Praxisfrage

Potentialausgleich und Überspannungsschutz in Bürogebäude

Frage gestellt am 10. Juli 2018

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Sehr geehrte Damen und Herrn, ich habe folgende Fragen zum Überspannungsschutz und Potentialausgleich.
Wir installieren ein Bürogebäude mit einer ganzen Reihe technischer Einrichtungen auf dem Dach und im Außenbereich. Wie ist hier mit dem Potentialausgleich und Überspannungsschutz umzugehen?
Auf dem Dach gibt es eine große Lüftungsanlage welche mit einem Kabel NYCWY 4×95/50qmm eingespeist wird (Kabelweg ca. 20m auf dem Dach und nochmal 30m im Gebäude). Nach Vorschrift müssen alle Kabel bei Gebäudeein- bzw. austritt mit einen Überspannungsschutz ausgestattet werden, was in der Praxis mit solch großen Querschnitten schwer umsetzbar ist. Nach Aussage der Blitzschutzfirma ist es in dem Fall auch möglich den Überspannungsschutz nicht bei Gebäudeaustritt sondern im Anschlusskasten der Lüftungsanlage auf dem Dach zu setzen, wenn die Blitzschutzanlage so angelegt ist, dass kein Blitz auf die Lüftungsanlage bzw. den Kabelweg übergreifen kann.
Was sagen sie dazu, kann das so ausgeführt werden?
Bei den Kabeln mit kleineren Querschnitten ist es zwar gut möglich den Überspannungsschutz bei Gebäudeeintritt zu setzen, allerdings hat man dort das Problem, dass natürlich kein Fundamenterderanschluss in der Nähe ist. Diesen müsste man sich erst aus dem Erdgeschoß heranziehen, was aber eigentlich die Bedingung eines kurzen Leitungsweges zur Haupterdungsschine nicht erfüllt. Was wäre hier zu tun?
Zum Potentialausgleich hätte ich folgende Fragen:
Auf dem Dach werden alle metallischen Konstruktionen wie Lüftungsanlage, Trassen, Rohrleitungen und Gestelle miteinander verbunden. Wie muss jetzt die Zuleitung mit der Erdungsanlage verbunden werden, über den Blitzschutzableiter oder über die Haupterdungsschiene im Gebäude? Wenn man die Zuleitung auf die Haupterdungsschine des Gebäudes zieht besteht doch die Gefahr sich den Blitz direkt ins Haus zu holen. Wenn ich aber die Zuleitung mit der Blitzschutzanlage auf dem Dach verbinde hätte ich keine Trennung zwischen Erdungsanlage und Blitzschutzanlage und damit keine Abschirmung des Kabelweges, was aber Bedingung für die oben erwähnte Variante für den Überspannungsschutz der Lüftungszuleitung wäre? Spielt das überhaupt eine Rolle, da ja sowieso Blitzschutz und Erdungsanlage über den Fundamenterder miteinander verbunden sind?
Wie ist im Außenbereich mit den metallischen Elementen zu verfahren, welche teilweise sehr weit vom Gebäude entfernt sind aber auch mit Leitungen aus dem Gebäude versorgt werden?
Sind auch diese separat zu erden und mit der Hauptpotentialausgleichsschiene im Gebäude zu verbinden? Auch hier würde man sich doch damit die Überspannung ins Haus holen? Wir haben metallische Elemente an der Schranke, dem Schiebetor, der Zaunanlage, dem Lichtmasten, den Säulen für die Sprechanlage und ein Metallgerüst für eine Überdachung. Erdungsanschlüsse sind hier an keinem Gehäuse vorhanden. Bei den Lichtmasten gibt es nur Anschlüsse für den Schutzleiter der Zuleitung, reicht das aus?
M. K., Sachsen-Anhalt

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