Frauen im Handwerk immer stärker

Elektronikerin dominiert bei EuroSkills

29. Oktober 2018

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Elektronikerin Diana Reuter gewann die Silbermedaille in der Disziplin Elektroinstallation und wurde zur »Best of Nation«, zur Besten aller deutschen Teilnehmer, gekürt. Sie war gleichzeitig die erste weibliche Mitstreiterin in ihrer Kategorie. 23 Fachkräfte in 20 Disziplinen gingen für Team Germany bei den EuroSkills, den Europameisterschaften der Berufe, an den Start.

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Diana Reuter

Diana Reuter aus Hammelburg, Silbermedaillengewinnerin und beste deutsche Teilnbehmerin bei den Euroskills in Budapest; Bildquelle: © F. Erpinar

Die EuroSkills 2018 fanden vom 26. bis 28. September in Budapest statt. Das deutsche Team holte 3 Mal Gold, 3 Mal Silber und 2 Mal Bronze sowie 7 Mal die Medal of Excellence. Die Nachwuchstalente kommen aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Dienstleistung. Vor rund 100.000 Besuchern erreichten die Teilnehmer 17 Auszeichnungen, Deutschland ist daher erneut unter den Top 5 Nationen Europas.

CWS-boco als Presenter-Partner und Ausstatter von Team Germany begleitete die Jungtalente von ihrer Vorbereitung bis zum Wettbewerb und Siegerehrung. Besonders waren die Verantwortlichen von Elektronikerin Diana Reuter beeindruckt. Die 22-Jährige ging in der Disziplin Electrical Installations für Deutschland an den Start. Sie gewann die Silbermedaille und wurde zur »Best of Nation« – zur Besten aller deutschen Teilnehmer – gekürt. »Sie war die erste weibliche Teilnehmerin in der Kategorie, gleichzeitig ist sie durch ihre hohe Punktzahl die beste Teilnehmerin aus Deutschland. Das ist sehr beeindruckend«, erklärt Ingeborg Mell, EuroSkills Expertin bei CWS-boco, die Reuter häufig während der Vorbereitung besuchte und sie in Budapest anfeuerte.

Die Elektronikerin aus dem fränkischen Hammelburg zählt zu den besten Junghandwerkern in Bayern: Prüfungsbeste ihrer Innung, Landessiegerin und zweite Bundessiegerin im vergangenen Jahr beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Daher wurden ihr bereits vor den EuroSkills beste Chancen ausgerechnet. Ingeborg Mell vom Sponsor CWS-boco traf Diana Reuter nach dem Wettbewerb zum Interview.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg! Hast du während des Wettkampfs damit gerechnet?

Diana Reuter: Vielen Dank für die Glückwünsche. Mit so einem tollen Ergebnis habe ich während des Wettkampfes nicht gerechnet. Jedoch habe ich immer gehofft, dass meine Leistung reicht, um unter die Top 3 zu kommen. Es war einfach schwierig abzuschätzen, wie gut die anderen sind und vor allem, wie weit die anderen Teilnehmer gekommen sind. Mit dem Preis »Best of Nation« habe ich zu keinem Zeitpunkt gerechnet.

Was hat dein Arbeitgeber zu deinem erfolgreichen Abschneiden gesagt?

Diana Reuter während des Wettbewerbs

Diana Reuter während des Wettbewerbs; Bildquelle: © F. Erpinar

Diana Reuter: Mein Arbeitgeber war richtig begeistert. Mein Chef hat damit gerechnet, dass ich das Mittelfeld belege. Dass ich so gut abschneide, hat ihn im positiven Sinne überrascht. An meinem ersten Arbeitstag wurde ich auch mit einem kleinen Stehempfang und einem großen Blumenstrauß in der Firma begrüßt.

Gegen wie viele Kontrahenten bist du dort angetreten?

Diana Reuter: Wir waren eine ziemlich große Gruppe mit insgesamt 15 Teilnehmern.

Du warst in deiner Fachrichtung die einzige Frau. Und die erste, die in der deutschen Mannschaft startet. Ist es schwer, sich in dieser Branche als Frau zu behaupten?

Diana Reuter: Nein, überhaupt nicht. Meine Kollegen akzeptieren mich total und behandeln mich ganz normal. Das war früher sicherlich anders, aber heute ist das kein Problem mehr.

Welche Ausbildung hast du gemacht und wo bist du zurzeit beschäftigt?

Diana Reuter: Ich habe im Bundeswehrdienstleistungszentrum in Hammelburg Elektronikerin gelernt, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Seit August 2017 arbeite ich bei der Scheba GmbH in Schweinfurt.

Was gefällt dir am besten an deinem Beruf?

Diana Reuter:  Am liebsten arbeite ich im Schaltschrankbau, verdrahte also die elektrischen Komponenten von zum Beispiel Fertigungsmaschinen oder Industrierobotern.

Wie hast du dich auf Budapest vorbereitet?

Diana Reuter bei der Siegrehrung mit Silbermedaille und deutscher Flagge

Diana Reuter bei der Siegerehrung mit Silbermedaille und deutscher Flagge; Bildquelle: © F. Erpinar

Diana Reuter: Eine intensive Vorbereitung ist wichtig, denn die Konkurrenz ist stark. Ich habe zusätzlich ein einwöchiges Training im Ausbildungszentrum BFE in Oldenburg absolviert, eine einwöchige Vorbereitung in der Schweiz, bei der auch die Schweizer und österreichischen Teilnehmer mittrainierten, und für alle deutschen Teilnehmer gab es noch ein Vorbereitungstreffen bei Worldskills Germany in Esslingen.

Das deutsche Team wird von CWS-boco mit mehreren Outfits ausgestattet. Warst du mit eurer Kleidung zufrieden?

Diana Reuter: Ja, jeder Teilnehmer wird für die Wettbewerbe, offizielle Auftritte und die Freizeit von CWS-boco mit Berufskleidung ausgestattet. Natürlich sahen wir von allen Ländern am Professionellsten aus.

Weitere Informationen zu CWS-boco und den EuroSkills gibt es auf www.cws-boco.de/euroskills2018.

 

Kommentare aus der Community (1)

  1. Das finde ich ja super zu sehen, dass der Beruf auch Frauen anzieht und man durch solche Wettbewerbe sehen kann, dass auch Frauen eine gute Arbeit leisten – wenn nicht sogar eine bessere als Männer…wenn man an gewisse Berufe denkt, dann denkt man ja fast ausschließlich nur an Männer…Feuerwehrmann, Müllmann, Elektriker…da sieht man auch, wie viel Einfluss die Sprache auf unser Denken hat…Gendern ist also nicht so unnötig wie es von manchen angenommen wird.


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