Home Praxisprobleme Messen, Prüfen und Schutzmaßnahmen Potentialausgleich bzw. Erdung an metallischen Konstruktionsteilen

de+ Inhalt
Praxisfrage

Potentialausgleich bzw. Erdung an metallischen Konstruktionsteilen

Wir sind ein kleiner mittelständischer Elektrobetrieb, welcher sich auf die Errichtung und die Installation von Schaltanlagen (bis 1000V) der Wasserver- und -entsorgung für Kommunen und Zweckverbände spezialisiert hat. Bei einer Abnahme unserer Anlagen durch das Ingenieurbüro der Elektrotechnik traten folgende Fragen auf, welche wir nach längerer Recherche in den VDE-Bestimmungen und anderen Normen nicht zur Zufriedenheit beantworten konnten. 1) Müssen Elektro-Installationsrohre aus Aluminium am Potentialausgleich oder an das Schutzleitersystem mit angeschlossen werden? 2) In wie weit müssen metallische Konstruktionen in den Potentialausgleich mit eingebunden werden? 3) Welche Kriterien müssen bei metallischen Konstruktionen/Verbindungen – welche aus unterschiedlichen Materialien bestehen – beachtet werden (auch bezüglich der Verbindungstechnik von elektrischen Leitern Klemmstellen)? Erläuterungen zu 1) Ein Hochbehälter besteht in der Regel aus einem Raum, welcher sich vom Untergeschoss (UG) bis zum Erdgeschoss (EG) erstreckt. Wobei das EG in den meisten Fällen und in diesem speziellen Fall nur eine Art Galerie zum UG gesehen darstellt. Die Schaltanlage befindet sich auf eben dieser Galerie und die Verrohrung (Wasserrohre) der Behälterkammern ist im UG des Gebäudes. Das UG ist über eine Treppe von der Galerie aus erreichbar. In den eigentlichen Behälterkammern, in denen das Wasser gelagert wird, werden außer Lichtstrahlern keine Installationen ausgeführt. In einem solchen Hochbehälter für Trinkwasser verlegten wir die Kabel und Leitungen auf Kabelrinnen aus Metall, in Kabelkanälen aus Kunststoff, sowie in Elektro-Installationsrohren aus Aluminium. Alle Kabel, welche den Schaltschrank verlassen, werden durch einen Durchbruch in der Decke auf der darunter liegenden Kabelrinne verteilt. Von der Kabelrinne zweigen je nach Anwendung Kabelkanäle oder Elektro-Installationsrohre ab, welche aber nicht mechanisch mit der Kabelrinne verbunden sind. Die Kabelrinnen wurden von uns in den Potentialausgleich mit einbezogen, jedoch nicht die Elektro-Installationsrohre. Dies bemängelte das Ingenieurbüro. Wir sind jedoch der Meinung, dass es sich bei den Elektro-Installationsrohren nicht um ein »fremdes, leitfähiges Teil« im Sinne von VDE 0100 Teil 410 Abs. 2.3.3 handelt, welches in den Potentialausgleich mit einbezogen werden muss. Auch die Durchgängigkeit des Schutzleiters greift in diesem Falle nach unserer Meinung nicht eindeutig, da hier nur von Kabelkanälen die Rede ist, und nicht von Kabeltragesystemen im Allgemeinen. In der VDE 0113 Teil 1 wird unter Punkt 8.2.3 Abs. 3 für die durchgängige Verbindung des Schutzleiters gefordert: »Flexible oder starre metallische Leitungskanäle ... dürfen nicht als Schutzleiter benutzt werden. Trotzdem müssen solche metallischen Leitungskanäle ... mit dem Schutzleitersystem verbunden werden.« Nach unserer Ansicht tgrifft diese Aussage nicht für Elektro-Installationsrohre zu, da ein Elektro-Installationsrohr ein reines Kabeltragesystem darstellt und hier keine elektrischen Betriebsmittel montiert werden können/dürfen, was jedoch bei Kabelkanälen oder Kabelrinnen der Fallist. Die Elektro-Installationsrohre dienen unserer Meinung nach nur dem mechanischen Schutz und der Führung des Kabels, der Leitung. Sie verlassen in unserem Fall weder den Raum noch das Gebäude oder werden durch Mauern durchgeführt, noch werden daran elektrische Betriebsmittel montiert. Somit kann dadurch kein elektrisches Potential einschließlich des Erdpotentials eingeführt werden. Erläuterungen zu 2) Inwieweit müssen metallische Konstruktionen, z.B. Treppengeländer aus Metall (von der »Galerie« – EG – in das UG), einhängbare metallische Leitern (welche an fest montierten Haltebügeln in den Wasserkammern eingehängt sind), Drucktüren der Wasserkammern, sowie metallische Geländer in der Wasserkammer (z.T. auch nur Ständer mit Ketten verbunden), in den Potentialausgleich mit einbezogen werden, wenn Sie die Beschreibung des oben genannten Hochbehälters zu Grunde legen? Erläuterungen zu 3) Da die Hochbehälter nicht immer über ein Fernmeldekabel an die Zentralen angebunden sind, werden die Daten oft per Funk (NöDatFu) an die Zentrale weitergegeben. Dazu müssen wir Antennenanlagen installieren. Diese bestehen im Regelfall aus einer Wandhalterung oder einem Mast, an dem die Antenne montiert wird, und der Antenne selbst. Die Antennen und Masten beziehen wir im Regelfall komplett von einem Lieferanten. Nun bemängelt das Ingenieurbüro, dass die Antenne aus Aluminium, die Befestigung der Antenne aus Edelstahl und der Mast – je nachdem, ob es sich um eine Wandhalterung handelt oder um einen Antennenmast – aus Aluminium oder aus verzinkten Stahl ist. Wir sollen die Konstruktion korrosionsfrei herstellen. Wir führten an, dass es sich bei der kompletten Konstruktion um ein von uns zugekauftes Produkt handelt und nicht um eine von uns »zusammengebastelte« Konstruktion. Das Ingenieurbüro verlangt nun einen Nachweis bzw. eine »Unbedenklichkeitsbescheinigung« über die Korrosionsfreiheit der Konstruktion. Eine Nachfrage bei unserem Lieferanten brachte uns nur insoweit weiter, als dass wir zu hören bekamen, das diese Kombinationen schon tausendfach eingesetzt wurden und dass dies noch nie bemängelt wurde. Außerdem sei er nur Zwischenhändler und kaufe die Produkte auch nur ein. Eine Recherche im Internet brachte uns auch nicht weiter. Hier wird zwar immer wieder von »galvanischer Korrosion« und der »Spannungsreihe der Metalle« gesprochen, doch es wird nirgends erwähnt, in welchem Abstand die verschiedenen Metalle in der Elektro- und in der Verbindungstechnik zueinander sein dürfen oder aber welche Metalle/Leiter miteinander verschraubt/verbunden werden dürfen. Das Ingenieurbüro bemängelte ebenfalls, dass wir den verzinkten Bander der an einer Potentialausgleichsschiene aus Edelstahl anschlossen. Die Potentialausgleichsschienen fordert unser Kunde aber in Edelstahl. Auch hier tritt, so das Ingenieurbüro, das Problem der »galvanischen Korrosion« auf. W. K., Bayern

