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Praxisfrage

Abnahme ausgewechselter Leuchtenbänder in Industriebetrieb

In einem Industriebetrieb wurden (nicht von mir) vorhandene Leuchtenbänder gegen eine LED-Beleuchtung ausgewechselt. Dabei wurden nicht nur die Leuchtmittel, sondern die gesamten Leuchten getauscht. Nun soll ich dafür ein Prüfprotokoll erstellen, in dem die korrekte Arbeitsausführung bestätigt wird. Die Berechnung der Beleuchtungsstärke usw. kam von einem Leuchtenplaner, ich soll die elektrische Ausführung prüfen. Da ich vorwiegend im privaten Wohnungsbau tätig bin, bin ich mir nicht sicher, welche Besonderheiten in der Industrie zu berücksichtigen sind. Insbesondere habe ich Fragen zu folgenden Punkten:

  • Installation eines Brandschutzschalters: Muss für einen metall- und kunststoffverarbeitenden Betrieb ein Brandschutzschalter vorgesehen werden, sofern die Leuchten an einphasigen Stromkreisen angeschlossen sind?
  • Verzicht auf Überspannungsschutz: Darf man auf einen Überspannungsschutz verzichten, wenn es der Kunde wünscht? Laut DIN VDE 0100-443 meiner Meinung nach »nein«. Demgemäß müsste man von der Einspeisung bis zu den Leuchten einen 3-stufigen Überspannungsschutz nachrüsten. Könnte man anderenfalls darauf verzichten, falls der Industriebetrieb über eine eigene Trafostation versorgt wird?
  • RCDs im industriellen Umfeld: Sind in industriellen Anlagen für Leuchtenstromkreise RCDs vorgeschrieben oder kann man ggf. darauf verzichten (im privaten Wohnungsbau sind, soweit mir bekannt ist, RCDs nur für Steckdosen aber nicht für Leuchten vorgeschrieben)?
  • Inhalte des Prüfprotokolls: Genügen im Prüfprotokoll die Werte für den Isolationswiderstand, die Schleifenimpedanz und Durchgängigkeit des Schutzleiters (ggf. noch Auslösezeit und Auslösestrom der RCD) oder müsste ich noch zusätzliche Werte ermitteln?
M. R., Nordrhein-Westfalen

Expertenantwort vom 25.02.2019
hoermann
Werner Hörmann

Gelernter Starkstrommonteur und dann viele Jahre als Projektant für Schaltan­lagen und Steuerungen bei Siemens tätig. Aktive Normung in verschiedenen Komitees und Unterkomitees der DKE. Seine Spezialgebiete sind u. a. die Er­richtungsbestimmungen nach DIN VDE 0100 (VDE 0100) – insbesondere Schutz gegen elektrischen Schlag –, die Niederspannungs-Schaltanlagen nach DIN EN 60439 (VDE 0660-500 bis -514) oder das Ausrüsten von elektrischen Maschinen nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1). Werner Hörmann ist Verfasser zahlreicher Beiträge in der Fachzeitschrift »de« sowie Autor diverser Fachbücher.

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