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AFDD nach DIN VDE 0100-442

Brandschutzschalter inzwischen von sechs Anbietern

Auf einen Blick

Anbieterübersicht Wir listen alle Anbieter auf, die derzeit in Deutschland mit einem Brandschutzschalter am Markt präsent sind Ausblick Weitere Anbieter werden folgen, voraussichtlich noch in diesem Jahr

Brandschutzschalter sind laut DIN VDE 0100-420 mit Übergangsfrist bis zum 18.12.2017 vorgeschrieben für Endstromkreise bis 16 A, die sich in Räumen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial befinden (Für Details siehe die Fachbeiträge »Schutz gegen thermische Auswirkungen« in »de« 7.2016  und »Brandschutzschalter nun vorgeschrieben« in »de« 4.2016). Demzu­folge bieten die Hersteller nun zweipolige Geräte an.  

Die verfügbaren AFDD im Überblick

Nachfolgend eine kurze Übersicht in alphabetischer Reihenfolge:

  • ABB: Der Brandschutzschalter mit inte­griertem Sicherungsautomat (MCB) von ABB, genannt »S-ARC1« (Bild 1) ist ab April 2017 lieferbar. Das Gerät ist einpolig geschützt und zweipolig schaltend für ­Bemessungsströme von 6 A bis 20 A in B- oder C-Charakteristik. Zu seinen Merkmalen gehören ein Bemessungsschaltvermögen von 6 kA und ein LED-Indikator, der die Ursache der Auslösung anzeigt. Die Einspeisung kann wahlweise von oben oder von unten erfolgen. Eine einfache Querverdrahtung, zum Beispiel zu einem FI-Schutzschalter, ist im hinteren Klemmenbereich möglich.
  • Doepke: Der Brandschutzschalter von ­Doepke (Bild 2) kombiniert drei Funk­tionen auf 3 TE Breite. Eine FI/LS-Kombination ist mit einem AFDD-Modul gekoppelt. Das Gerät gibt es in Stromstärken von 10 A bis 40 A, mit Leitungsschutz-Charakteristik B oder C, außerdem in einer kurzzeitverzögerten Variante.
  • Eaton: Der AFDD von Eaton ist 3 TE breit, LS, RCD und AFDD sind in einer Einheit zusammengefasst (Bild 3). Die »AFDD+« genannten Geräte gibt es mit Nennströmen von 10 A bis 40 A, Bemessungsfehlerströmen von 10 mA und 30 mA sowie Auslösecharakteristiken B und C; das Auslöseverhalten ist wahlweise unverzögert oder kurzzeitverzögert.

Bilder 1 bis 3: Brandschutzschalter von ABB, Doepke und Eaton

  • Hager: Bei Hager finden auf 2 TE ein AFDD und ein LS-Schalter Platz (Bild 4). Es gibt zwei Ausführungen, die sich im Nennstrom des LS-Schalters unterscheiden (10 A und 16 A, jeweils in B-Charakteristik). Eine RCD käme als separates Gerät hinzu. Die Anschlüsse des AFDD entsprechen nicht den üblichen Installationsgewohnheiten in Deutschland: Die Einspeisung erfolgt von oben, der Anschluss für den N-Leiter befindet sich links. Will man den AFDD mit einer RCD verbinden, in­stalliert man die beiden Geräte besser übereinander, nicht nebeneinander.
  • Schneider Electric: Den Brandschutzschalter von Schneider Electric (Bild 5) ist 2 TE breit, neben dem AFDD befindet sich in dem Gehäuse ein LS-Schalter. Zur Wahl stehen zwei Varianten in Auslösecharakteristik B, mit Nennströmen von 10 A bzw. 16 A. Die Einspeisung erfolgt bei diesem Gerät von oben, der N-Leiter-Anschluss befindet sich links.
  • Siemens:  Der Brandschutzschalter von Siemens (Bild 6) ist nur 1 TE breit. Er muss allerdings ergänzt werden um einen LS-Schalter oder eine FI/LS-Kombination, so dass man in Summe auch hier auf eine Breite von 2 TE oder 3 TE kommt. Diese ergänzenden Komponenten müssen zwingend auch von Siemens stammen, eine Kombination mit Produkten anderer Hersteller ist nicht möglich.

Bilder 4 bis 6: Brandschutzschalter von Hager, Schneider Electric und Siemens

Eine Kombination AFDD/LS ohne RCD ist nur bei Hager, Schneider Electric und Siemens möglich, jeweils in einer Breite von 2 TE. Kommt ein RCD hinzu, so sind die Lösungen von Doepke, Eaton und Siemens jeweils 3 TE breit, Hager und Schneider Electric kommen (mit einer separaten RCD) auf 4 TE (siehe Tabelle).

Tabelle 1: Die Anbieter und die möglichen Kombinationen im Überblick
Tabelle 1: Die Anbieter und die möglichen Kombinationen im Überblick

Eine Funktionsprüfung ist übrigens bei ­einem AFDD nicht erforderlich, da das Gerät laut Produktnorm zyklisch einen Selbsttest durchführt. Enthält die Kombination eine RCD, so muss diese weiterhin regelmäßig geprüft werden.

Abschließende Bemerkung

Wer die Bilder und die technischen Eigenschaften aufmerksam betrachtet, wird feststellen, dass sich die Produkte teilweise stark ähneln. Das ist kein Zufall – nicht jeder Anbieter produziert den AFDD selbst.

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Über den Autor
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Dipl.-Ing. Andreas Stöcklhuber

Redaktion »de«

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