Praxisfrage

TN-C-S-System mit Mehrfacheinspeisung

Frage gestellt am 12. März 2018

,

Mit der Februar-Auslieferung der VDE Bestimmungen war das Buch der Schriftenreihe 144 beigefügt.

Beim Durchblättern des Buches bin ich auf Seite 26 TN-C-S-System mit Mehrfacheinspeisung auf eine Besonderheit gestoßen.

Bisher ist mir dieser Sternpunktverbindungsleiter in der Praxis nicht vorgekommen.

Wir haben dort einen 6. Leiter den Sternpunktverbindungsleiter, ist dieser Leiter in der Praxis vorhanden?

Muss dieser Leiter dann für die doppelte Stromtragfähigkeit ausgelegt werden wenn ich das Bild richtig interpretiere?

Ist die Zeichnung (Bild 100-10 TN-C-S-System) überhaupt ein TN-C-S-System?

Mir scheint es ist eher ein TN-S-System mit zentralem Erdungspunkt oder?

P. D., Hessen

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Die Frage berührt ein sehr interessantes Thema, daß seit Jahren in den Normen und in der Literatur sowohl kontrovers diskutiert als auch noch mehrheitlich physikalisch in Bildern falsch dargestellt wird. Interessante Diskussionen dazu findet man unter dem Stichwort
    „PEN“ u.a. im Portal – „dieSteckdose.net“.
    Daher wollte ich an dieser Stelle eigentlich darauf verzichten mich zu äußern, aber da es ein grundlegendes Problem betrifft muß man doch immer etwas dazu sagen.
    Bei Normeneinsprüchen zu widersprüchlichen Bebilderungen mit Anschluß von PEN Leitern kam dann immer die Anwort, daß es sich nur um prinzipielle Bilder zur Veranschaulichung handle und keineswegs Konstruktionszeichnungen zum Nachbau,
    daher Vorsicht mit allen Normenbildern und auch denen in den Schriftenreihen.
    Als erstes Problem in diesem Zusammenhang sehe ich, daß man hier keine Bilder hochladen kann, da sich dann manches besser erklären lassen würde.
    Bei der benannten Darstellung handelt es sich erstens um eine etwas abweichende Darstellung im Vergleich zur Norm auf die diese sich bezieht, VDE 0100-100 und zweitens um eine recht unglückliche, die sicher so in der Praxis nirgends vorkommt. Wenn von einer Einspeisung die Phasenleiter auf einer Seite eingespeist werden, wird sicher auch der PEN Leiter an der gleichen Stelle angeschlossen und nicht erst um das ganze Gebäude zu einer anderen Anschlußstelle gezogen.
    Man war sich möglicherweise nur nicht einig, wie man das wegen der umstrittenen PEN Anschlußfrage hätte zeichnen sollen.
    Besser wäre es gewesen die originalen Zeichnungen aus VDE 0100-100 : 20099 – 06 Anhang A Bild A.31D2 ohne Darstellung des N oder aus VDE 0100-444 : 2010 – 10
    444.4.6.1. Bild 44.7A1 zu nehmen.
    Offensichtlich können sich die Autoren mit letzter Darstellung, die die physikalisch Richtige ist sich nicht mehr anfreunden, auch wenn diese im Konsens mit VDE 0100 – 540 : 2012 – 08 Bild 54.1.b Beispiel 2 steht.
    Das geht auch aus den Bildern auf den Seiten davor im Band 144 hervor während Bild
    100-5 TN-S System korrekt dargestellt ist, enthält Bild 100-7 ebenfalls eine antiquarische Darstellung.
    Herr Hörmann hat dazu einmal 2012 in einem EP Artikel Elektropraktiker, Berlin 66 (2012) 11 folgendes geschrieben :
