Home Praxisprobleme Messen, Prüfen und Schutzmaßnahmen Errichten von Niederspannungsanlagen nach DIN VDE 0100-717

de+ Inhalt
Praxisfrage

Errichten von Niederspannungsanlagen nach DIN VDE 0100-717

Betroffene Normen: DIN VDE 0100-717:2010-10, DIN VDE 0100-410:2018-10

Sachverhalt: Innerhalb unseres Betriebes sind wir u.a. für die Prüfung/ Abnahme von transportablen und ortsveränderlichen Baueinheiten – in der Regel Kabinen/ Container - in Bezug auf die Einhaltung der Errichtungsnormen zuständig. Die Aufträge werden an unterschiedliche Auftragnehmer (AN) vergeben. Der bestimmungsgemäße Einsatz der Baueinheiten, die IT-, Überwachungs- und Datenkommunikationseinrichtungen beherbergen können, umfasst den Betrieb von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten an einem Aufstellort.

Da die Netzform des versorgenden Netzes nicht bekannt ist (IT- oder TN-Netz) und die Netzform innerhalb der Baueinheit abhängig vom Anwendungsfall flexibel sein muss, besteht die Forderung zur Netzbildung/ -wandlung unter Verwendung eines sicheren Trenntransformators nach DIN EN 61558-2-4. Nach unserem Dafürhalten ist die für diese Einsatzfälle fachlich zutreffende Errichtungsnorm die DIN VDE 0100-717. Im Speziellen treffen hier für die Forderung nach einem sekundärseitigem TN-S Netz das Bild 717-6 und für ein IT- Netz das Bild 717-7 zu.

Die AN beklagen sich nun, dass die benötigten sicheren Trenntransformatoren mit Leistungen von 30 kVA und mehr marktverfügbar nicht als Betriebsmittel der SK II, sondern nur mit einer primärseitigen Schutzisolierung angeboten werden. Bild 1 zeigt die in der Regel realisierte Schaltung des Netzeinganges mit sekundärseitigem TN-S Netz. Die Sekundärseite ist dabei nur basisisoliert und das Gehäuse ist an den Schutzpotentialausgleich angeschlossen, was eigentlich einen Widerspruch zur DIN VDE 0100 – 717 darstellt.

Zum besseren Verständnis seien folgende Eckpunkte angemerkt:

- Der Netzeingang ist bis einschließlich Primärseite des Trafos nach SK II ausgeführt.

- Die Verbindung der Sekundärseite des Transformators bis zur ersten

Abschaltvorrichtung (Kabel, Verteilerschrank) ist wiederum nach SK II ausgeführt.

- Der Schutzpotentialausgleich ist leitend mit der leitfähigen Baueinheit verbunden und

über einen externen Erdspieß geerdet.

Es stellen sich unsererseits nun folgende Fragen:

1. Ist die Sekundärseite des netzbildenden, sicheren Trenntransformators als Betriebsmittel oder als speisendes Netz mit potentialfreiem PE anzusehen, für das ggfs. die Forderungen der DIN VDE 0100-717 bezüglich SK II nicht zutreffen?

2. Falls der Trenntransformator als Betriebsmittel angesehen wird, wie ist im Falle der Erzeugung eines sekundärseitigen TN-S-Netzes der Anschluss des PE am Sternpunkt des geforderten schutzisolierten Trenntransformators in Bezug auf die Regelungen der VDE 0100-410, Anschluss von PE bei Betriebsmitteln der SK II, zu bewerten?

3. Können im Fehlerfall, unabhängig von der Netzform der Sekundärseite, gefährliche Berührungsspannungen sekundärseitig am Trenntransformator auftreten, die eine Schutzklasse überhaupt erforderlich machen (TN-S-Netz: Kurzschluss mit Abschaltung der Primärseite durch Überstromschutzeinrichtungen, IT-Netz: Erster Fehler Ansprechen Isolationsüberwachung, zweiter Fehler vgl. TN-S-Netz)?

4. Sind die Prinzipschaltbilder gemäß DIN VDE 0100 – 717 (Bilder 717-4 bis 717-8) technisch richtig dargestellt?

PP21195

Noch keine Expertenantwort

Liebe Leser der Fachzeitschrift »de«. Zu dieser Frage wird in Kürze eine Expertenantwort veröffentlicht. Sie können hier aber schon sofort die Gelegenheit nutzen, diese Frage online in der Community miteinander zu diskutieren. Ihre Redaktion »de«


Newsletter

Das Neueste von
elektro.net direkt in Ihren Posteingang!