Intelligente Renovierung eines 60er-Jahre-Altbaus

Umbau zu einem Smart Home

29. Juni 2018

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Ein junges Paar hat für sich und seinen künftigen Nachwuchs ein 60er-Jahre-Altbau in ein großzügiges und modernes Smart Home umgebaut. Das moderne Zuhause lässt sich jetzt sogar übers Smartphone von der Ferne aus bedienen.

Im Stuttgarter Umland hat ein junges Paar ein klassisches 60er Jahre Haus in ein modernes Smart Home umgebaut

Im Stuttgarter Umland hat ein junges Paar ein klassisches 60er Jahre Haus in ein modernes Smart Home umgebaut; Fotos: Ulrich Beuttenmüller für Gira

Der Bestandsbau stammte aus dem Jahr 1964 und umfasste eine Wohnfläche von etwa 120 m2. Damit war er für die potenziell wachsende Familie etwas knapp bemessen, zumal keine zusätzlichen Kellerflächen zur Verfügung stehen. Zugleich war eine Kernsanierung sinnvoll und nötig. Statt eines bisher einstöckigen Wintergartens entschied sich die Familie für einen Anbau auf einer massiven Bodenplatte, der sich über zwei Etagen erstreckt. Parallel wurde die Fläche im Dachgeschoss deutlich erweitert mit zwei großen Gauben jeweils über die komplette Zimmerbreite hinweg. In Summe stehen jetzt Wohnflächen von reichlich 150 m2 zur Verfügung.

»Im Zuge der Kernsanierung haben wir uns auch für ein neues Heizsystem entschieden«, berichtet Bauherr Felix Essig. »Die ineffizienten Nachtspeicheröfen wurden ersetzt durch einen modernen Gas-Brennwertkessel in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.« Der Ertrag der PV-Anlage wird primär für den Eigenbedarf genutzt und ein Brauchwassertank damit erwärmt. Auf eine Fußbodenheizung hat das Paar bewusst verzichtet, da durch deren Aufbau die Räume etwa 10 cm an Höhe verloren hätten. Da das Haus für die Photovoltaik nicht perfekt ausgerichtet ist, sind jetzt sowohl die Ost- als auch die Westseite des Daches mit insgesamt 33 PV-Elementen mit einem besonders hohen Ertrag von 80% belegt. Ist der Eigenbedarf im Haus gedeckt, wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Steuerung über KNX

Im Zuge des Umbaus wurde ein KNX System installiert, so dass sich alle Funktionen des Smart Homes zentral und sogar aus der Ferne steuern lassen

Im Zuge des Umbaus wurde ein KNX System installiert, so dass sich alle Funktionen des Smart Homes zentral und sogar aus der Ferne steuern lassen

Bereits sehr früh war klar, dass Familie Essig ein Smart Home wollte: »Wenn wir das Haus schon komplett sanieren und alle Elektroleitungen erneuern mussten, konnten wir auch gleich die Basis für ein intelligentes Zuhause legen«, führt Felix Essig weiter aus. Parallel zu den Elektrokabeln wurden so noch KNX-Steuerleitungen, das elektrische Nervensystem hinter dem Smart Home, verlegt. Mit KNX haben sich die Bauherren für einen herstelleroffenen und internationalen Standard entschieden, der bereits seit über 25 Jahren am Markt ist. Programmiert hat der erfahrene System-Integrator Bastian Niemann von clever4home. Ein leistungsstarker Gira HomeServer steuert das Smart Home und ist sozusagen das »Gehirn« im Hintergrund.

