Einsatz bei der Teilverkabelung der Nord-Süd-Stromautobahnen

Neues HGÜ-Kabelsystem

23. August 2014

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Mit der erfolgreichen Entwicklung und Prüfung eines neuen HGÜ- (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung-) Kabelsystems hat ABB jetzt einen weiteren Schritt in der Kabeltechnologie erzielt. Die Stromkabel mit Kunststoff-Isolierung sind ölfrei und haben eine Spannung von 525 Kilovolt (kV). Das höchste Spannungsniveau, das bei dieser Technologie derzeit in kommerziellen Anwendungen zum Einsatz kommt, liegt bei 320 kV – somit wurde eine Steigerung um 64 % erreicht.

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Das neue HGÜ-Kabelsystem

Das neue HGÜ-Kabelsystem; Bildquelle: ABB

Mit dem neuen Kabelsystem lässt sich die Übertragungskapazität im Kabel (bisher rund 1.000 Megawatt) mehr als verdoppeln, die technisch sinnvolle Übertragungsdistanz bei diesen großen Strommengen von bisher unter 1.000 auf über 1.500 Kilometer steigern und die Übertragungsverluste bei dieser Distanz unter fünf Prozent zu halten. Zudem wird mit den neuen 525-kV-Kabeln das Gewicht je installiertem Megawatt (MW) Übertragungskapazität reduziert sowie die Investitions- und Betriebskosten gesenkt.

Das Kabelsystem kann sowohl für Unterwasser- als auch Landkabel-Anwendungen eingesetzt werden. Es leistet zudem einen wichtigen Beitrag, um die Vernetzung von Gleichstromleitungen langfristig möglich zu machen.

»Für das Gelingen der Energiewende in Deutschland ist dieses 525-kV-Gleichstromkabelsystem ein weiterer Meilenstein. Den Übertragungsnetzbetreibern steht damit eine zusätzliche Technologieoption zur Verfügung, die es ermöglicht, auch bei sehr hohen Gleichspannungen Teilverkabelung einzusetzen – etwa in dicht besiedelten oder ökologisch sensiblen Gebieten«, erläutert Dr. Peter Terwiesch, Vorstandsvorsitzender der ABB AG und Leiter der Region Zentraleuropa. »Einerseits können so sehr viel leistungsfähigere und verlustärmere Erdkabelverbindungen als bisher realisiert werden. Andererseits kann damit auch für Spannungsebenen, wie sie für die drei geplanten Nord-Süd-HGÜ-Korridore vorgesehen sind, auf die Möglichkeit der Teilverkabelung zurückgegriffen werden.«

Kabelverlegung

Kabelverlegung

Das 525-kV-Kabelsystem mit einer Nennleistung von bis zu 2.600 MW beruht auf einem neuen Isoliermaterial aus vernetztem Polyethylen, das gemeinsam mit Borealis entwickelt wurde, einem führenden Hersteller von Kunststoffen. Das neue HGÜ-Kabelsystem wurde zusammen mit einem Endverschluss und Kabelmuffen erfolgreich getestet.

Ein einziges 525-kV-HGÜ-Kabelpaar könnte genügend Strom von den großen Offshore-Windparks in der Nordsee bis in den Süden der Republik transportieren, um beispielsweise die Städte München und Stuttgart mit ihren rund zwei Millionen Haushalten zu versorgen.

HGÜ-Kabel sind wichtige Komponenten zukünftiger nachhaltiger Energiesysteme, die große Elektrizitätsmengen über weite Distanzen übertragen, oftmals auch über Landesgrenzen hinweg.

ABB wird das 525-kV-Spezialkabelsystem auf der internationalen Fachkonferenz CIGRE präsentieren, die vom 25. bis 29. August 2014 in Paris stattfindet.

Weitere Informationen finden sich unter www.abb.de.