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Nullam pellentesque malesuada arcu dignissim pellentesque. Vestibulum vitae ex in massa aliquam lobortis ac sit amet elit. Phasellus blandit lectus ac dui pharetra, ac faucibus diam commodo.

Weiterlesen mit de+ Inhalt


  • Zugriff auf alle Inhalte des Portals
  • Zugriff auf das Online-Heftarchiv von 1999 bis heute
  • Zugriff auf über 3000 Praxisprobleme
  • Jede Praxisproblem-Anfrage wird beantwortet

Praxisproblem einzeln kaufen und direkt darauf zugreifen

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Nullam pellentesque malesuada arcu dignissim pellentesque. Vestibulum vitae ex in massa aliquam lobortis ac sit amet elit. Phasellus blandit lectus ac dui pharetra, ac faucibus diam commodo. Phasellus blandit lectus ac dui pharetra, ac faucibus diam commodo. Phasellus blandit lectus ac dui pharetra, ac faucibus diam commodo.

Nulla pharetra ultricies velit in fermentum. Sed et laoreet mi, nec egestas lorem. Mauris vel eros convallis, sollicitudin erat a, pulvinar turpis. Vestibulum vel orci et ligula sollicitudin aliquam. Curabitur quis massa porta, gravida eros eget, imperdiet ex. Ut eu vulputate tellus, quis fermentum nulla. Aenean fermentum nisl sed augue venenatis, a vulputate nunc iaculis. Nam ut lorem fringilla, venenatis libero vel, dignissim mi. Etiam vel enim eget erat congue eleifend. Morbi efficitur dolor ac blandit fermentum.


Newsletter

Das Neueste von
elektro.net direkt in Ihren Posteingang!