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Moderne Gebäudeinstallation

Die Zukunft steckt in der Einfachheit!

Zwei Elektriker bei der Installation
(Bild: Christian Schwier)

Steckbare Elektroinstallation ist eins der zukunftsweisenden Themen in der modernen Gebäudeinstallation und erfreut sich bei Elektroplanern und -installateuren zunehmend an Beliebtheit. Aus gutem Grund: Sie ist die Antwort auf wichtige Entwicklungen in der Gebäudebranche und bietet einen modernen Ansatz der Gebäudeinstallation. Wer sich mit der Zukunft der Gebäudebranche auseinandersetzt, wird daher nicht umherkommen, sich auch mit dem Thema steckbare Elektroinstallation zu beschäftigen.

Elektroinstallationen stecken statt klemmen – was in Deutschland für viele Elektroinstallateure und -konstrukteure noch die Ausnahme ist, gehört in Ländern wie den Niederlanden und Schweden im Gebäudebau bereits zum Standard. Steckbare Gebäudeinstallation ist die Plug&Play-Variante der Elektroinstallation, die Zeit sparen, Fehler vermeiden und Wartungen verringern soll. Steckverbindersysteme, wie beispielsweise WINSTA® von WAGO, bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Komponenten und konfektionierten Leitungen, die im Vorfeld der Installation passend zur jeweiligen Anwendung geplant, gefertigt und auf der Baustelle dann einfach gesteckt werden. Im Vergleich zur konventionellen Installation wird durch das einfache Stecken ein Stromkreis bis hin zum Verbraucher in kürzester Zeit fertiggestellt – 100 % Fehlsteckschutz inklusive. Doch wann macht der Einsatz steckbarer Installation überhaupt Sinn?

Computer-Simulation
(Bild: GettyImages)

Steckbare Elektroinstallation im Überblick

Steckverbindersysteme sind vor allem für den Einsatz in Infrastrukturgebäuden gedacht. Durch ihre Standardisierung und Vorfertigung können sie den Bauablauf enorm erleichtern und finden daher immer häufiger Beachtung. Insbesondere bei Gebäuden mit sich wiederholenden oder im Raster geplanten Installationsanforderungen spielt steckbare Installation ihre Vorteile aus. In Schweden wird sie beispielsweise bereits seit über 25 Jahren eingesetzt, um die Elektroinstallation in Büros, Krankenhäusern und Schulen deutlich zu vereinfachen. Hier wurde früh erkannt, dass die Arbeitszeit im Vergleich zur herkömmlichen Installation mit Arbeiten, wie der Skalierung von Kabeln und der manuellen Verbindung in Boxen, um durchschnittlich 50 % verkürzt werden kann. Typische Anwendungen sind zum Beispiel Leuchteninstallationen in abgehängten Decken, die Elektroinstallation in Brüstungskanälen und Hohlwänden sowie die Installation von Bodentanks und Systemverteilern in aufgeständerten Böden.

Steckbare Elektroinstallation ist dabei nicht nur eine neue Möglichkeit, Gebäude schneller und moderner zu installieren. Sie ist vor allem eine wichtige Antwort auf bedeutende, sich seit Jahren abzeichnende Trends der Gebäudebranche:

1. Die Art, wie wir Gebäude nutzen, wird sich ändern. 

Gebäude sind heute schon mit viel Technik ausgestattet. Mit Blick auf Megatrends wie die fortschreitende Digitalisierung und New Work ist davon auszugehen, dass wir zukünftig noch mehr Technik in Gebäuden verbauen, während diese gleichzeitig immer flexibler werden muss. Neue Raumkonzepte, Multi-Use-Gebäude und Co-Working-Spaces erfordern flexible Raumgestaltungen (wie bspw. schnell versetzbare Wände und Raumtechnik) und dezentralisierte Lösungen. So müssen sowohl die Gestaltung der Räume als auch die Technik schnell auf die jeweiligen Anforderungen anpassbar sein. 

2. Die Art, wie wir Gebäude bauen, wird sich ändern und damit auch die Anforderungen an Elektriker.

Die veränderte, flexiblere Gebäudenutzung hat auch Auswirkungen darauf, wie wir Gebäude von vornerein bauen. Insbesondere bei Zweckgebäuden, wie z. B. Bürogebäuden oder Krankenhäusern, setzt sich das modulare Bauen bzw. Bauen nach dem Baukastenprinzip bereits heute durch – so lassen sich Gebäude viel schneller und einfacher erweitern und umnutzen, was auf lange Sicht Fläche und Ressourcen spart. Beim modularen Bauen wird grundsätzlich mit Hohlraumkonstruktionen gearbeitet, die ideal für steckbare Installation sind. Für Elektriker bedeutet das zukünftig eine zusätzliche Erweiterung ihrer Kompetenzen: Systemanpassungen und Installationsänderungen sind dann wichtige Anforderungen. 

Ein weiterer Punkt, der durch das modulare Bauen gefördert wird, ist die Schwerpunktverlagerung der Elektroinstallation von der Fertigung auf der Baustelle in die Planungsphase. Da auf Baustellen selbst immer weniger Zeit zur Verfügung steht, werden zukünftig Systeme gebraucht, die bereits im Vorfeld detailliert geplant und gefertigt werden können und bei der Installation nur noch wenig Zeit in Anspruch nehmen. Die Digitalisierung der Baubranche, beispielsweise durch „Building Information Modeling“ (BIM), unterstützt diesen Trend weiter. Elektriker werden daher bereits in der Vorproduktion wichtig. 

3. Die Ansprüche, die wir an Gebäude stellen, wandeln sich.

Gebäude müssen energieeffizienter werden. Die unter 1. und 2. genannten Punkte zahlen hier bereits drauf ein. Aber auch der komplette Lebenszyklus eines Gebäudes wird wichtiger. Es setzen sich nicht nur digitale Planungsmethoden, wie BIM, durch, auch Themen wie die integrale Planung, bei der alle am Bau Beteiligten von vornerein zusammenkommen und ihre Gewerke aufeinander abstimmen, gewinnen an Bedeutung. Die so vorgelagerte und intensivere Planungsphase spart am Ende Zeit und Kosten, da Bauverzögerungen und unnötige Schnittstellenanpassungen vermieden werden. Das bestärkt einmal mehr, dass Elektriker vermehrt in der Vorfertigung gebraucht werden.

(Bild: WAGO)

Fazit

Steckbare Gebäudeinstallation ist ein aktuelles Thema, das verschiedenen Trends der letzten Jahre folgt. Besonders beim Bau von Infrastrukturgebäuden mit sich wiederholenden Anforderungen und im Modulbau nimmt diese moderne Form der Gebäudeinstallation eine wachsende Rolle ein und unterstützt gleichzeitig das Elektrohandwerk, neuen Anforderungen im Gebäude zu begegnen und diesen gerecht zu werden. Es lohnt sich daher, das Thema im Blick zu behalten.

Über die Firma
Wago Kontakttechnik GmbH & Co.KG
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