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Praxisfrage

Zweiter Isolationsfehler im IT-System bei DC

Meine Frage beschäftigt sich mit dem Verhalten bei einem zweiten Isolationsfehler in Gleichstromsystemen ohne Mittelleiter. Es geht dabei um die Formeln in DIN VDE 0100-410, Abs. 411.6.4, Absatz a), Anmerkung 2: Zs ≤ U / 2 · Ia bzw. Z ’s ≤ U0 / 2 · Ia , mit:

  • U0  – Nennwechselspannung oder Nenngleichspannung zwischen Außenleiter und Neutralleiter oder Mittelleiter, wie zutreffend;
  • U – Nennwechselspannung oder Nenngleichspannung zwischen Außenleitern;
  • Zs – Impedanz der Fehlerschleife, bestehend aus dem Außenleiter und dem Schutzleiter des Stromkreises;
  • Z ’s – Impedanz der Fehlerschleife, bestehend aus dem Neutralleiter und dem Schutzleiter des Stromkreises;
  • Ia – Strom, der die Funktion der Schutzeinrichtung innerhalb der in 411.3.2.2 für TN-Systeme oder der in 411.3.2.3 geforderten Zeit bewirkt.
Der Faktor 2 in beiden Formeln berücksichtigt, dass beim gleichzeitigen Auftreten von zwei Fehlern die Fehler in verschiedenen Stromkreisen bestehen können. Warum wird hier mit dem zweifachen Ausschaltstrom Ia gerechnet? Wie ist denn Ia definiert? In diesem Zusammenhang möchte ich mich auf das Bild 13 zum Beitrag »IT-Systeme im Spiegel der Norm – ein Überblick (Teil 2)«, »de« 3.2019 beziehen (Bild 1). Die abgebildeten Betriebsmittel BM1 und BM2 können doch unterschiedlich abgesichert sein, z. B. BM1 über F3 u. F4 mit je 10 A und BM2 über F5 u. F6 mit je 15 A. Wie sieht es beim zweiten Fehler im Hauptstromkreis aus (F1 und F2)? Muss hier auch mit dem zweifachen Ia gerechnet werden? H. G., Bayern

Expertenantwort vom 25.03.2019
hoermann
Werner Hörmann

Gelernter Starkstrommonteur und dann viele Jahre als Projektant für Schaltan­lagen und Steuerungen bei Siemens tätig. Aktive Normung in verschiedenen Komitees und Unterkomitees der DKE. Seine Spezialgebiete sind u. a. die Er­richtungsbestimmungen nach DIN VDE 0100 (VDE 0100) – insbesondere Schutz gegen elektrischen Schlag –, die Niederspannungs-Schaltanlagen nach DIN EN 60439 (VDE 0660-500 bis -514) oder das Ausrüsten von elektrischen Maschinen nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1). Werner Hörmann ist Verfasser zahlreicher Beiträge in der Fachzeitschrift »de« sowie Autor diverser Fachbücher.

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