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Praxisfrage

Mindestanzahl von RCDs und Stromkreisdefinition

In einem 17-seitigen Gutachten, das durch ein Gericht beauftragt wurde, sollte festgestellt werden, ob die Installation nur einer RCD den anerkannten Regeln der Technik und den diesbezüglichen einschlägigen Vorschriften entspricht. Das Bauvorhaben ist ein Einfamilienwohnhaus und liegt im Versorgungsgebiet der EnBW (TN-C-System). Die Auftragserteilung erfolgte am 21.3.06 Die Zählermontage und Inbetriebnahme am 7.12.06. Die Abnahme erfolgte am 2.3.07. Die Anlage wurde wie folgt aufgebaut: • 1 Stück RCD 40/0,03 für folgende Stromkreise: Dampfgarer, Kaffeemaschine, Backofen, Hobby 1, Hobby 2, KG Flur und Abstellraum, Flure, Kind, Küche, Schlafen, Wohnen, Anschlussraum, Studio, Zirkulationspumpe • Folgende Stromkreise wurden ohne RCD angeschlossen: 3 x Herd, Spülmaschine, Heizung, Wäschetrockner, Waschmaschine, Zentralstaubsauger, Lüftung, Sprechanlage. 1) Ich erwähne hier insbesondere den Punkt »Selektivität der elektrischen Anlage des Gutachtens«, in dem es u.a. heißt: »Die Vorortbegehung ergab, dass die Stromkreise 1–15 (14 aktive und einmal Reserve) neben der Absicherung durch separate Leitungsschutzschalter gemeinsam über einen vierpoligen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) geschützt werden ... Weitere 9 Stromkreise (Nr. 25-35) laufen nicht über den FI-Schutzschalter. Zum Fertigstellungszeitpunkt des Hauses im Mai 2007 war nach Norm ein FI-Schutzschalter zwingend vorgeschrieben für Steckdosen im Außenbereich als auch Steckdosen im Bereich 3 von Räumen mit Dusche und oder Wanne ... In der ...« (Anlage) »... werden bei einem Fehlerfall eines Stromkreises und Auslösen des FI-Schutzschalters 14 Stromkreise abgeschaltet. Erschwerend kommt hinzu, dass damit die komplette Beleuchtung des Hauses ausfällt. ... Eine Elektro­anlage ist so zu errichten, dass im Feh­lerfall immer das nächstgelegene Schutzorgan (Schmelzsicherung oder Leitungsschutzschalter) hinsichtlich des Fehlerortes auslöst, und zwar möglichst nur den fehlerbehafteten Stromkreis, damit die Versorgung anderer Stromkreise aufrechterhalten bleibt. Durch den gruppenweisen Einsatz des FI-Schutzschalters für 14 Stromkreise werden bei Auslösen desselben diese auch alle abgeschaltet. Das Prinzip der Selektivität wurde vernachlässigt, da intakte Stromversorgungskreise abgeschaltet werden.« Nach Meinung des Sachverständigen wäre also für jede Sicherung ein extra RCD erforderlich. Dies kann ich mir nicht vorstellen. Selbst die DIN 18015 Teil 2 sagt aus, dass durch das Abschalten einer RCD es nicht zum Ausfall aller Stromkreise führen darf. Daraus schließe ich, dass mehrere Stromkreise über einen RCD versorgt werden dürfen. Ähnliches sagt ja auch die TAB 2007 aus, die für dieses Bauvorhaben jedoch noch nicht galt. Zu beachten wäre auch, dass nach DIN 18015 Teil 2 auch ein selektiver RCD zulässig wäre, der im Fehlerfall ja auch ausfällt. 2) Ein weiterer Punkt des Gutachtens, den ich hier zur Diskussion stelle, möchte ich hier zitieren: »Zusätzliches Gefährdungspotenzial: Bei Auslösen des FI-Schutzschalters wird die gesamte Beleuchtung des Hauses abgeschaltet. Es kann nicht sein, dass man als Elektrofachkraft bei der Umsetzung eines Schutzzieles neues Gefährdungspotenzial in eine Anlage hereinbringt. Bei unerwarteter Dunkelheit ist mit Panik zu rechnen. Weiterhin erhöht sich die Unfallgefahr. Dies gilt insbesondere für Kinder und ältere Personen. Somit sind anerkannte Regeln der Technik verletzt. Die auftretenden Störungen sind als unzumutbar einzustufen. Literatur und Normen lassen den gruppenweise geschalteten FI-Schutzschalter zu. Es wird aber auch immer von einem sinnvollen Einsatz des FI-Schutzschalters gesprochen. Und dieses ist nicht umgesetzt. Die Technischen Anschlussbedingungen TAB 2007 EnBW betonen hierzu in Abschnitt 8 Absatz 4 die größtmögliche Verfügbarkeit der elektrischen Anlage.« Wenn hier eine zusätzliche Gefährdung der gesamten Beleuchtung gegeben wäre, wäre in der Baugenehmigung eine Sicherheitsbeleuchtung gefordert gewesen. Außerdem kann es immer vorkommen, dass ein Stromkreis ausfällt und dadurch die Beleuchtung in einem Stockwerk oder im ganzen Treppenhaus ausfällt. In der VDE 0300 (314.1) ist von Stromkreisen die Rede. Ein Stromkreis ist nach VDE 0100-200 (826-14) die Gesamtheit der erforderlichen Betriebsmittel eine Anlage die gegen Überströme durch dieselbe Schutzeinrichtung geschützt wird. Ein RCD schützt nicht vor Überstrom. Nach der VDE-Schriftenreihe 52, Auflage 2008, Seite 801, gelten dreipolige Verbrauchsmittel, die zwischen L1-N L2-N L3-N angeschlossen sind, als drei Stromkreise. Selbstverständlich würden auch wir in den von uns installierten Anlagen mehrere RCD einbauen und bieten dies dem Kunden auch immer wieder an. Jedoch sind die Bauvorhaben sehr knapp kalkuliert, sodass dies zum Pauschalpreis nicht mehr möglich ist. Seit die TAB 2007 wirksam ist, werden von uns mindestens zwei RCDs je Wohnung eingebaut. Da wir in einem Gebiet ansässig sind, in dem früher ein TT-System betrieben wurde, haben wir bereits mehr als 10000 Wohnungen in ganz Deutschland installiert, bei denen die ganze Installation über eine RCD geführt wurde. Ist die Forderung des Gutachters, für jeden Stromkreis eine separate RCD einzubauen, gerechtfertigt? Entspricht die von uns installierte Anlage den damaligen Normenanforderungen? - K. L., Bayern

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