Praxisfrage

Querschnittsreduzierung innerhalb ortsveränderlicher Geräte

Frage gestellt am 28. Juni 2019

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Bei der Prüfung ortsveränderlicher Geräte ist mir Folgendes aufgefallen: In einem Induktions­anwärmgerät der Firma SKF Typ »TIHL« macht es sich der Hersteller sehr einfach. Das Gerät wird mit einer Anschlussleitung H07RN-F 3G 10 mm² ausgeliefert, allerdings ohne Stecker. In der Bedienungsanleitung wird auf den Anschluss durch eine Elektrofachkraft hingewiesen, die jetzt einen CEE-Stecker mit 63 A anzuschließen hat. Vorzugsweise den braunen Draht auf den ersten Außenleiter und den blauen auf den zweiten Außenleiter. In der Bedienungs­anleitung wird eine Absicherung von 50 A empfohlen. Diese ist allerdings nicht üblich, bei den genannten Steckdosen (63 A). Aus meiner Sicht wäre ein Querschnitt von 16 mm² normenkonform. Somit werde ich letztendlich zum Hersteller.

Nun das zweite Ärgernis, welches aus meiner Sicht weitaus gravierender und gefährlicher ist: Unmittelbar nach der Kabel­einführung zum Gerät werden die beiden Außenleiter auf einen Doppelsicherungs­automaten fest angeschlossen. Dieser Doppel­automat sichert den weiteren Laststromkreis mit 50 A ab. Jedoch vor diesem Automaten findet ein Spannungsabgriff der beiden Außenleiter statt. Diese Spannung von 400 V wird auf einer Steuerplatine zu Regelungszwecken aufgelegt und benutzt. Übertragen wird diese Spannung durch zwei Einzeldrähte mit einem Querschnitt von 1mm². Diese Einzelader dürfte aus einem Silikon-Werkstoff bestehen, da sie einen Aufdruck 105 °C hat.
Somit wäre diese Einzelader mit 63 A abgesichert. Dies ist jenes, was ich für nicht normenkonform halte, denn eine Querschnittsverjüngung erfordert eine erneute Absicherung.

Liege ich da falsch, wenn es sich um ein ortsveränderliches Gerät handelt und andere Herstellernormen angewendet werden? Das Gerät besitzt natürlich ein Typenschild mit CE-Kennzeichen und in der Konformitätserklärung stehen die üblichen Sätze mit Verweis auf Einhaltung der Niederspannungsrichtlinie.

G. S., Nordrhein-Westfalen

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Hallo,

    die Anschlussleitung des Verbrauchers wird zwar durch das Netz gegen Kurzschluss geschützt, der Schutz gegen Überlast kann aber durch das Gerät erfolgen. So ist es z.B. normgerecht, einen Verbraucher mit Eurostecker und 0,75mm² Anschlussleitung an einem B16 abgesicherten Stromkreis zu betreiben, solange der Verbraucher die Leitung wirksam gegen Überlast schützt.

    Es würde mich sehr wundern, wenn die besagte Steuerplatine sich und die 1mm² Leitung nicht gegen Überlastung schützt, etwa durch einen PTC oder eine geeignete Schmelzsicherung. Auch ein kurzes Stück 1mm² Leitung ist in der Lage, den für 63A gG oder C63 erforderlichen Kurzschlussstrom zu bewirken und steht damit einer Auslösung der Sicherung des Netzes in der geforderten Zeit nicht im Weg.

    Ihre Sorgfalt ehrt Sie, aber:

    Im Verbraucher gelten andere Normen als im Netz, das diesen versorgt.


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