Praxisfrage

AFDD in barrierefreie Wohnungen?

Frage gestellt am 12. März 2018

, ,

Folgendes Problem gilt es zu bearbeiten.

Das das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat sich vor einiger Zeit zum Thema Brandschutzschalter geäußert. Daraus geht hervor, dass es nicht zwingend erforderlich wäre, in gewissen Bereichen AFDD einzubauen.

Aus meiner Sicht kann sich das BMUB nicht über technische Regelwerke hinweg setzen. In einer Baumaßnahme müsste ich nach DIN VDE 0100-420 AFDD einsetzen. Der zuständige Fachingenieur bezieht hierzu folgende Meinung.

Text im Original:

»…. das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat zu dieser Norm im Anhang reagiert. Ich werde diesbezüglich eine Berechnung vorlegen, die einen Einbau nicht zwingend erforderlich machen. Hier haben die Hersteller mal wieder negativen Einfluss auf den Normenausschuss gehalten, um Ihre Produkte unters Volk zu bringen …«

Wie können wir uns rechtssicher schützen? Im Schadensfall wird erst mal der ausführende Elektriker in die Verantwortung genommen. Ich bin auf die Meinungen der Fachwelt gespannt.

R. R., Rheinland-Pfalz

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Wie es mit der scheinheiligen Begründung des AFDD aussieht habe ich in bei einer anderen Frage vor kurzem bereits dargestellt.

    http://www.elektro.net/praxisprobleme/fehlerlichtbogen-schutzeinrichtung-afdd-fuer-buerostromkreise-ueber-schreinerei/

    Daraus ergibt sich, daß der RCD 30 mA oder 10 mA als FI /LS mit hoher Wahrscheinlichkeit eine größere Brandschutzwirkung in einphasigen Endstromkreisen entwickelt als der AFDD, wie sich aus Statistiken der USA seit 1980 ergibt.

    Leider ist eine solche zentrale Statistik für Deutschland nicht verfügbar, wie viele Feuerwehrorganisationen bedauern, da man nur daraus wirkliche Ursachen erkennen könnte und dann gezielt gegensteuern kann.

    Zu einer internationalen Statistik des Weltfeuerwehrverbandes CTIF liegen aus Deutschland seit 2012 keine Daten mehr vor – ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Zum konkreten Bereich des von betreutem Wohnen gibt es von einer deutschen Feuerwehrorganisation BFVA eine Statistik zu Bränden in sozialen Einrichtungen seit 2012 bis aktuell – ( bis Mitte Januar 484 Brände).
    Davon sind 150 Brände nicht näher bezeichnet, 159 Brände sind dem Thema vorsätzliche, grobfahrlässige und fahrlässige Brandstiftung zuzuordnen.
    Es gibt zwar 175 Brände in denen elektrische Betriebsmittel befangen sind, aber allein 66 Fälle sind Herde, Herdplatten, Toaster, Microwellen u.ä. auf und in denen Topflappen unter leeren Töpfen gekocht, Essen vergessen, Kirschkernkissen erwärmt u.a. nicht Gebrauchsgerecht bedient wurde.
    Das sind alles Ursachen bei denen sicher ein AFDD nicht Brand verhindernd war, sondern eine Ursache sicher die ungenügende Ausstattung der Einrichtungen mit qualifiziertem Pflegepersonal ist, daß gegebenenfalls falsche Handlungsweisen rechtzeitig erkennen könnte. Ein Thema, daß sicher die Politik und nicht die DKE und der Elektroinstallateur lösen muß.
    Bei den restlichen 109 Fällen, d.h. weniger als 23 % ist erschreckend, daß 41 Fälle elektrische Betriebseinrichtungen, wie Notlichtanlagen, BHKW, Lüftungsanlage u.ä.
    betrafen, was ebenfalls durch einpolige AFDD nicht hätte abgewendet werden können aber auf ungenügenden Wartung, Prüfung und Bedienung schließen läßt, d.h. das gleiche Kostenproblem wie die Betreuung.
    Weiter 20 Fälle betreffen Trockner und Waschmaschinen, die aber nicht im Wohnbereich des betreuten Wohnens stehen, sondern in separaten Hausarbeitsräumen.
    Daher liegt die offensichtlich aus dem Bauch heraus getroffenen Entscheidung des
    Normengremiums hier falsch und gibt die falsche Richtung vor, wo der AFDD installiert werden soll.
    Noch besser wäre es den AFDD so zu fordern, daß er direkt den auch durch das IFS Kiel erkannten problematischen Betriebsmitteln im Gerät oder Stecker zugeordnet wird,
    was nach VDE 0140 möglich und zulässig ist.
    13 weiter Fälle betreffen Batterie betriebene Geräte wie Rollatoren.
    Es verbleiben ein paar Röhrenfernsehgeräte, Heizdecken, Heizlüfter, Kühlschränke u.a.
    wobei hier keine Angabe erfolgt, ob diese entsprechend DGUB V3, da die betreute
    Einrichtung diese unterliegt auch regelmäßig geprüft wurden.
    Kindergärten wurden in dieser Statistik nicht erfaßt.
    Aus einer Statistik des Feuerwehrforums ergeben sich nur 40 Brände in Kitas und Heimen zwischen 2008 und 2018 bei ca. 17.500 erfaßten Brandeinsätzen.
    Davon haben nur 5 eine elektrischen Ursache, wovon 4 kein richtiger Brandausbruch war, sondern nur 2 defekte Kondensatoren in Leuchten mit Rauch, 2 x Isolationsfehler in einer Leitung mit vermutlich Fehlerlichtbogen, die aber durch vorhanden Sicherungen,
    vermutlich LS und FI abgeschaltet wurden.
    Nur in einem Fall kam es in einem Baracken förmigen Objekt südlich von Leipzig vor einigen Jahren vermutlich zu einem Kabelband. Wobei aus Brandfotos ersichtlich ist,
    daß es sich um alte Installation handelt, d.h. Aufputz, vermutlich 2 adrig TN-C, klassische Nulllung ohne RCD. Da der AFDD nicht für Nachrüstung vorgesehen ist,
    wäre auch hier die Anwendung nicht gegeben.
    Bei den Kindergärten ist kein einziger Todesfall verzeichnet, da das Betreuungspersonal
    immer rechtzeitig evakuiert hat, bzw. sich Brände außerhalb der Betreuungszeiten
    ereigneten.
    Ein verantwortungsvolles Normengremium wird sich sicher mit diesen Fakten beschäftigt und daraus die bekannten Schlüsse gezogen haben.
    Das einzige Problem an den benannten Werten ist, daß nach den Angaben der CTIF
    sich in Deutschland jährlich zwischen 2002 und 2011 von 180 T bis 200 T Brände ereigneten. Die Daten der benannten Statistiken beziehen sich auf jährlich um weniger
    als 2000, wobei anzumerken ist, daß auch das IFS Kiel als auch der GDV keine anderen Gesamtzahlen bekannt geben und nur mit Teilzahlen arbeiten.


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