E-Meister im Fokus:

Der Elektromaschinenbauermeister

9. Januar 2017

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Sie sind die Experten für Generatoren, Motoren und Transformatoren. Sie konstruieren, bauen, nehmen in Betrieb, steuern, ­regeln, halten in Stand und reparieren – die Elektromaschinenbauermeister sind Spezialisten rund um die elek­trische Maschine.

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Weitere Bereiche aus dem Tätigkeitsfeld eines Elektromaschinenbauermeisters sind Transformatoren, Stromerzeugungs-aggregate und insbesondere auch die elektrische Antriebstechnik.

Von Asynchron bis Zwischenkreis

Quelle: BFE

Bild 1: In Oldenburg bearbeiten die angehenden Elektromaschinenbauermeister die praktischen Teile mit aktuellem Equipment in interdisziplinären Projekten

Das Zauberwort in der Antriebstechnik heißt Energieeffizienz und die Wirkungsgrade für Drehstrom-Asynchronmotoren sind in der IEC 60034-30-1 manifestiert. Darüber hinaus stehen die Termine für den Umstieg auf moderne, stromsparende Antriebslösungen – von der EU vorgegeben – verbindlich fest.
So gilt beispielsweise schon seit dem 1.1.2015 – für Leistungen von 7,5 kW bis 375 kW oder IE2-Motor mit Frequenzumrichter – die Einhaltung der gesetzlich geforderten Mindestwirkungsgrade nach IE3. Ab dem 1.1.2017 vergrößert sich das Leistungsspektrum ab 0,75 kW bis 375 kW.

Durch den Einsatz solcher effizienter Motoren lässt sich enorm viel Energie einsparen. Der Wirkungsgrad eines IE3-Motors kann im Vergleich zu einem IE1-Motor um 10 % höher sein und die Amortisationszeiten sind im Verhältnis zur Lebensdauer der Motoren relativ kurz.

Das gesamte Einsparpotenzial einer Maschine (im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG) lässt sich allerdings nur realisieren, wenn man die Optimierung des vollständigen Systems inkl. variabler Drehzahlen im Blick behält. Und da ist jede einzelne Komponente einer Maschine für potenzielle Energieeinsparungen wichtig. Der Elektromaschinenbauermeister kennt diese Komponenten.

Doch nicht nur die Arbeitsmaschine (Last), sondern auch viele neuere Motortechnologien wie Permanentmagnet-, Torque- oder Reluktanzmotoren stellen zusätzliche Anforderungen an die Motorsteuerung. Das bedeutet, ein Frequenzumrichter muss in der Lage sein, immer mehr unterschiedliche Motortypen zu regeln, ohne den Endanwender mit komplizierten und unübersichtlichen Prozeduren zu belasten. Der EMA kennt das Zusammenspiel von Steuerung, Leistungselektronik und Motoren und kann Kunden diesbezüglich am besten beraten.

Der Weg zum Meisterbrief

Bild 2: Stoßspannungsprüfung mit dem »MotorAnalyzer 2« von Schleich

Bild 2: Stoßspannungsprüfung mit dem »MotorAnalyzer 2« von Schleich

Die Handwerkskammern (HWK) entscheiden, wer die Voraussetzungen für die Teilnahme zur Meisterprüfung erfüllt. Nur sie können verlässliche Auskunft geben. Für den Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik (HWK / IHK) und den Elektromaschinenbauer ist dieser Lehrgang besonders geeignet. Bei komplexeren Fragen beraten wir gerne auch telefonisch (Kontakt siehe Infokasten).

Der Meisterlehrgang untergliedert sich in ein fachbezogenes und ein fachübergreifendes Modul. Im fachbezogenen Modul liegt der Fokus im Elektromaschinenbau in Theorie und Praxis. Es umfasst mit einer Dauer von 1 360 UE den Großteil der Meisterausbildung. An seinem Ende stehen die Abschlussprüfungen vor der HWK. Bei Erreichen von mindestens 50 % im Teil der Sicherheitsprüfung stellt die HWK eine Bescheinigung aus, die den Eintrag in das Installateur-Verzeichnis ermöglicht. Die hierfür normalerweise aufzuwendenden Kosten in Höhe von  ca. 2 000 € sind, bezogen ­auf Oldenburg, in der Kursgebühr und den Zusatzkosten bereits enthalten.

Das fächerübergreifende Modul behandelt in 340 UE die Bereiche Wirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik und schließt je Fach mit einer Prüfung ab. Da die Inhalte deutschlandweit standardisiert sind, besteht die Option diese Module extern zu absolvieren und als Quereinsteiger den fachbezogenen Teil am BFE durchzuführen.

Inhalte des Lehrgangs

Der wirkliche Unterschied zu den anderen Meisterberufen besteht also in den Teilen I und II des Lehrgangs (fachbezogenes Modul). Für den Praxisteil steht über die gesamte Ausbildungszeit eine komplexe Projektierung, Fachkalkulation und Realisierung von ganzheitlichen Kundenaufträgen im Schwerpunkt Elektromaschinenbau im Vordergrund. Hinzu kommen noch die Betriebsführung mit Auftragsabwicklung und der Betriebsorganisation.

Der theoretische Teil (Teil II) umfasst unter anderem:

  • Grundlagen der Elektrotechnik, Elektronik, Digitaltechnik mit mathematischen Anwendungen
  • Funktionsweise elektrischer Maschinen
  • Berechnung elektrischer Maschinen auf Grundlage von magnetischen, elektrischen und geometrischen Vorgaben
  • Entwurf und Herstellen von Wicklungen.

Das BFE ist die Meisterschule in Deutschland, die den gesamten Rahmenlehrplan des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) mit 1.700 Unterrichtseinheiten erfüllt. Um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, behält sich das BFE Änderungen der Lerninhalte vor.

Info

Der nächste Vollzeitkurs am BFE startet für die Teile I bis IV am 1.3.2017. Weitere Informationen gibt es auch unter:
www.bfe-meister.de

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