Praxisfrage

Blitzschutz in Bestandsanlagen

Frage gestellt am 30. November 2016

,

Ich bin regelmäßig an Zähleranlagen im privaten Bereich tätig und stelle zunehmend fest, dass bei Gebäuden mit äußerem Blitzschutz kein innerer vorhanden ist. Wie kann ich in diesem ganzen Vorschriftenwirrwarr mit verhältnismäßigem Aufwand an Informationen kommen, was zu damaliger Zeit den Vorschriften entsprach?

Nach Errichtung einer PV-Anlage, stellte ich fest, dass der Trennungsabstand zur Dachrinne (in Blitzschutz eingebunden) und zu einem ca. 60cm langen ableitfähigen Verbindungsstück zu zwei versetzten Dachrinnen nicht eingehalten wurden. Hierzu meinte mein Auftraggeber, dass er Sachverständiger für PV-Anlagen sei und ich mich um diesen Bereich nicht kümmern brauche. Ich stellte jedoch fest, dass auch kein innerer Blitzschutz vorhanden war. Der Zählerschrank wurde wo ungefähr 20 Jahren erneuert.

Was kann ich nun als EFK durchgehen lassen und wo wird das Haftungsrisiko im Schadensfall zu groß? Für Auftraggeber stehen die Kosten im Vordergrund.

P. G., Baden-Württemberg

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Beim Blitz- und Überspannungsschutz ist es in Hinsicht der Fragestellung positiv, daß sich über die mehr als 200 Jahre seit Franklin das Schutzziel entsprechend der technischen Entwicklung erheblich geändert hat.
    Die ursprünglichen äußeren Blitzschutzanlage diente die letzten 200 Jahre dem Schutzziel Personenschutz und Brandschutz.
    Erst mit Aufkommen der Elektrotechnik Mitte des 19 -ten Jahrhunderts begann das Interesse daran auch Überspannungen an elektrotechnischen Anlagen zu vermeiden und vielleicht in den letzten 50 Jahre auch diese Auswirkungen auf elektronische Betriebsmittel zu verhindern. Im privaten Bereich oder auch im industriellen Bereich zogen diese Interessen als auch die Nutzung derartiger BM immer wesentlich später ein.
    Von CNC – Maschinen im heutigen Sinne kann man sicher erst ab den 1980 -iger Jahren sprechen.
    Wenn also auf einem Gebäude daß vor 30 oder 40 Jahren errichtet wurde eine äußere
    Blitzschutzanlage errichtet wurde hat es mit Sicherheit durch die im Schnitt aller 7 Jahre
    voranschreitenden Stand der Technik und der eingesetzten elektrotechnischen und elektronischen Betriebsmittel Nutzungsänderungen gegeben für die vor 40 Jahren die
    äußere Blitzschutzanlage noch gereicht hat, z.B. Finanzamt vor 40 Jahren mit spitzem Bleistift oder Kuli und Handkurbelrechenmaschine, 1995 – 2005 Röhrenmonitore, heute
    Flachbildschirme.
    Aus dieser Nutzungsänderung ergibt sich eine Bewertung der Schutzeinrichtungen nach aktuellem Stand.
    Und da muß man ganz klar sagen, daß eine äußere Blitzschutzanlage ohne inneren Überspannungsschutz nicht mehr den heutigen anerkannten Regeln der Technik entspricht und daher nachgerüstet werden muß.
    Diese Anforderung ergibt sich auch aus Arbeitsschutzgesetzt und BetriebsichVO, nach denen die Gefährdung berurteilt und nach dem Stand der Technik angepaßt werden muß.
    Ausnahme davon wäre vielleicht die Scheune mit äußerer Blitzschutzanlage und eine
    Steckdose, einer Leuchte mit Glühlampe und RCD, die vor 30 Jahren installiert wurde.
    Aber auch selbst dort muß man daran denken, daß wegen dem Leuchtmittelverbot
    Glühlampe vielleicht die Vorräte ausgehen und dann Elektronik in Form der LED – Retrofit Einzug hält.


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