    „Es bliebe noch die Möglichkeit, einen Schutzleiter (grün-gelb) hinzu zu verlegen, was unter gewissen Voraussetzungen auch möglich wäre, aber dadurch wird die Konfi guration unübersichtlicher. In diesem Fall müsste der grün-gelbe Leiter im Kabel nach wie vor als PEN-Leiter gekennzeichnet werden (mit zusätzlicher blauer Kennzeichnung an den Leiterenden) und in den Verteilern auf eine PEN Schiene geführt werden. Diese PEN-Schiene dürfte aber nur für den ausschließlichen Anschluss der Neutralleiter verwendet werden. “
    Das entspräche dann VDE 0100-540 : 2012 – 06 Bild 54.1c Beispiel 3, das in Deutschland unüblich ist, System mit 6 Schienen und das noch ohne Funktions PE.
    Leider sind in Deutschland die elektrischen Anlagen noch mehrheitlich nach VDE 0100-540 : 2012 – 06 Bild 54.1a – Beispiel 1 installiert. Diese Installationsart ist aus Gründen der Physik und der EMV völlig widersprüchlich, so auch zu oben benanntem Bild aus VDE 0100-444.
    In der VDE 0100-540 werden Grundsätze zum PE benannt, z.B. daß dieser keine Betriebsströme von Steuerungen führen darf. In VDE 0140 und VDE 0100-510 werden
    Grenzen zur Strombelastung des PE festgelegt u.a. ein Wert von 10 mA ab dem besondere Maßnahmen erforderlich sind. An der ZEP Erdung soll durch Messung des PE Stromes eine dauerhafte Überwachung der Anlage vorgenommen werden.
    Wie soll das geschehen und Automatisierung in die Überwachung der Anlagen, wie es jetzt erstmals in VDE 0105-100 / A1 : 2016 – 06 in 5.3.3.101.0.1 zugelassen ist erfolgen, wenn durch nach meiner Ansicht falschem Anschluß des PEN Leiters von einspeisenden Anlagen und Verbrauchern der PEN und PE dauerhaft mit hohen Ströme belastet ist.
    Herr Schmolke hat sich im Auftrage des für das Thema zuständigen AK / UK einmal
    2012 in eine Diskussion zum PEN unter VdS anerkannten SV eigemischt und geäußert:
    „Die Frage zur Farbe der Brücke von der PE- zur N-Schiene, wenn sie sich überhaupt stellen sollte, ist leicht beantwortet: Wenn über eine Leitung im Fehlerfall (Körperschluss) der Fehlerstrom fließt, also dieser Leiter notwendigerweise als Teil des gesamten Strompfads des Fehlerstromkreises verstanden wird, muss die Farbe „grün-gelb“ sein.“ Das heißt also PE Funktion und im Betrieb stromlos.
    Insofern hat die Normung noch vielen Stellen Baustellen in Bildern die nicht konform sind und aus denen jeder das entnehmen kann was er braucht, nur eben kein Industrie 4.0. Für mich fängt I 4.0 beim PEN und der Verabschiedung von alten Zöpfen an, die
    sich oft immer hinter der Behauptung Schutz vor Funktion verstecken, die aber bei den Querschnitten und Klemmen um die es hier geht in keiner Weise zur Debatte steht.
    Insofern sollte man Unkorrektheiten in Bildern im Schrifttum auch nicht überbewerten,
    sondern mit gesundem Fachverstand beurteilen und beim Nachbau richtig korrigieren.

  2. PS zu oben: Wie hätte ich das Bild 100-10 gezeichnet? Ich hätte den von der rechten Einspeisung kommenden PEN auf der N Schiene angeschlossen gezeichnet, die ich vorher korrekterweise in PEN umbenannt hätte. Möglicherweise hätte ich sowohl der Einspeisung links als auch der Einspeisung rechts ein Gehäuse verpaßt, gezeichnet, irgend ein Chassis wird ja da sein und auch noch die PE eingezeichnet. Insofern die obigen Worte zur schematischen Darstellung in vielen Bildern und der Appell an alle Autoren möglichst wenig schematisch und mehr Praxis gerecht zu zeichnen.


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