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Praxisfrage

Abschaltbedingung bei SK-I-Verteilern

Sehr geehrter Herr Hörmann, Sie schreiben im Beitrag Auswechseln von SK-I-Wohnungsverteiler , dass bei 63 A-Sicherungen ein Abschaltstrom von mindestens 320 Ampere zum Fließen kommen muss. Diesen Wert konnte ich in der von Ihnen genannten VDE-Norm auch nachvollziehen. Bei zahlreichen E-Checks ermittelte ich jedoch einen Kurzschlussstrom »I k« größer 1.000 A bei der Konstellation »Leitung 5 x 6 mm² mit 3 x 35 A gL-Sicherungen beim Zählerabgang« in der Unterverteilung gemessen. Der Zählerschrank befindet sich im Treppenhaus/Keller, die Unterverteilung in der Wohnung. Wir reden also nicht von einem in einem gemeinsamen Gehäuse kombinierten Zählerschrank/Verteilung. Somit wäre für mich die Sache eigentlich eindeutig, dass ich keine plausible Begründung gegenüber dem Auftraggeber habe, warum die SK-I-Unterverteilung gegen ein SK-II-Gehäuse getauscht werden muss, sofern das Blechgehäuse geerdet ist. Was mich irritiert ist Ihr Satz: »Ausgehend davon, dass eine Sicherung von 63 A zum Abschalten in 5 s einen Abschaltstrom von 320 A benötigt – siehe hierzu Beiblatt 2 zu DIN VDE 0100-520:2010-10 -, dürfte die Schleifenimpedanz vom Netztransformator bis zum Verteiler der Schutzklasse I nur 0,72 Ω betragen, was in den meisten elektrischen Anlagen, auch bei einem TN-System, kaum zutreffend sein wird.« Ob man Kurzschlussstrom oder Schleifenimpedanz misst, ist meines Wissens nach die Entscheidung des Prüfers. Somit kann ich jetzt nur Aussagen über den gemessenen Kurzschlussstrom treffen. Rechnerisch müsste ein gemessener Kurzschlussstrom von 1.000 A ja bei 230 V / 1.000 A = 0,23 Ω liegen. Da dieser bei den Hauptzuleitungen meist höher als 1.000 A liegt, war für mich die Sache klar, dass ich nicht mit spitzem Bleistift nachrechnen muss, ob der Wert »noch zulässig« ist. Ihre Aussage, dass die Schleifenimpedanz von maximal 0,72 Ω kaum einzuhalten sei, verwirrt mich nun etwas. Habe ich die Messungen etwa falsch ausgeführt, wenn ich bei der Hauptzuleitung (gemessen Phase1/2/3 gegen N und Phase1/2/3 gegen PE) regelmäßig Werte größer 1.000 A Kurzschlussstrom erhalte? Oder beziehen sich Ihre Erfahrungswerte ggf. auf große Industrieanlagen mit ewig langen Leitungslängen und in einem Mehrfamilienhaus mit 7 Etagen sind Werte größer 1.000 A durchaus realistisch? Bitte entschuldigen Sie mein Unverständnis diesbezüglich. Bei diesen alten Blechverteilern habe ich ständig Bauchschmerzen, diese einfach mit neuen Sicherungen zu bestücken. Aber solange ich dem Auftraggeber (sozialer Wohnungsbau) keine handfeste Begründung liefere, die einen Austausch unumgänglich macht, ist dieser natürlich nicht gewillt, wegen einem »ist halt sicherer, besser, moderner, zukunftsfähiger« die Mehrkosten zu tragen. Dem Auftraggeber ist lediglich wichtig, dass die vorgeschriebenen Grundanforderungen erfüllt werden, um im Schadensfall nicht zur Verantwortung gezogen werden zu können. Somit kann ich mich nur auf Vorschriften berufen und ihn nicht von dem überzeugen, was eigentlich sinnvoller und besser wäre. Wenn Sie aber der Meinung sind, eine Schleifenimpedanz von 0,72 Ω sei in TN-Systemen kaum zutreffend, habe ich ja möglicherweise etwas falsch gemessen oder falsch verstanden? M. R., Nordrhein-Westfalen

Expertenantwort vom 24.03.2017
hoermann
Werner Hörmann

Gelernter Starkstrommonteur und dann viele Jahre als Projektant für Schaltan­lagen und Steuerungen bei Siemens tätig. Aktive Normung in verschiedenen Komitees und Unterkomitees der DKE. Seine Spezialgebiete sind u. a. die Er­richtungsbestimmungen nach DIN VDE 0100 (VDE 0100) – insbesondere Schutz gegen elektrischen Schlag –, die Niederspannungs-Schaltanlagen nach DIN EN 60439 (VDE 0660-500 bis -514) oder das Ausrüsten von elektrischen Maschinen nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1). Werner Hörmann ist Verfasser zahlreicher Beiträge in der Fachzeitschrift »de« sowie Autor diverser Fachbücher.

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