Praxisfrage

Elektrische Altanlage im Hauptgebäude einer Grundschule

Frage gestellt am 19. Dezember 2018

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Wir haben den Auftrag, die feste Elektroanlage einer Grundschule mit mehreren Gebäuden im Rahmen eines E-Checks zu prüfen. In der Elektroanlage des Hauptgebäudes gibt es eine Unterverteilung (UV) im Eingangsflur. Dort sind auch noch Stegleitungen (zweiadrig) ausgeführt und es wurde kein FI-Schalter installiert. In jeder Steckdose ist eine Brücke auf den PE gelegt. Neue Geräte – z. B. Jalousien – sind dreiadrig ausgeführt und von der jeweiligen Steckdose abgenommen. In der ganzen Anlage gibt es keinen separaten Schutzleiter.

Die Zuleitung von der Hauptunterverteilung (HUV) ist vieradrig ausgeführt. In den insgesamt vier Klassenzimmern sind auch PCs vorhanden. Wir haben diesen Zustand in den vorherigen Jahren auch schon bemängelt. Der Verantwortliche tat das immer ab mit der Antwort, es wird demnächst saniert. Die anderen Gebäude der Grundschule sind jüngeren Errichtungsdatums. Daher gibt es dort dreiadrige Leitungen mit Schutzleiter.

Da die Unterverteiler einreihig in Blech ausgeführt sind, sehe ich hier eine Gefahr, da kein FI-Schalter eingebaut ist. Hier gibt es schließlich keinen Schutzleiter, und das innerhalb eines öffentlichen Schulgebäudes für Kinder. Wie können wir argumentieren, um den Verantwortlichen auf die Gefahr hinzuweisen? Können wir das Gebäude außer Betrieb nehmen, mit dem Hinweis auf diesen Zustand?

S. U., Hessen

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Sie schildern einen sehr schlechten Zustand der Anlage, der in keinster Weise heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht. Es ist richtig, dass Sie die Mängel bereits bei einer vorherigen Prüfung beanstandeten. Die von Ihnen angegebenen Installation in TN – C in Endstromkreisen, klassische Nullung, war spätestens seit VDE 100 Ausgabe Mai 1973 im Neubau nicht mehr zulässig. Es kann daher abgeleitet werden, dass die Anlage also älter als 45 Jahre ist. Einige Details wie die beschriebene Brücke zwischen N zum Schutzkontakt in Steckdosen sind sogar Indizien auf einen Errichtungszeitraum vor 1959, siehe hierzu DE 11 / 2009 S.86, S. Bonhagen, d.h. ein Baualter von mehr als 60 Jahren oder man müsste unterstellen, dass die jeweiligen Errichter und Installateure permanent gegen jeweils aktuelle Vorschriften verstoßen haben. Bei den benannten Rolladen und deren Anschluß mit TN – S an das bestehende TN – C ist das aber stark zu vermuten.
    Wenn es sich nur eine Grundschule mit den beschriebenen 4 Zimmer handelt würde ich
    den erneuten beauftragten E – Check mit dem alten Ergebnis unter Hinweis auf die im o.g. Artikel beschriebenen Gefährdungen an die zuständige Schulbehörde senden mit dem Hinweis, daß hier im Schadensfalle grobe Fahrlässigkeit geschlußfolgert werden kann und eine umgehende Abstellung erforderlich ist. Der nächste Schritt wäre dann dieses dem zuständigen EVU mitzuteilen. Möglicherweise verliert man dadurch den Kunden, was bei der derzeitigen Auftragslage aber gewiss kein Problem sein sollte.
    Obwohl es sich um eine Schule handelt würde ich als Begründung auch das NRW Wohnbaufsichtsgesetz heranziehen.

  2. In Hessen gibt es etwas Äquivalentes:
    Beseitigung von Wohnungsmissständen / Wohnungsaufsicht
    Nach dem Hessischen Wohnungsaufsichtsgesetzes (HWoAufG) vom 4. September 1974 haben die Gemeinden als Selbstverwaltungsaufgabe auf die Beseitigung von Wohnungsmissständen hinzuwirken.
    Ist die Benutzbarkeit eines Wohnraumes durch unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen erheblich beeinträchtigt, kann die Gemeinde anordnen, dass der Eigentümer diese Maßnahmen nachholt.
    Bei untragbaren Wohnverhältnissen kann verlangt werden, dass die bauliche Beschaffenheit von Wohnungen oder Wohnräumen entsprechend geändert wird. Dies gilt insbesondere bei fehlender elektrischer Beleuchtung, fehlender ….
    Diese Prinzipien sollte man wohl auch auf Grundschulen anwenden dürfen.


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