Praxisfrage

Befähigte Person zum Prüfen von ortsveränderlichen Betriebsmitteln

Frage gestellt am 20. März 2017

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Hiermit wende ich mich, als VdS-Sachverständiger zum Prüfen von elektrischen Anlagen und verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK – externer Dienstleister) an Sie, mit der Problematik der Auswahl einer befähigten Person zum Prüfen von elektrischen ortsveränderlichen Betriebsmitteln (Wiederholungsprüfungen).

Gemäß der TRBS 1203-1 sowie BG-Vorschriften und BG-Informationen, ist für die sichere Durchführung von elektrischen Prüfungen und der Beurteilung der Messergebnisse, eine hohes Fachwissen, Erfahrung und entsprechende Qualifikation notwendig.

Leider gibt sowohl die TRBS als auch die BG-Vorschriften eine recht große Interpretation und damit verbundene Freiheit, bei der Umsetzung der Vorschriften und Auswahl der Befähigten Personen.

Unumstritten ist (für mich) der Punkt:

  • Berufsausbildung

Jedoch gibt es sicherlich Erklärungsbedarf für:

  • Berufserfahrung
  • Zeitnahe berufliche Tätigkeit

Sowie

  • »Durchführung von mehreren Prüfungen pro Jahr (Erhalt der Prüfpraxis)«
  • »Bei längerer Unterbrechung der Prüftätigkeit müssen durch die Teilnahme an Prüfungen Dritter erneut Erfahrungen mit Prüfungen gesammelt und die notwendigen fachlichen Kenntnisse erneuert werden«

Nun zu meinem »speziellen« Fall:

Als externer Dienstleister VEFK für eine Behörde, kam ich zum Entschluss, dass die Wiederholungsprüfungen von ortsveränderlichen Betriebsmitteln an eine Prüffirma zu vergeben sind (Anmerkung: um Interessenskonflikte zu vermeiden, nicht an mein eigenes Sachverständigen-Büro und auch nicht mir bekannte Prüffirmen / Stichwort: Vorteilsnahme).

Nun ist man innerhalb der Behörde zum Entschluss gekommen, dass meine Anordnungen falsch seien, denn auch in vergleichbaren Behörden, werden die Prüfungen ortsveränderlicher Betriebsmittel intern durch »Elektrofachkräfte Instandhaltung« durchgeführt, in dem die dortige VEFK einen Mitarbeiter zur Befähigten Person erklärte, welche dann die »Geräteprüfungen durchführt.

Zum Erhalt der Prüfpraxis wurde vorgeschlagen, dass die Prüfperson über das Jahr hin verteilt, die 800 Geräte prüfen solle (z.B. 10-20 Geräte pro Woche, hauptsächlich IT-Geräte – ergeben eine regelmäßige Prüfung in 45 Wochen). Selbst mein nächster Einwand dass im darauffolgenden Jahr nur die 4 Werkstätten mit ca. 100 Geräte zu prüfen sei, meinte man: »kein Problem, dann prüft unser Elektriker die 100 Geräte in 45 Wochen –ohne Unterbrechung – dies entspräche der TRBS.

Selbstverständlich gehört es zu den Aufgaben einer VEFK, entsprechende Personen auszuwählen und zu ernennen. Mein Problem ist, dass es sich hier um Beamte handelt, welche immer eine exakte Nennung von Gesetze oder Passagen aus Vorschriften benötigen um handeln zu können.

Weisungsfreiheit der VEFK hin oder her … Vielleicht liege ich auch völlig falsch, da wir in unserem eigenen Sachverständigen-Büro, täglich mit Prüfungen an ortsfesten Anlagen oder ortsveränderlichen Betriebsmitteln, größten Wert auf Fachkompetenz und Qualifikation Wert legen und uns sehr viel Zeit nehmen Mitarbeiter zu schulen und zu Prüfungen begleiten, bis diese dann eigenständig Prüfungen ausführen dürfen und können.

Mag sein, dass man u.U. es auch gestatten kann, einer Elektrofachkraft für Instandhaltung von Maschinen und Elektro-Werkzeuge bzw. geringe Tätigkeiten an der ortsfesten elektrische Anlage, mit DGUV-3 Prüfungen von ortsveränderlichen Betriebsmitteln zu beauftragen/ ernennen – aber mir ist dabei sehr unwohl.

Daher wäre es doch vorteilhaft, wenn man sich zur Problematik »der befähigten Person« offiziell äußern könnte und nicht immer diese umschweifende Begriffe »länger Unterbrechung, zeitnah, mehrere Prüfungen pro Jahr« verwenden würde.

J.M., Rheinland-Pfalz

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Ich gebe den Autor der Frage recht und sehe es auch so . Nur leider sind wir mittlerweile an einem Punkt angelangt der nur noch von Geiz ist geil geprägt ist . Leider gibt es auch in unseren Fach Kollegenkreis einige die den Ernst und die Wichtigkeit erkennen . Ich habe in der letzten Zeit festgestellt das Vorschriften und Regeln anscheinend nur noch für ein Parr Dumme gelten die sich daran halten . Als Beispiele : Eine Gemeindeverwaltung sucht in Teilzeit jemanden der ortveränderliche Geräte prüft , Beim Thema Baustrom , stelle ich fest das seit Inbetriebnahme keine Prüfung mehr dokumentiert wird . Das leidige Thema Fundamenterder , Baufachleute ohne Elektro fachlichen Hintergrund erstellen Fundamenterder ,Zum Teil sogar weit von den in den Regeln verlangten Forderungen . Es wird aus Bequemlichkeit der Ring aus vier Bandstahl stücken die unverbunden an den Schnittstellen auf einander gelegt werden , Maximal mittels Rödel Draht am Baustahl befestigt . Dokumentation , nicht vorhanden . Leider gehen diese Baumängel auch locker durch. Der Kollege der die Anlage in Betrieb setzt wird auch dazu gezwungen das hin zu nehmen . Selbst deutsche Gerichte Urteilen bei einer Verweigerung gegen den Elektrofachmann der sich an Regeln hält .Ich versuche auch gebetmühlenartig ein Einsehen für die Forderungen der Prüfungen der BG zu wecken . Nur was man dabei Erntet ist vielleicht Mitleid aber überwiegend Gelächter . So lange kein Druck durch Kontrollen und bei nichtbeachten der Regeln drohenden Konsequenzen besteht wird sich daran auch nichts ändern . Der Gesetzgeber sagt einfach dazu Der Betreiber trägt das Risiko und gut ist es . Um das zu ändern gibt es nicht genügend Unfälle mit Todesfolge . Leider haben viele ein großes Gewissen mit noch größerer Risikobereitschaft .


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