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90 Jahre Elektro-Lühning in Bremen

In dritter Generation

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Stellen Sie sich einmal vor: Sie sind Elektromeister und möchten sich selbständig machen. Ein Auto haben Sie aber nicht, das Werkzeug passt in einen Rucksack, und wenn Ihr Fahrrad einen »Platten« hat, laufen Sie zum nächsten Kunden. Ach ja, und »Google Maps« war bestenfalls etwas zum Naschen.

Die Gründerjahre

Bild 1: Arbeit konnte auch in den 1920er-Jahren Spaß machen
Bild 1: Arbeit konnte auch in den 1920er-Jahren Spaß machen
Jedoch machte sich Johannes Lühning genau in dieser Montur auf den Weg zu seinen ersten Auftraggebern, nachdem am 18.9.1926 der »Startschuss« für seine Firma »Elektro Lühning« gefallen war: Mit Fahrrad und Rucksack. Seine Frau Wilhelmine unterstützte ihn dabei tatkräftig (Bild 1). Der erste Standort befand sich in der Hoffnungsstraße, bevor die Familie 1938 an die heutige Adresse in der Wartburgstraße (damals: Landwehrstraße) umzog.

Doch wie so vielen erging es auch den Lühnings nicht anders: Im Krieg wurde praktisch die gesamte Bausubstanz des Firmengebäudes zerstört, und man musste von ­vorne beginnen. Es entstand ein Neubau (Bild 2a), der mit der Zeit aufgestockt wurde, bis letztlich die heutigen Geschäftsräume entstanden (Bild 2b).

Der Weg zum Traditions­geschäft

Doch von Haushaltsgeräten allein konnte sich auch damals kein Elektrobetrieb aufrecht erhalten. Eine der Kernkompetenzen, die Elektro Lühning neben den Privatkunden bis heute hat, sind Industrieinstallationen und -anlagenbau. Und Industrie bedeutete in einer Hafenstadt eben auch, Hafengebäude zu installieren. Für seinen Vater, Hans-Joachim Lühning, der 1950 in den elterlichen Betrieb eintrat, wurde somit der Wiederaufbau der Hafengebäude und Hafenanlagen zu einer Art Lebenswerk. Die Leitung des Familienbetriebes hatte er von 1983 bis 2000 inne, ehe wiederum der Sohn und ­heutige Inhaber das Geschäft am 1.1.2001 übernahm.
Bild 2a: Der Neuanfang kurz nach dem zweiten Weltkrieg sah so aus...
Bild 2a: Der Neuanfang kurz nach dem zweiten Weltkrieg sah so aus...
Während des gesamten Zeitraumes – von den Nachkriegsjahren bis heute – konnten die Bewohner von Walle sich im Ladengeschäft immer auch über zeitgemäße Elektrogeräte informieren und unverbindliche Ratschläge einholen (Bild 3). »Darauf sind wir natürlich schon ein bisschen stolz und heben uns dadurch auch von den heute üblichen Discountern ab«, so Gaby Lühning, »auch wenn das mit der Laufkundschaft bedingt durch den Wegfall vieler Geschäfte stark abgenommen hat. Früher war das hier eine reine Einkaufsstraße.«
Bild 2b: ... während sich dem Besucher das Ladengeschäft heute so präsentiert
Bild 2b: ... während sich dem Besucher das Ladengeschäft heute so präsentiert

Große Auswahl auf kleiner Fläche

Trotz des enormen Preisdrucks von außen will man vom Weg der guten Beratung nicht abweichen, und sie berichtet auch von so manchem »Aha-Erlebnis«, das Kunden hatten, wenn diese sich im Laden umsahen und feststellten, dass die Auswahl riesig ist. Und sollte ein Gerät nicht direkt betrachtet werden können, so ist es innerhalb kurzer Zeit per Bestellung vor Ort. Für den Kunden, der sich lieber zuerst von zu Hause aus informiert, gibt es eine Homepage (www.elektro-luehning.de), die man von einem externen Dienstleister pflegen lässt. Hier findet sich ein breites Spektrum aller Elektrogeräte, die man für einen Haushalt brauchen kann. Doch nicht nur das: Der Interessent kann sich auf der Internetseite auch direkt und übersichtlich über Testergebnisse vieler Geräte informieren, ob Waschvollautomaten oder Küchen- und Kaffeemaschinen.
Bild 3: Der Kunde ist König und Beratung wird noch groß geschrieben – Gaby und Norbert Lühning in Kundengesprächen
Bild 3: Der Kunde ist König und Beratung wird noch groß geschrieben – Gaby und Norbert Lühning in Kundengesprächen
Besondere Aufmerksamkeit schenkt Gaby Lühning auch der Gestaltung des Verkaufsraums: »Wir gestalten unseren Ausstellungsraum nach einem jahreszeitlichen Angebot, wie zum Beispiel eine größere Auswahl von Leuchten in der dunklen Jahreszeit oder die Weihnachtsausstellung, die sehr gut bei unseren Kunden ankommt.« Allerdings sei die Nachfrage bei hochwertigen Leuchten doch stark zurückgegangen, und so passte man dieses Segment einfach den Kundenwünschen an.

Kompetent – vielfältig – freundlich, so würde sie die eigene Firma beschreiben, die heute insgesamt acht Mitarbeiter und einen Auszubildenden zum Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik ständig beschäftigt. Diese arbeiten auch gern bei Elektro Lühning, stellenweise so gern, dass sie ihr komplettes Arbeitsleben mit mehr als  50 Jahren dort verbrachten, was Gaby Lühning resümieren lässt: »Etwas wertvolleres als zuverlässige Mitarbeiter gibt es für einen Betrieb nicht.«
Über den Autor
Autorenbild
Marcel Diehl

Redaktion »de«

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