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Praxisfrage

Nachweis der Berührungsspannung unter 50V

In unserer Sortieranlage werden unter anderem Behälter auf einer Kommisionierlinie befördert. Die Rollen werden von einzelnen Motorrollen betrieben, welche von Netzteilen mit 24V versorgt werden. Die Netzteile sind in Metallgehäusen montiert, welche entlang des Gestells der Kommisionierlinie elektrisch leitend verbunden angebracht sind. Das Gestell ist in einen Potentialausgleich mit einbezogen. Die Spannungsversorgung erfolgt über einen Schaltschrank, in welchem 3-polige Leitungsschutzschalter der Fa. Siemens Typ 5SY4 310-8 verbaut sind. Die Verteilung geschieht über eine halogenfreie Mantelleitung 5x2,5 mm² welche über 5 polige Installationssteckverbinder der Firma Wago Serie 770 System Winsta gekoppelt sind. So werden bei einer Linie 19 Netzteile versorgt, beim ersten Netzteil kann ein Schleifenwiderstand Phase-Schutzleiter von 0,366 Ohm gemessen werden. Die Schleife Phase – Neutralleiter wird mit 0,607 Ohm gemessen. Am Netzteil, welches am Ende dieser Linie liegt, beträgt die gemessene Schleife Phase – Schutzleiter 0,900 Ohm. Die Schleife Phase – Neutralleiter am letzten Netzteil beträgt 1,62 Ohm. Der gemessene Spannungsfall der Schleife Phase – Neutralleiter beträgt an der Einspeisung des letzten Netzteil 5,78%. Der Offset wurde dabei am Leitungsschutzschalter gemacht. Nimmt man an, dass bei Schutz durch Abschaltung im TN-System bei einem D10 Leitungsschutzschalter im Fehlerfall ein Strom von mindestens 200A bzw. 300A (Sicherheitszuschlag 2/3 Z) zu erreichen ist, muss der Schleifenwiderstand unter 1,15 Ohm bzw. 0,77 Ohm liegen. Bei der Erstprüfung wurden hier 0,870 Ohm gemessen, welcher schon damals über dem angegebenen Grenzwert von 0,73 Ohm lag. Deshalb wurde ein „Nachweis der Berührungsspannung unter 50 Volt geführt“. Vorgegebener Sollwert des Schutzleiterwiederstands Gehäuse – Niederspannungsverteilung PE-Klemme ist hier 0,25 Ohm. Eine Berechnung, Begründung für diesen Wert liegt nicht vor. Gemessen wird und wurde hier am Gehäuse ein Schutzleiterwiderstand von 0,01 Ohm. Meine Fragen zu diesem Thema: Besteht die Möglichkeit auf die Messung der Fehlerschleife zu verzichten. da die Anlage über einen sehr guten Potentialausgleich verfügt, nachgewiesen über mehrere Messungen an den Gehäusen? Wäre es korrekt den Schutz bei direktem Berühren nur auf den Nachweis der Berührungsspannung unter 50 V zu beschränken? Was muss bei der Gefährdungsbeurteilung aufgrund des ungenügenden Widerstands der Fehlerschleife beachtet werden, wie z.B etwaiges Verkürzen der Prüfintervalle bzw. vermehrte Schutzleiterwiderstandsprüfungen an den Gehäusen? Welche Abschaltbedingungen gelten hinsichtlich eines Leiterkurzschlusses, da der Widerstand Schleife Phase – Neutralleiter relativ schlecht ist und der Spannungsfall ebenfalls. Das Messgerät MTech von Gossen Metrawatt gibt hier die gleichen Grenzwerte für den Kurzschlussstrom vor wie bei Messung der Schleife Phase – Schutzleiterstrom.

PP20010

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