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Smart Building

»Beim Smart Building muss ein Mehrwert für den Nutzer herausspringen«

16. Mai 2018

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Smarte Gebäude müssen die Arbeitseffizienz steigern und für den Nutzer ein optimales Umfeld bieten, das über die eigentliche Funktion eines Wohn- und Arbeitsraums hinausgeht. Ein Interview mit Thomas Müller, dem stellvertretenden Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Automation + Management für Haus + Gebäude.

Thomas Müller ist stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Automation + Management für Haus + Gebäude im VDMA

Thomas Müller ist stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Automation + Management für Haus + Gebäude im VDMA.

Wie wichtig ist Gebäudeautomation für ein smartes Gebäude?

Thomas Müller: Gebäudeautomation ist die Intelligenz in Gebäuden und die Basis der Energieeffizienz. Um smart zu sein, bedarf es allerdings mehr. Worum es geht, sind die Möglichkeiten, die Automation weiter zu verknüpfen – beispielsweise mit dem Navigationssystem im Auto, dem öffentlichen Nahverkehr oder GPS in Innenräumen. So wie beim Smart Phone werden es Apps sein, die Gebäude smart werden lassen. Beim Smart Building muss ein Mehrwert für den Nutzer herausspringen.

Müssen Smart Buildings anders geplant und ausgeführt werden?

Müller: Gerade in Smart Buildings geht es darum, sich wohl und behaglich zu fühlen. Dabei geht es vor allem um den Faktor Mensch. Und genau dieser Punkt macht es notwendig, die Betreiber der Gebäude von Anfang an mit an den Tisch der Projektplanung zu nehmen. Sie wissen schließlich am besten, wo ihr Bedarf liegt.

Funktioniert die integrale Planung bereits?

Müller: Eine integrale Planung findet immer noch nicht wirklich statt. Kommunikation ist die Basis dafür – und zwar sowohl bei der technischen Vernetzung als auch bei allen an der Planung, Realisierung und dem Betrieb von Gebäuden Beteiligten. Ein interdisziplinärer Ansatz, wie wir ihn in der Fabrikautomation bereits beim Beruf des Mechatronikers sehen, könnte auch dem Hochbau helfen. Indem sich die Planung und der Betrieb eines Gebäudes ändern, entwickeln sich auch die klassischen Berufsbilder wie Architekten, Fachplaner oder spezialisierte Handwerker weiter. Ich hoffe, dass die Grenzen, die wir heute kennen, irgendwann verschwinden.

Warum wird BIM wichtig?

Müller: Es ist ein intelligenter Prozess, der Bauherren, Architekten, Ingenieuren und Betreibern Informationen und Werkzeuge für effiziente Planung, Entwurf, Konstruktion und Betreiben von Gebäuden und Infrastruktur bereitstellt. Dem Architekten werden hierdurch die Mittel in die Hand gegeben, den Planungs- und Realisierungsprozess im Auge zu behalten, während die Bauausführenden über alle Änderungen frühzeitig informiert werden. Und der Betreiber/Facility-Manager weiß, was in seinem Gebäude verwendet wurde.

BIM ist also auch während der Betriebsphase eines Gebäudes dienlich?

Müller: BIM ist weit mehr als ein dreidimensionales Planungstool, mit dem eine Kollisionsprüfung möglich ist. BIM bietet vielmehr gerade den Betreibern/Facility-Managern große Vorteile, weil sie endlich einen Überblick darüber bekommen, was in ihrem Gebäude im Detail eingebaut und in Betrieb ist. Damit stehen etwa im Reparaturfall alle relevanten Daten zur Verfügung.

Herr Müller, vielen Dank für das Gespräch.

Thomas Müller ist stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Automation + Management für Haus + Gebäude im VDMA. Der gelernte Maschinenbauingenieur ist Mitglied verschiedener deutscher und europäischer Expertengruppen in den Bereichen Smart Buildings, Smart Grid, BIM und Energieeffizienz und wirkt für den VDMA unter anderem bei der Überarbeitung der Richtlinienreihe VDI 3814 »Gebäudeautomation« mit.

Die Langversion des Interviews finden Sie auf www.wago.com/de/gebaeudetechnik

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