Praxisfrage

Separat verlegter N-Leiter für Steuerstromkreis

Frage gestellt am 13. August 2018

,

Ich möchte noch einmal auf das Praxis­problem »Querschnitt des N-Leiters für Steuer­stromkreis bei Blindstromkompensation« zurückkommen. Der Abgriff der Phase der Steuerspannung im Kompensationsfeld bietet die größte Sicherheit zur Vermeidung von Fehlern in Bezug auf den Anlagen- und Personenschutz, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Ihr Vorschlag zum Anschluss der Steuerspannung würde zwar kein »Grübeln« über den N-Leiterquerschnitt verursachen, dies jedoch nur auf Kosten der Sicherheit zur Vermeidung von Fehlern, was sicherlich in niemandes Interesse liegt. Deshalb ist die Klärung des N-Leiterquerschnittes von größerer Bedeutung. Sicherlich würde mindestens der halbe Querschnitt der Außenleiter des Dreiphasen-Systems normativ allen Anforderungen genügen. Aus physikalischer Sicht verursacht er jedoch unnötige Kosten.
Deshalb stellt sich für mich die Frage: Ist der Querschnitt von 1,5 mm² auch normativ zulässig?

A. K., Baden-Württemberg

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Es ist m.E. schade, dass der Anfragene A.K nicht an der ursprünglichen Stelle weitermacht.
    https://www.elektro.net/praxisprobleme/querschnitt-des-n-leiters-bei-blindstromkompensation/
    Dann ließe sich das leichter weiter verfolgen. Die Aussage
    „Der Abgriff der Phase der Steuerspannung im Kompensationsfeld bietet die größte Sicherheit zur Vermeidung von Fehlern in Bezug auf den Anlagen- und Personenschutz, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.“ sollte man einmal diskutieren dürfen, vielleicht stellt der Kollege einmal seine Auffassung vor anstelle darauf zu verzichten.

    Wenn von einem Stromkreis eine Phasenspannung abgegriffen wird, gehört wegen der
    Vollständigkeit des Stromkreises auch der Gegenpol, d.h. an gleicher Stelle hier die Neutralleiterspannung dazu, einmal wegen der Nachvollziehbarkeit, der besseren Sicherheit, z.B. mit zweipoligen Schaltgeräten, der Prüfbarkeit der Anlage und nicht
    zuletzt aus Gründen der EMV und Spannungsverschleppung.
    Es bleibt bei gefordertem System mit getrenntem N und PE z.B. TN – S nur die Varianten,
    a) beide Pole an einem fünfadrigen Kabel vor Ort abzugreifen mit dem Problem, daß diese mehrheitlich mit vollem N Querschnitt hergestellt werden und damit physikalisch und wirtschaftlich unnötig Material vergeudet wird
    b) Die Steuerspannung mittels eines Steuertrafos 400 V / 230 V zu gewinnen
    c) Die Steuerspannung zweipolig mit geringerem Querschnitt parallel zum
    Leistungsanschluss separat zuzuführen, was bei größeren Anlagen durchaus ein
    wirtschaftlicher Vorteil ist, da der N und L Querschnitt dann erheblich abgesenkt
    werden könnten.
    Nur einen getrennten N zuzuführen wäre Murx. Alle drei Varianten lassen sich auch bei bestehenden Anlagen die derzeit in TN – C nur vieradrig / dreieinhalbadrig eingespeist werden anwenden. So wäre eine Umstellung auf TN – S möglich, wenn zur Kompensation ein separater PE Leiter verlegt wird, der im Betriebsfall defacto stromlos ist und dann Variante a) angewendet wird.

  2. (PP-18-130, Zusatzanfrage zu PP18121 „Querschnitt des N-Leiters bei Blindstromkompensation“)
    Ich möchte aber auch noch den Punkt Sicherheit erläutern, den ich im Beitrag (Anfrage) erwähnt habe, auf den ich jedoch nicht näher eingegangen bin, da er für das angefragte Thema N-Leiterquerschnitt nicht relevant ist, der aber bei den Redakteuren Interesse gezeigt hat.

    Das Zu- und Abschalten von Leistungskondensatoren und Kondensatorbatterien ist aufgrund der extrem hohen Einschaltströme (bis zu mehreren 100-fachem I-Nenn) und der Kondensator-Ladungsenergie beim Ausschalten mit besonderer Lichtbogengefahr behaftet. Deshalb streben wir größte Sicherheit auch bei Fehlverhalten bei der Bedienung an. Es sollte soweit wie möglich sichergestellt werden, dass die Kondensatorbatterien nicht mit der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung, meist Sicherungslasttrenner oder Sicherungstrennleisten, zu- bzw. abgeschaltet werden. Dies wird erreicht, in dem die Steuerspannungsphase nach der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung abgenommen wird und nicht vor dieser Trenneinrichtung oder gar von einer Fremdspannung bereitgestellt wird.

    Durch den Abgriff der Steuerspannungsphase im Kompensationsfeld, der werksseitig hergestellt wird, ist gewährleistet, dass die Steuerspannungsphase nach der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung abgenommen ist und somit die Schütze der einzelnen Kondensatorstufen beim Zuschalten der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung nicht eingeschaltet sind. Dadurch treten die Kondensator-Einschaltströme nicht beim Zuschalten der Einspeise-Trenneinrichtung auf sondern erst beim Einschalten der dafür vorgesehenen speziellen Kondensatorschütze. Wird die Steuerspannung vor der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung abgenommen, können die Schütze der Kondensatorstufen eingeschaltet werden und eingeschaltet sein bevor bzw. während die lastseitige Trenneinrichtung zugeschaltet wird.

    Beim Ausschalten der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung bei zugeschalteter Kompensationsanlage wird durch den Abgriff der Steuerspannung nach der lastseitigen Einspeise-Trenneinrichtung gewährleistet, dass, die Schütze der Kondensatorstufen auch sofort abgeschaltet werden und auftretende Lichtbogenströme unterbrechen, früher als die Kondensatoren entladen sind.

    Dadurch können sowohl Personen- wie auch Anlageschäden verhindert oder zumindest vermindert werden. Der Abgriff der Steuerspannung in der NSHV muß kundenseitig durchgeführt werden und birgt damit die Gefahr, dass er nicht nach der lastseitigen Trenneinrichtung ausgeführt wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    A. K., Frako Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH i.V.


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