errichten und Betrieb«.

Die Gültigkeit der Norm erstreckt sich über das Planen, Errichten, Ändern, Erweitern und Prüfen sowie für den Betrieb von Rufanlagen. Mit deren Hilfe können Personen herbeigerufen oder gesucht werden. Darüber hinaus können zusätzlich Informationen übertragen werden. Kennzeichnend für diese Anlagen ist eine mehr oder minder große Gefährdung, die für den Rufenden oder Dritte auftreten kann, wenn Rufe infolge einer Störung nicht signalisiert werden oder Störungen nicht rechtzeitig erkannt werden.

Rufanlagen nach dieser Norm müssen nicht der Richtlinie 93/42/EWG für Medizinprodukte oder Zubehör zu Medizinprodukten entsprechen. Der Hersteller kann im Rahmen der Zweckbestimmung entscheiden, ob die Rufanlage ein Medizinprodukt ist oder nicht. Die vom Hersteller definierte Zweckbestimmung legt den jeweiligen Anwendungsbereich einer Rufanlage fest. Planer, Errichter und Betreiber einer Rufanlage müssen die jeweilige Zweckbestimmung beachten und einhalten.

In allen Räumen und Bereichen innerhalb von Gebäuden, in denen sich Patienten oder gefährdete Personen befinden können, muss eine Einrichtung zur Rufauslösung vorhanden sein. Zum Beispiel in Patientenzimmern, Aufenthaltsräumen, Behandlungsräumen oder in Wartebereichen. An jedem Bett muss die Einrichtung zur Rufauslösung so angeordnet sein, dass ein bettlägeriger Patient diese bequem und sicher erreichen kann.

Die Ruftaste muss rot und mit einem eindeutigen Bildzeichen versehen sein. Die Oberfläche beträgt mindestens 1 cm². Beim Einbau in medizinische elektrische Geräte, z. B. in eine medizinische Versorgungseinheit, ist eine andersfarbige Taste mit rotem Bildzeichen zu verwenden.

Zum leichten Auffinden bei Dunkelheit ist in der Ruftaste oder in ihrer unmittelbaren Umgebung ein sogenanntes Findelicht vorzusehen. Bei Sonderausführungen, z. B. Zugtastern, pneumatischen Ruftastern oder mobilgetragenen Rufgeräten, kann auf dieses Findelicht verzichtet werden.

Die Auslösung des Rufes erfolgt unmittelbar mit Ruftaste oder in deren unmittelbaren Nähe.Das Signal steht mindestens bis zur Rufabstellung an und wird  durch eine Beruhigungslampe optisch dauerhaft signalisiert. Kann bei Sonderausführung für bestimmte Anwendungen, z. B. Zugtaster oder pneumatische Ruftaster, diese optische Anzeige nicht in unmittelbarer Nähe des Betätigungselementes untergebracht werden, so muss als Bestätigung trotzdem die Rufauslösung deutlich erkennbar sein.

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