Via KNX laufen jetzt die Beleuchtung, Jalousien, Türkommunikation – Heizung und Musik, Fenster- und Türkontakte sind ebenfalls eingebunden. So lassen sich alle Leuchten via Smartphone bedienen und auch präzise dimmen, komplexe Lichtszenen werden auf Knopfdruck abgerufen. Auf einem Gira Tastsensor – einem programmierbaren Schalter – an der Tür ist beispielsweise die clevere Szene »zentral aus« hinterlegt: Mit ihr wird im Haus komplett das Licht abgeschaltet sowie die Musik und definierte Steckdosen, wie die fürs Bügeleisen, deaktiviert. Die Jalousien fahren dank einer Zeitschaltung automatisch morgens hoch bzw. abends herunter, in Kombination mit der Gira Wetterstation fahren sie zudem ein, wenn es zu stark windet.

Steuerung des Smart Home von unterwegs

Mit einer Gira HomeServer App lässt sich das Haus auch übers Tablet steuern

Mit einer Gira HomeServer App lässt sich das Haus auch übers Tablet steuern

Dank der installierten Fensterkontakte können die jungen Eltern vor Verlassen des Hauses kurz schauen, ob alle geschlossen sind. Haben sie das versäumt, weil es schnell gehen musste, schauen sie einfach von unterwegs aus über die Gira HomeServer App, ob alles OK ist. »Sehr beliebt ist auch die Einzelraumregelung der Heizung«, weiß Bastian Niemann. »Mit ihr lassen sich ganz einfach für jeden Raum individuelle Heizzeiten und -temperaturen abspeichern. Ist die Familie im Urlaub, können sie kurz vor der Rückkehr das Haus wieder auf Wohlfühlwärme aufheizen.« Ebenfalls praktisch während der Urlaubszeit: Eine Anwesenheitssimulation spielt dann automatisch die Licht- und Jalousiebewegungen von zwei aufgezeichneten Wochen ab, so dass nicht erkennbar ist, dass keiner daheim weilt.

Bedient wird das intelligente Haus via Smartphone, Tablet oder aber über die fest in der Wand installierten Touchpanels: Ein großes Display hängt zentral im 1. Obergeschoss, der kleinere Gira G1 in der zweiten Etage. Hiermit lassen sich alle Funktionen bedienen, Zeitschaltuhren einrichten, die Werte der Wetterstation aufrufen, Jalousien betätigten, die Heizung regulieren oder einsehen, wo noch Fenster geöffnet sind.

Die Haustechnik ist im Erdgeschoss untergebracht, die Komponenten der PV-Anlage, der Wassertank sowie die Smart Home Steuerzentrale, der Gira HomeServer

Die Haustechnik ist im Erdgeschoss untergebracht, die Komponenten der PV-Anlage, der Wassertank sowie die Smart Home Steuerzentrale, der Gira HomeServer

In den Fluren schalten Gira Automatikschalter bzw. Präsenzmelder das Licht immer dann, wenn jemand vor Ort ist, und automatisch später auch wieder aus. Im Falle eines Brandes bzw. bei Rauchentwicklung warnen zuverlässig die an den Decken installierten Rauchwarnmelder. Dank einer Kamera und der Türkommunikation sieht die Familie zudem, wer am Gartentor klingelt, kann Einlass gewähren oder eben nicht. Für noch mehr Sicherheit ließe sich später auch ein Alarmsystem mit den Fenster- bzw. Türkontakten koppeln. Bei dem Versuch des unerlaubten Öffnens würde dann der Bauherr oder gleich eine Sicherheitsfirma alarmiert.

»Dank des KNX-Systems ist die Familie für alle Eventualitäten vorbereitet«, weiß Bastian Niemann. »Gibt es später Ideen und Wünsche, das Smart Home in seiner Funktionalität zu erweitern, lässt sich das mit geringem Aufwand und vor allem ohne Aufhacken der Wände problemlos realisieren. Aktuell wollen wir noch ein paar passende Lichtszenen abspeichern und evtl. kommt in näherer Zukunft noch ein CO2-Melder hinzu.« Aber auch völlig neue Komponenten und Technologien lassen sich in ein paar Jahren noch in das KNX-System integrieren – ein großer Vorteil des herstelleroffenen und gewerkeübergreifenden Standards.

www.gira.de

 

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